Ukraine/Polen: Kardinäle mahnen zu Versöhnung

Angesichts der aktuellen politischen Spannungen zwischen Polen und der Ukraine haben hochrangige katholische Kirchenvertreter beider Länder zu einer Fortsetzung des Dialogs aufgerufen. In einer am Montag veröffentlichten Gemeinsamen Erklärung zu den polnisch-ukrainischen Beziehungen plädieren die Unterzeichner dafür, “die Sprache zu entwaffnen” und den Weg der Verständigung weiterzugehen, der mit dem Segen des Papstes Johannes Paul II. begonnen wurde

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Der Kyiver Großerzbischof Swajtoslaw Schewtschuk, die polnischen Kardinäle Konrad Krajewski, Kazimierz Nycz und Grzegorz Rys sowie Kardinal Mykola Bychok, Bischof der Exil-Ukrainer im australischen Melbourne, setzten ihre Unterschrift unter das Dokument am Rande der jüngsten Kardinalsversammlung in Rom.

Die Geistlichen beziehen sich in ihrem Schreiben auf eine Formulierung von Papst Leo XIV. und äußern die Überzeugung, “dass der erste Schritt zum Frieden die Entwaffnung der Sprache ist”. Diese Prämisse betreffe nicht allein das gesprochene Wort, sondern erstrecke sich ebenso auf Gesten, Zeichen und Symbole. Nach Ansicht der Kardinäle können auch diese Elemente “verletzen, den Weg zur Begegnung versperren und Angst schüren”. Das Aufkommen neuer Feindseligkeiten zwischen Polen und Ukrainern sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass dies “zu einer Zeit geschieht, in der die Ukraine weiterhin die Schrecken des Krieges erlebt und Polen in den letzten Jahren große Solidarität mit Millionen ukrainischer Schwestern und Brüder gezeigt hat”.

Der Erklärung ging ein wochenlanger Konflikt zwischen Warschau und Kyiv über Ereignisse aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs voraus. Als Auslöser der diplomatischen Krise gilt die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, eine Armee-Gruppe nach Kämpfern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) zu benennen. Da diese Gruppierung unter deutscher Besatzung für den Tod von Zehntausenden Polen im heutigen Westen der Ukraine verantwortlich war, rief die Benennung Reaktionen in Polen hervor. Der polnische Präsident Karol Nawrocki aberkannte Präsident Selenskyj daraufhin eine hohe polnische Auszeichnung, woraufhin Selenskyj seine Teilnahme an einer internationalen Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig absagte.

kap – mg, 1. Juli 2026

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