Franziskus stärkt US-Bischöfen den Rücken

Sorge um Migrationspolitik: Franziskus stärkt US-Bischöfen den Rücken

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US-Bischöfe müssen 50 Mitarbeiter in Flüchtlingshilfe entlassen
Franziskus schreibt US-Bischöfen: In Sorge über Migrationspolitik – Vatican News
Katholischer US-Vizepräsident Vance betont Bedeutung von Religionsfreiheit

11.02.2025

Meldung

In der Einwanderungsfrage stehen sich die katholischen US-Bischöfe und der neue Präsident Donald Trump bislang unversöhnlich gegenüber. Aus ihrer Kritik am verschärften migrationspolitischen Kurs der republikanischen Regierung machen die amerikanischen Oberhirten keinen Hehl. Nun erhalten sie Unterstützung aus Rom: In einem Brief an die US-Bischofskonferenz äußert sich Papst Franziskus besorgt über die strikte Politik der Trump-Regierung, insbesondere die geplanten Massenabschiebungen illegaler Migranten.

Die Abschiebung von Menschen, “die in vielen Fällen ihr eigenes Land aus Gründen extremer Armut, Unsicherheit, Ausbeutung, Verfolgung oder schwerer Umweltzerstörung verlassen haben”, verletze die Würde vieler Männer und Frauen und ganzer Familien und versetze diese “in einen Zustand besonderer Verletzlichkeit und Wehrlosigkeit”, schreibt der Papst.

Papst: Christliche Liebe ist keine konzentrische Ausweitung von Interessen

Er habe die “große Krise”, die sich derzeit in den USA abspiele, aufmerksam verfolgt, so Franziskus in dem Schreiben, das auf den 10. Februar datiert ist. “Ein gut gebildetes Gewissen kann nicht anders, als ein kritisches Urteil zu fällen und alle Maßnahmen abzulehnen, die den illegalen Status einiger Migranten stillschweigend oder ausdrücklich mit Kriminalität gleichsetzen.” Gleichzeitig räumt der Papst ein, man müsse das Recht einer Nation anerkennen, sich zu verteidigen und vor denjenigen zu schützen, die Gewalt- oder Schwerstverbrechen begangen hätten.

Ohne ihn beim Namen zu nennen weist Franziskus zudem die These des amtierenden Vizepräsidenten J.D. Vance zurück, wonach sich eine strikte Einwanderungspolitik mit dem christliche Konzept einer Rangordnung der Liebe vom Nahen zum Fernen, dem sogenannten “Ordo amoris”, begründen lasse. Der Papst wörtlich: “Christliche Liebe ist keine konzentrische Ausweitung von Interessen, die sich nach und nach auf andere Personen und Gruppen ausdehnen.”

Der Mensch sei ein Subjekt mit Würde, das durch die grundlegende Beziehung zu allen, besonders zu den Ärmsten, allmählich in seiner Identität und Berufung reifen kann. “Der wahre Ordo amoris, der gefördert werden muss, ist der, den wir entdecken, wenn wir ständig über das Gleichnis vom ‘barmherzigen Samariter’ (vgl. Lk 10,25-37) meditieren, das heißt, indem wir über die Liebe meditieren, die eine Brüderlichkeit aufbaut, die allen ohne Ausnahme offen steht.”

Woran man einen “echten Rechtsstaat” erkennt

Wer sich über die persönliche, gemeinschaftliche oder nationale Identität Gedanken mache, ohne diese Überlegungen anzustellen, so der Papst, drohe nach ideologischen Kriterien vorzugehen, die das soziale Leben verzerrten und den Willen des Stärkeren zum Kriterium der Wahrheit machten.

Darüber hinaus betont Papst Franziskus, dass alle Menschen, insbesondere die Ärmsten und Ausgegrenzten, eine würdige Behandlungen verdienten. Daran könne man einen “echten Rechtsstaat” erkennen. Im Rahmen des Rechts die Schwächsten, Schutzlosesten und Verletzlichsten aufzunehmen, zu schützen und zu integrieren, stehe einer “geordneten und legalen Migrationspolitik” nicht im Wege. Diese Entwicklung könne jedoch nicht durch die Privilegien einiger und das Opfer anderer erfolgen. “Was auf der Grundlage von Gewalt und nicht auf der Wahrheit über die gleiche Würde jedes Menschen aufgebaut ist, beginnt schlecht und wird schlecht enden”, so der Papst.

Franziskus bedankt sich bei den US-Bischöfen auch für deren “wertvolle Bemühungen” in der “Zusammenarbeit mit Migranten und Flüchtlingen, in der Verkündigung von Jesus Christus und in der Förderung grundlegender Menschenrechte. Gott wird alles, was Sie zum Schutz und zur Verteidigung derer tun, die als weniger wertvoll, weniger wichtig oder weniger menschlich angesehen werden, reichlich belohnen”. Alle Gläubigen ruft er auf, nicht den Narrativen nachzugeben, “die unsere Migranten- und Flüchtlingsbrüder und -schwestern diskriminieren und ihnen unnötiges Leid zufügen”.

DT/mlu

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