Leo XIV. antwortet einer Schweizer Katechetin: Reli-Unterricht tut gut
Das neue Heft des vatikanischen Magazins “Piazza San Pietro”, herausgegeben von Pater Enzo Fortunato, widmet sich in seiner Januar-Ausgabe der drängendsten Notwendigkeit der Gegenwart: dem Frieden. Neben einem Gastbeitrag von UN-Generalsekretär António Guterres sorgt vor allem die Antwort des Pontifex auf den Brief einer entmutigten Schweizer Katechetin für Aufsehen
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Medienoffensive
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Mario Galgano – Vatikanstadt
In Großbuchstaben prangt das Wort “FRIEDE” auf dem neuen Cover des vatikanischen Monatsmagazins. Es sei als ein Schrei aus dem Herzen der Christenheit zu verstehen, so die Redaktionsverantwortlichen. Unterstrichen werde es durch prominente Stimmen, die in der Ausgabe vorkommen. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnet den Frieden in seinem Leitartikel als den “Imperativ unserer Zeit”. Ergänzt wird die Ausgabe durch Reflexionen über den Abschluss des Heiligen Jahres der Hoffnung und einen Essay des italienischen Schriftstellers Gianrico Carofiglio, der die Krise als Chance für neue “Klarheit und Verantwortung” deutet.
“Die Pflänzchen wachsen nur schwer”
Wie in den bisherigen Ausgaben eröffnet das Heft mit einem Dialog zwischen dem Kirchenoberhaupt und der Leserschaft. In dieser Ausgabe antwortet Papst Leo XIV. der 50-jährigen Nunzia, einer Katechetin aus der Schweizer Gemeinde Laufenburg. Mit viel Herzblut berichtet sie von ihrem jahrzehntelangen Engagement, schildert aber auch eine ernüchternde Realität: “Ich säe, aber die Pflänzchen wachsen nur schwer. Kinder und Familien bevorzugen Sport und Feste.”
Nunzia beschreibt ein Bild, das viele engagierte Christen in Europa kennen: Das Vertrauen in Gott scheint zu schwinden, Eltern sind oft gleichgültig gegenüber der religiösen Praxis, und die Kirchenbänke am Sonntag füllen sich fast nur noch mit Senioren. In ihrem Brief bittet sie den Nachfolger Petri um ein Gebet für die ihr anvertrauten Jugendlichen und um den Mut, trotz des “dürren Bodens” nicht aufzugeben.
Die Antwort des Pontifex: Qualität vor Quantität
In seiner Antwort greift Leo XIV. die Sorgen der Schweizerin auf und stellt sie in den größeren Kontext der “alten Christenheit” in Europa. Er betont, dass die Stunden, die der Glaubensunterweisung gewidmet sind, niemals verschwendet seien – auch wenn die Teilnehmerzahl verschwindend gering sei.
“Das Problem sind nicht die Zahlen – die uns natürlich zum Nachdenken bringen –, sondern das immer offensichtlicher werdende Fehlen eines Bewusstseins, sich als Kirche zu fühlen”, schreibt der Pontifex. Er warnt davor, die Kirche lediglich als Dienstleister für das “Sakrale” oder die Sakramente aus bloßer Gewohnheit zu betrachten. Stattdessen seien alle Gläubigen gerufen, sich als lebendige Glieder am Leib Christi zu begreifen.
Ein Zeugnis der Freude
Der Pontifex weist Nunzia und allen, die unter ähnlichen Schwierigkeiten leiden, einen Weg der Hoffnung: “Als Christen brauchen wir immer die Bekehrung. Und wir müssen sie gemeinsam suchen”. Er erinnert daran, dass die Tür zum Glauben – das Herz Christi – immer weit offen stehe.
Abschließend ruft er dazu auf, die “Freude des Evangeliums” und die Hoffnung der Auferstehung zu bezeugen. In einer Zeit der schwindenden Zahlen sei es die authentische Ausstrahlung des Einzelnen, die den Unterschied mache.
vatican news, 13. Januar 2026
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