Schweiz/Nepal: Nothilfe und Wiederaufbau nach Naturkatastrophe

Ein Erdrutsch im nepalesischen Distrikt Rasa hat hunderte Menschenleben gefordert und Tausende ohne Existenzgrundlage hinterlassen. Die Schweizer Fastenaktion stellt in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern erste Rettungsmittel bereit und setzt auf eine langfristige Unterstützung

Quelle
Nepal
Unicef/Nepal: 22.100 Kinder von schweren Überschwemmungen betroffen – Vatican News


Mario Galgano – Vatikanstadt

Die Lage in Nepal bleibt nach den jüngsten Ereignissen unübersichtlich. Nach aktuellen Berichten aus der Region wurden im Anschluss an den Erdrutsch mindestens 900 Todesfälle registriert. Etwa 4000 Personen gelte es derzeit noch als vermisst zu lokalisieren, während knapp 10.000 Menschen aus den betroffenen Gebieten gerettet werden konnten. Die Behörden sowie die vor Ort tätigen Organisationen konzentrieren ihre Ressourcen primär auf die Bergung Überlebender und die Bereitstellung lebensnotwendiger Güter.

Katrin Rosenberg, Programmverantwortliche für das Nepal-Landesprogramm bei der Schweizer Fastenaktion, beschreibt die Reaktionen der Bevölkerung als von tiefer Erschütterung geprägt. Betroffen seien nicht nur die unmittelbaren Katastrophengebiete, sondern auch die Bevölkerung in der Hauptstadt Kathmandu.

Einsatz lokaler Partnerstrukturen

Die Fastenaktion stützt ihre Hilfsmaßnahmen auf langjährige Strukturen vor Ort. Die Partnerorganisation CSRC – Community Self Reliance Center –, die seit 2007 im besonders stark getroffenen Distrikt Rasa verankert ist, entsandte unmittelbar nach dem Ereignis am Mittwochnachmittag ein Team aus Kathmandu in die Region. Der Einsatz zielt darauf ab, den konkreten Bedarf vor Ort zu ermitteln und direkte Hilfe zu leisten.

Die finanzielle Unterstützung durch das Schweizer Hilfswerk fließt derzeit in die Beschaffung von Nahrungsmitteln sowie in die Verteilung von Solarlampen. Letztere dienen unter anderem dazu, die Stromversorgung für Mobilgeräte aufrechtzuerhalten und damit die Kommunikation in den abgeschnittenen Gebieten zu ermöglichen. Rosenberg betont die Dringlichkeit dieser Erstmaßnahmen: „Der Fokus liegt im Moment noch sehr stark auf der Rettung von Menschenleben. Gleichzeitig müssen die Überlebenden mit dem Lebensnotwendigen versorgt werden.“

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Engagement

Nepal gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern Südasiens. Das Hilfswerk Fastenaktion ist dort seit über 20 Jahren aktiv. Die Projektarbeit konzentriert sich auf abgelegene ländliche Regionen, in denen Ernährungsunsicherheit herrscht, und umfasst Maßnahmen zur Förderung der Agrarökologie sowie zur Durchsetzung des Rechts auf Nahrung.

Die operative Umsetzung erfolgt überwiegend durch lokal verankerte Partnerorganisationen. Ein Großteil dieser Partner weist keinen religiösen Bezug auf oder ist im hinduistischen beziehungsweise buddhistischen Kontext verankert; zwei Partnerorganisationen haben einen katholischen Hintergrund. Ein weiterer Schwerpunkt der regulären Entwicklungsarbeit liegt auf der Unterstützung benachteiligter Bevölkerungsgruppen innerhalb des traditionellen Kastensystems, insbesondere der Gruppe der Dalit.

Zusammenhalt in der Krise und langfristiger Ansatz

Trotz der hierarchischen Strukturen des Kastensystems zeigt sich in Krisensituationen regelmäßig eine ausgeprägte gegenseitige Unterstützung innerhalb der Bevölkerung. Rosenberg verweist auf Erfahrungen aus früheren Katastrophen wie dem schweren Erdbeben von 2015 sowie nachfolgenden Überschwemmungen. In Akutsituationen treten gesellschaftliche Differenzen vorübergehend in den Hintergrund zugunsten gemeinschaftlicher Hilfsmaßnahmen.

Hinsichtlich der Dauer der Hilfsleistungen stellt die Fastenaktion klar, dass die Bewältigung der Folgen einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird. Neben der aktuellen Akuthilfe und den für die kommenden Monate geplanten Nothilfemaßnahmen beabsichtigt das Hilfswerk, den Wiederaufbau der Lebensgrundlagen nachhaltig zu begleiten. Rosenberg erklärt dazu: „Diese Krise wird nicht in zwei, drei Monaten und auch nicht in einem halben Jahr gemeistert sein. Wir sind langfristig vor Ort und werden die Menschen durch unsere Partnerorganisationen auch danach unterstützen, wenn es um den Wiederaufbau der Lebensgrundlagen geht.“ Die Finanzierung dieser Vorhaben erfolgt unter anderem durch Spendenmittel aus dem Ausland.

vatican news, 1. September 2026

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