“Gewalt im Namen Gottes ablehnen”

Brief an Papst Franziskus

kirche in Not religionsfreiheitZenit.org, 22. August 2016, Paul De Mayer

„Es ist unbedingt notwendig, dass die Religionsführer der Welt klare und starke Positionen gegenüber Gewalt und Barbarei in jedem Teil der Welt einnehmen, insbesonders wenn solche Handlungen im Namen der Religion begangen werden.“ So schreibt der Grossayatollah von Ghom (oder Qom), Naser Makarem Shirazi, in einem Brief an Papst Franziskus, der in englischer Übersetzung auf der Internetseite des iranischen Klerikers veröffentlicht wurde.

Mit seinem Brief möchte der Grossayatollah Papst Franziskus für seine Aussagen zum Islam während der Pressekonferenz am 31. Juli auf dem Rückflug von Krakau nach Rom danken.

„Ich bin wirklich erfreut, ihre Erklärungen während ihrer letzten Reise nach Polen gehört zu haben, in der Sie sagten ‘Islam ist nicht gleich Terrorismus’“, würdigt diese der Grossayatollah.

„Ich glaube, dass es in fast allen Religionen immer eine kleine fundamentalistische Gruppierung gibt. Fundamentalistisch. Bei uns gibt es sie. Und auch wenn der Fundamentalismus so weit geht zu töten – man kann aber mit der Zunge töten, und das sagt der Apostel Jakobus und nicht ich, und auch mit dem Messer – glaube ich, dass es nicht richtig ist, den Islam mit Gewalt gleichzusetzen“, hatte der Papst wörtlich vor Journalisten gesagt.

In seinem Brief an Franziskus verurteilt der Grossayatollah scharf die „grausame Terrorattacke“ auf die Kirche von Saint-Etienne-du-Rouvray in Frankreich, die zur „brutalen Ermordung“ des 86-jährigen Pfarrers Jacques Hamel führte. Nach Ansicht Naser Makarem Shirazis sind „Takfiri-Gruppen wie IS“ „die schlimmste Weltkrise der heutigen Zeit“.

„Ihre weise und logische Grundhaltung zum Islam, indem Sie die Religion von den unmenschlichen Handlungen und Grausamkeiten von Takfiri-Gruppen wie dem IS abgrenzen, ist wirklich bewundernswert“, so Naser Makarem Shirazi wörtlich.

Der schiitische Kleriker ist davon überzeugt, die Terrorgruppen könnten schon längst zerschlagen worden sein, erhielten sie nicht die Unterstützung und Hilfe „von einigen korrupten Supermächten“.

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