Zum Weltfrauentag – “Gott hat uns etwas ganz Großes anvertraut”

Frauen sind genial, sagte Johannes Paul II. Aber was sagen Frauen selbst zu ihrer Weiblichkeit? Wir haben nachgefragt

Quelle
Die Rolle der Frauen in der Kirche: 8 großartige Heilige, die Gottes Plan erfüllt haben (catholicnewsagency.com)
Hl. Perpetua und ihre Sklavin Felizitas: Erste christliche Märtyrerinnen (catholicnewsagency.com)

08.03.2024

Dorothea Schmidt

Gewöhnlich wird am Weltfrauentag darüber gesprochen, wo es der Frau an Mitbestimmung oder Anerkennung fehlt, oder wo sie Opfer von Gewalt geworden ist. Hinzukommt, dass —ähnlich wie beim Gender pay gap — Männer und Frauen gegeneinander in Stellung gebracht werden, als hätten Frauen es nötig, Männern nachzueifern oder seien per se mit Mängeln behaftet. Kurz: Das Frausein wird zum Problem erklärt. Und die ganz wunderbaren Seiten, die Vorteile und Schönheiten des Frauseins treten völlig in den Hintergrund. Darum soll heute gemäß dem Lied, in dem es heißt “Ich habe tausend Ideen, warum ich dich jetzt preisen kann” ein besonderer Blick auf das Frausein und ihre facettenreiche Schönheit — ja Genialität, wie Johannes Paul II. es sagte — geworfen werden: Was macht Frauen aus? Was macht sie besonders? Warum ist es schön, Frau zu sein? Hier die Antworten von ein paar Frauen.

Birgit Kelle, Publizistin!

An meiner Küchenpinnwand hängt seit Jahrzehnten eine Postkarte mit den Worten “Eine Frau kann aus dem Nichts einen Hut, einen Salat, oder eine Szene machen”. Ja, wir Frauen können alles, wenn wir uns nur trauen. Wir können Männer in den Wahnsinn treiben und um den Finger wickeln, dürfen bei Kitschfilmen hemmungslos heulen und uns helfen lassen, ohne uns schwächlich zu fühlen und wenn wir Kleider tragen, sehen wir fantastisch aus.

Dass es anscheinend ein dramatisches Problem sei, Frau zu sein, habe ich nur aus Büchern erfahren, weil mein Leben als Mädchen und Frau mir auch nach fast fünf Jahrzehnten niemals Anlass gab, meine Weiblichkeit zu beweinen. Ich bin eine Frau, und das ist auch gut so. Das Frausein hat mir aber vor allem die Möglichkeit geschenkt, Mutter zu werden. Nichts ist damit vergleichbar, dieses Wunder zu erleben. Nichts hat mich mehr gefordert und beschenkt. Kein Mann und auch kein eingebildetes Geschlecht kann einen anderen Menschen in seinem Körper erschaffen. Frauen aber schreiben Schöpfungsgeschichte.

Das ist es, was ich meinen Töchtern als die Frauen von Morgen weiterreichen will. Nicht den Gender-Pay-Gap, Metoo-Gejammer und Frauenquoten-Debatten. Sondern den Mut, ihre Frau zu stehen, was auch immer das Leben ihnen bringt und abverlangt.

Andrea Kumar, Director Group Accounting

Maria war mein Weg wieder zurück zu Gott und ich verdanke ihr mein Leben. Deshalb denke ich immer zuerst an Maria, wenn ich das Frausein betrachte. Sie ist mein Vorbild als Frau und ich finde es schön ihr ähnlicher zu werden — auch wenn ich ihr nie das Wasser werde reichen können. Aber ich lerne von ihr, dass zum Frausein auch dazugehört, Dinge, die ich nicht verstehe, im im Herzen zu bewahren und — zu schweigen.

Das scheint gerade heute so wichtig, wo so viel geredet und gesprochen wird und gilt in besonderer Weise für Themen, die nur Gott und mich betreffen. Außerdem liebe ich es Ehefrau zu sein; da bin ich wie das Puzzleteil, das der besseren Hälfte noch gefehlt hat. Umgekehrt ergänzt der Mann das, was in mir noch fehlt. Mit Gott, dem dritten Puzzleteil, wenn man so will, wird die Ehe erst ganz. Alle krummen Ecken werden durch Ihn ausgeglichen.

