Myanmar: Szenen unvorstellbarer Verwüstung
Malteser International setzt bei seiner Hilfe in dem von Erdbeben geschlagenen Land auf die Zusammenarbeit mit lokalen Strukturen Ein Gastbeitrag
03.04.2025
Cordula Wasser
Auch Tage nach dem schweren Erdbeben in Myanmar zeichnet sich das gesamte Ausmaß der Zerstörung nur langsam ab. Die Kommunikationsinfrastruktur in den betroffenen Gebieten ist weitestgehend zerstört, Brücken eingestürzt, Straßen sind oft unpassierbar und die Nothilfeteams gelangen nur schwer an Informationen.
Malteser International ist seit 1996 in Myanmar tätig. Gemeinsam mit Partnern vor Ort unterstützen wir jetzt vor allem Menschen in den besonders schwer betroffenen Regionen Mandalay, Nay Pyi Taw und im südlichen Shan-Staat mit medizinischer Hilfe, psychosozialer Betreuung, sauberem Wasser und Sanitärversorgung. Außerdem verteilen wir Hygieneartikel, Pflegeartikel für Babys, Regenwassersammelsets zur Trinkwassergewinnung, Zeltplanen und Seile sowie Haushaltswaren zur Essenzubereitung.
Szenen unvorstellbarer Verwüstung
Unser Landeskoordinator in Myanmar berichtete am Sonntagmorgen deutscher Zeit: “Unsere Mitarbeitenden sehen Szenen unvorstellbarer Verwüstung. Viele Menschen haben alles verloren, was sie hatten. Zeltstädte entstehen ohne Wasser oder sanitäre Einrichtungen. Neben der Angst vor Nachbeben machen wir uns große Sorgen über die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.”
Viele Überlebende sind bereits durch verunreinigtes Wasser erkrankt, und es werden stündlich mehr. Vielerorts ist die Wasser- und Sanitärinfrastruktur zerstört. Die Folge sind unter anderem wässriger Durchfall und ähnliche Krankheiten. “Vor allem für kleine Kinder und ältere Menschen können Durchfälle in Kombination mit Dehydrierung schnell zum Tod führen. Unsere Priorität in diesem Umfeld ist es, den Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Erstversorgung und Hygieneartikeln sicherzustellen“, sagt Arno Coerver, Trinkwasserspezialist von Malteser International.
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Wegen der großen logistischen und politischen Herausforderungen setzt Malteser International auf die enge Zusammenarbeit mit lokalen Strukturen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, um die Hilfe effizient und direkt zu gestalten.
Die Autorin ist Leiterin der Asienabteilung von Malteser International
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