Militärseelsorge in der Ukraine: Gott im Schatten des Krieges
Militärseelsorger in der Ukraine haben nach den Worten von Andriy Zelinskyy eine zentrale Aufgabe: Sie sollen “Gott präsent machen inmitten der Dunkelheit des Krieges”. Der Jesuit ist stellvertretender Leiter der Militärseelsorge bei der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine. Zum Jubiläum der Streit-, Polizei- und Sicherheitskräfte, das dieser Tage in Rom und dem Vatikan anlässlich des Heiligen Jahres stattfand, sprachen wir mit ihm
Quelle
Papst beim Angelus: Bewaffneter Dienst nur zur Selbstverteidigung
Svitlana Dukhovych und Gudrun Sailer – Vatikanstadt
Bei der Seelsorge an den ukrainischen Soldaten im Krieg geht es vor allem um die “Pflege des Geistes”, sagte uns der Militärgeistliche. “Das bedeutet, die Menschlichkeit derjenigen zu bewahren, die wir begleiten.” Diese Menschlichkeit sieht er weltweit bedroht: “Wir leben in einer Welt, in der die Menschlichkeit durch Krieg und Grausamkeit verletzt wird – sichtbar in der Ukraine, aber nicht nur dort.” Die ganze Menschheit sei verletzt durch einen Krieg wie jenem in seinem Heimatland.
In einem solchen Rahmen der Menschheit zu dienen, heißt aus der Sicht des Militärseelsorgers, “dem Göttlichen im Menschen zu dienen, denn wir sind das Ebenbild Gottes, wir sind Gott, der in der Schöpfung gegenwärtig ist. Deshalb bedeutet es, nahe zu sein, an der Seite des Menschen zu sein, um Gott unter uns gegenwärtig zu machen, inmitten der Dunkelheit des Krieges.”
“Nur die Liebe kann siegen”
Zelinskyy betont, dass Menschlichkeit untrennbar mit dem Glauben verbunden ist: “Gott ist Wahrheit, Güte, Gerechtigkeit und Schönheit.” Gerade in Kriegszeiten sei es wichtig, die Schönheit des menschlichen Herzens nicht zu vergessen. “Wir sehen viel Schönheit im menschlichen Herzen, das bereit ist zu dienen und zu teilen. Das ist die Quelle des Sieges, denn nur die Liebe kann siegen.”
Eine der größten Herausforderungen für Militärseelsorger sei, die Zerstörung von Menschlichkeit mitzuerleben. “Es ist schwer zu ertragen, wenn die Welt des 21. Jahrhunderts nicht hinsehen will”, so Zelinskyy. Er kritisiert das Wegsehen vieler Menschen: “Das ist ebenfalls eine Wunde der Menschheit.”
Hoffnung haben
Im Austausch mit Seelsorgern aus anderen Ländern teilt Zelinskyy Erfahrungen aus dem Krieg: “Unsere Partner wollen von uns lernen, weil der Krieg die Welt verändert hat. Wir dürfen nicht vergessen, dass es die Auferstehung gibt.” Hoffnung sei kein individueller Weg, sondern brauche Gemeinschaft: “Wir müssen einander nahe sein, um uns in der Dunkelheit der Welt nicht zu verlieren.”
Trotz des Leids betont er die Bedeutung von Hoffnung: “Der Blick auf den Gekreuzigten hilft, nicht zu verzweifeln.
“Der Blick auf den Gekreuzigten hilft, nicht zu verzweifeln. Wir dürfen nicht vergessen, dass es die Auferstehung gibt”
vatican news – gs, 10. Februar 2025
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