Libanon: “Nothilfe muss weitergehen”

Nach dem Bruch der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon ruft das internationale katholische Missionswerk “missio” dazu auf, die große Not der Vertriebenen in dem Land nicht zu vergessen

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Von sechs Millionen Einwohnern seien innerhalb des Landes nach wie vor eine Million Menschen auf der Flucht, erinnerte missio-Präsident Wolfgang Huber an diesem Mittwoch in einer Aussendung.

Hoffnungen auf Rückkehr zerstört

“Tausende leben weiterhin auf der Straße oder in Notquartieren. Es fehlt an Essen, an Windeln für Babys und an Medizin. Wer kann, findet eine Bleibe bei Verwandten. Doch die beengten Verhältnisse sorgen zunehmend für Spannungen. Unsere Partnerinnen und Partner versorgen viele Familien mit dem Nötigsten, doch an einen Alltag ist weiterhin nicht zu denken. Die Hoffnungen der Menschen auf eine Rückkehr in ihre Dörfer und auf einen Neuanfang wurden durch das Ende der Feuerpause wieder zerstört.”

Wie Michel Constantin, Regionaldirektor der Päpstlichen Mission für den Nahen Osten (CNEWA) in Beirut, berichtet, bleiben besonders Teile der Grenzregion im Süden Sperrzone. Viele Ortschaften wurden komplett zerstört, noch intakte Häuser und Höfe geplündert. “Die Wasser- und Stromversorgung ist stark beschädigt. Viele Olivenbäume sind verbrannt”, schreibt Michel Constantin. “Die Menschen werden bei null anfangen müssen.”

Schwere Ausgangslage

Die Lage im Libanon sei schon vor dem Krieg kritisch gewesen, erinnert missio. Die Wirtschaft des Landes liege am Boden. Der Staatsapparat gelte als korrupt. Die vielen Geflüchteten aus Syrien, dem Irak und den Palästinensergebieten stellten eine in weiten Teilen verarmte Bevölkerung vor große Herausforderungen. missio-Präsident Huber verweist als Beispiel auf die Bekaa-Ebene, einer Hochburg der Hisbollah, wo der Krieg die Zivilbevölkerung wieder unter Druck setzt: “Zigtausende haben in der Bekaa-Ebene ihre Häuser zurückgelassen. Dort leben auch die meisten der rund 1,5 Millionen syrischer Geflüchteter, viele seit einem Jahrzehnt in erbärmlichen Camps. Nun fliehen sie ein zweites Mal.”

Das internationale katholische Hilfswerk missio München unterstützt die Nothilfe vor Ort mit mehr als 100.000 Euro. Wolfgang Huber betont die engen Kontakte in den Libanon: “Das Netzwerk der Kirche erweist sich in diesen Tagen wieder als Anker für die, die nichts mehr haben.”

pm – pr, 2. April 2025

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