Churer Priesterkreis sieht Verhaltenskodex als “nicht bindend” an
Verhaltenskodex sei “kein bischöflicher Erlass” **UPDATE
Quelle
Katechismus der Katholischen Kirche: Text – IntraText CT (Berufung zur Keuschheit)
Bistum Chur: Positionen im Streit um Verhaltenskodex unverändert
*Churer Priesterkreis: “Angesichts der entstandenen Verwirrung fordern wir…”
**Churer Priesterkreis: Bitte um Erläuterungen zu den «Präzisierungen zum Verhaltenskodex des Bistums Chur» seitens des Bischofs von Chur: Swiss Cath News (swiss-cath.ch)
Bistum Chur (603)
Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion
Chur, 15. Juni 2022 (CNA Deutsch)
Der Churer Priesterkreis vertritt nach einem zweiten Treffen mit Bischof Joseph Bonnemain am Montag die Ansicht, der Verhaltenskodex zur Prävention von Missbrauch sei “nicht bindend”.
In einer CNA Deutsch vorliegenden internenen E-Mail an die Mitglieder des Priesterkreises heisst es, der Bischof bestehe darauf, die kritisierten Stellen im Verhaltenskodex “im Einklang mit der Lehre der Kirche erklären zu können”. Er wolle auch weder seine eigene Unterschrift zurückziehen noch den Kodex überarbeiten.
Den Churer Priestern zufolge enthält der neue Kodex für Chur gleich mehrere problematische Stellen, durch die “der Glaubens- und Sittenlehre ein Maulkorb umgehängt würde”, wie es in einer Stellungnahme vom 29. April heisst.
Im Verhaltenskodex steht etwa: “Ich verzichte auf pauschal negative Bewertungen von angeblich unbiblischem Verhalten aufgrund der sexuellen Orientierung.” Bei einer Zustimmung zu diesem Satz dürfe man “nicht mehr die kirchliche Lehre zur Homosexualität verkünden”, betonen die Priester.
Interview in der NZZ am Sonntag
Bischof Bonnemain hatte gegenüber der NZZ am Sonntag vom 12. Juni gesagt, der Verhaltenskodex sei “kein bischöflicher Erlass”. Der Priesterkreis folgert daraus in der internen E-Mail, “dass aufgrund dieser öffentlichen Erklärung des Bischofs der Verhaltenskodex für uns Priester und alle, die von staatskirchenrechtlichen Behörden angestellt sind oder werden, nicht bindend ist, da es sich ja nicht um einen bischöflichen Erlass handelt”.
Ausserdem hatte Bonnemain erklärt, er habe den Kodex “unterzeichnet, weil ich mich an ihn halten werde”. Dort aber, so die Priester, heisst es ausdrücklich: “Ich übe keinen vermessenen Erwartungsdruck durch Elitedenken aus (z. B. Überhöhung der eigenen Gemeinde oder Gemeinschaft) und fordere weder Gehorsam noch Unterwerfung ein.”
Vor diesem Hintergrund betont der Priesterkreis: “Da der Bischof keinen bischöflichen Erlass unterzeichnet hat und auf die Einforderung von Gehorsam verzichtet, ist die Druckausübung staatskirchenrechtlicher Körperschaften auf kirchliche Mitarbeiter mittels des Verhaltenskodex unseres Erachtens illegal.”
Tatsächlich habe es inzwischen mindestens einen Fall gegeben, wobei “eine Person von einer Kirchgemeinde nicht angestellt wurde, mutmasslich weil sie den Verhaltenskodex nicht unterzeichnen wollte”. Dies zeige “auf tragische Weise jetzt schon die negativen Konsequenzen des Verhaltenskodex auf”.


Bei der Präzisierung zum Verhaltenskodex des Bistums Chur vom 15.2.2023 geht es aber bei der Implementierung des Verhaltenskodex nicht um die reine Unterschrift. Sondern es geht um einen Kulturwandel im kirchlichen Miteinander. Das heisst der Bischof von Chur will eine andere Kirche. Aus diesem Grund hält die Präzisierung zum VK nicht an das Wort (=der Sohn): “Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.” Ausserdem heisst es Gottesliebe und Nächstenliebe. Und die an erster Stelle steht die Gottesliebe. Die Gottesliebe fehlt im VK. Der Verhaltenskodex des Bistum Chur hält sich nicht an das Wort. Der VK ist sittenwidrig. Der VK verstösst gegen Treu und Glauben. Der VK ist ungültig, weshalb der VK vollumfänglich aus dem Recht zu weisen ist. Die aufgezwungenen kirchliche Körperschaften vom Staat, die gegen die Glaubenslehre und Sittenlehre sind, zerstören die katholische Kirche. Aus diesem Grund sind staatliche kirchliche Körperschaften vollständig abzuschaffen.