Leo XIV.: “Neues missionarisches Zeitalter”

Papst Leo XIV. hofft, dass “die geistliche und geschwisterliche Einheit” in der Kirche stärker wird. Das schreibt er in einer Botschaft zum Thema Mission, die an diesem Sonntag veröffentlicht wurde

Quelle
Papst beim Angelus: Evangelium immer und überall verkünden – Vatican News

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

“In vielen Situationen erleben wir Konflikte, Polarisierungen, Missverständnisse und gegenseitiges Misstrauen”, so Leo. “Wenn dies auch in unseren Gemeinschaften geschieht, schwächt es ihr Zeugnis.” Der Missionsauftrag, den Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern erteilte, sei nur mit „versöhnten Herzen, die nach Gemeinschaft streben“, zu erfüllen. Dazu gehöre auch ein verstärktes ökumenisches Engagement.

“Eins in Christus, vereint in der Mission”

Die Botschaft gilt dem 100. Weltmissions-Sonntag, der in diesem Jahr am 18. Oktober begangen wird. Als Thema hat Papst Leo, der selbst jahrzehntelang als Missionar, zuletzt als Bischof, in Peru gewirkt hat, “Eins in Christus, vereint in der Mission” vorgegeben. Der Papst ruft die ganze Kirche dazu auf, “mit Freude und Eifer im Heiligen Geist den missionarischen Weg fortzusetzen”. Wie schon in einer Predigt im Oktober letzten Jahres spricht er von “einem neuen missionarischen Zeitalter in der Geschichte der Kirche”.

“Das Christsein ist nicht in erster Linie eine Reihe von Praktiken oder Ideen”

Die Botschaft benennt Einheit als eines der wichtigsten Wesensmerkmale der Kirche. “Das Christsein ist nicht in erster Linie eine Reihe von Praktiken oder Ideen: Es ist ein Leben in der Einheit mit Christus”, schreibt der Papst. “Aus dieser Einheit entspringt die Gemeinschaft unter den Gläubigen und jede missionarische Fruchtbarkeit.” Entscheidend sei, dass Christus “wirklich im Zentrum unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens, jedes Wortes, jeder Handlung und jeder zwischenmenschlichen Beziehung steht”.

Konzil und Franziskus als Richtschnur

Wie schon mehrfach in seinen Katechesen und Ansprachen erklärt Leo XIV. das letzte Konzil und die Lehren seines Vorgängers Franziskus (2013-25) zur Richtschnur für die Kirche. Sie sei aufgerufen, “die Grundanliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils und des nachfolgenden päpstlichen Lehramtes, insbesondere das von Papst Franziskus, aufzugreifen”.

Die Mission – die in dem Text nicht genauer definiert, aber mit dem Begriff Evangelisierung in eins gesetzt wird – sei die Aufgabe jedes Getauften. Eine “Zersplitterung der Bemühungen und spaltende Gruppenbildungen” gelte es unbedingt zu vermeiden. “Einheit ist die Voraussetzung für die Mission, die Liebe ist ihr Inhalt. Die Frohe Botschaft, die wir der Welt verkünden sollen, ist kein abstraktes Ideal: Es ist das Evangelium der treuen Liebe Gottes, die im Antlitz und im Leben Jesu Christi Gestalt angenommen hat.”

vatican news, 25. Januar 2026

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