Schließlich haben Frauen einen besonderen Blick für Schönheit in Gottes Schöpfung. Ich liebe es, auf Schönheit zu achten – sei es, bei der Einrichtung der eigenen Wohnung oder wenn ich etwas Schönes für jemanden vorbereite. All das sind Dinge, die Gott in mein weibliches Herz gelegt hat.

Katharina Hauser, Theologin

Ich liebe so ziemlich alles am Frausein. Vom Zyklus, der uns regelmäßig sagt, dass wir mal einen Gang runterfahren müssen, über unsere Genialität und Komplexität (die uns selbst manchmal ein Rätsel ist), die wichtigen Gespräche unter Freundinnen auf der Toilette, bis hin zu (fast) allem, was uns die Beautyindustrie so anbietet um unsere Schönheit zu unterstreichen.

Niemals würde ich mir die Freude am gemeinsamen Herrichten mit Freundinnen vor einer Ballnacht nehmen lassen. Oder die entspannten Minuten jeden Morgen, in denen ich mich schminke, meine Haare mache, Outfit, Ohrringe, Accessoires heraussuche. Mein Äußeres soll mein Inneres widerspiegeln. Nicht verdecken, kaschieren, überhöhen, aber auch nicht unterhöhlen.

Ich glaube, wir Frauen sind ganz besonders gerufen, die Schönheit Gottes in die Welt zu tragen. Echte Schönheit, die einladend, nicht ausgrenzend ist, die nicht neidet, sondern sich freut an der Schönheit des anderen, die großzügig und gütig, stark und sanft ist, und durch die die Liebe Gottes in die Welt scheint. Ich wünsche allen Frauen von Herzen, diese innere und äußere Schönheit strahlen zu lassen.

Rita Winkler, Psychologin und 7-fache Mutter

Die Schönheit der Weiblichkeit äußert sich für mich vor allem im direkten Kontrast zur Männlichkeit. Wäre die gesamte Menschheit weiblich, würde diese Schönheit verblassen. So aber erstrahlt sie und erntet Bewunderung. Frauen sind empfindsam. Das macht sie verletzlich und gleichzeitig befähigt es sie zu einer besonderen Wahrnehmung.

Sie sehnen sich nach emotionaler Sicherheit und investieren viel Kraft darin, diese in ihrem Umfeld aufzubauen. Frauen sind körperlich schwächer als Männer und dabei feinfühliger und weicher. Sie sind in der Lage, Leben zu schenken. Weiblichkeit beinhaltet also mächtige Attribute, die Gottes Plan auf Erden Wirklichkeit werden lassen. Das ist Schönheit.

Lucia Hauser, Logotherapeutin, Leiterin der Initiative “Liebe leben”

Es ist schön Frau zu sein, weil Frau sein genial ist! Johannes Paul II. spricht vom so genannten Genius der Frau. Jede Frau besitzt ihn. Was heute häufig mit “Weiblichkeit” in Verbindung gebracht wird, ist meist das Heimchen am Herd, abhängig und schwach. Dabei steckt im Frau sein so viel Stärke und Mut und Weichheit und Schönheit, Genialität! Allein physisch ist eine Frau viel komplexer als ein Mann. Professor Johannes Huber (Gynäkologe und Endokrinologe) zieht einen Vergleich anhand des Schweizer Uhrmacherhandwerks: das Hormonsystem einer Frau gleicht einer hochwertigen Schweizer Markenuhr, das des Mannes eher einer Uhr aus dem Kaugummiautomat.

Auch auf emotionaler Ebene sind wir komplex: Frauen haben in der Regel eine besondere Empathiefähigkeit und die damit verbundene Gabe, emotionalen Raum zu schaffen; eine Intuition, die manchmal fast unheimlich ist; das Zusammenspiel von Vernunft und Emotion; eine umfassende Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit, und Vieles mehr. Diese Gaben sind uns geschenkt, weil uns eine große Aufgabe anvertraut ist. Und diese ist alles andere als harmlos. Es sieht nur vielleicht manchmal so aus. Ich bin zutiefst überzeugt: Wenn wir Frauen unsere tiefe Berufung erkennen, wird sich die Welt verändern – zum Positiven. Gott hat uns etwas ganz Großes anvertraut.

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