Kardinal Woelki: „Wir schaffen das!“

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki sieht den Kurs der Regierung in der Flüchtlings- und Migrantenfrage nachträglich für bestätigt

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Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki sieht den Kurs der Regierung in der Flüchtlings- und Migrantenfrage nachträglich für bestätigt. In einem Video von diesem Sonntag stellte sich der Kardinal hinter den berühmten Satz von Regierungschefin Angela Merkel.

„Wir schaffen das! Dieser markante Satz der Bundeskanzlerin wird in diesen Tagen genau fünf Jahre alt. Wir schaffen das! Die Mut machenden Worte standen quasi für das Flüchtlingsprogramm von Angela Merkel. Unterstützer lobten sie dafür – die Kritiker werfen ihr bis heute eine unglaubliche Naivität vor.“

Angesichts dieser Gemengelage lohnt sich aus Woelkis Sicht ein Blick auf die Fakten. „Allein knapp 900.000 Menschen flohen 2015 nach Deutschland. Fast jeder zweite Geflüchtete zwischen 18 und 64 Jahren, der seit 2013 nach Deutschland gekommen ist, geht heute einer Erwerbstätigkeit nach. Die Schreckensszenarien von Kriminalität und Kostenexplosion, die damals an die Wand gemalt wurden, sind nicht eingetreten. Im Gegenteil – wer genau hinschaut, sieht, dass Integration, wo immer sie gefördert wird, in der Regel auch gelingt.“

„Klar – es gibt auch Probleme“

Auch die Aktion „Neue Nachbarn“, die der Kölner Kardinal 2014 ins Leben gerufen hat, bestätige das – dank dem Einsatz vieler Hauptberuflicher, aber auch Freiwilliger und Ehrenamtlicher.

„Klar – es gibt auch Probleme, und manchmal sogar richtig grosse Probleme, und unsere Integrationsarbeit, die kann natürlich immer noch besser werden. Aber der zukunftsweisende Satz der Bundeskanzlerin von 2015, Wir schaffen das!, zeigt, was alles machbar ist, wenn wir es denn wirklich wollen.“

„Noch immer steigen Menschen in Schlauchboote“

Es gelte jetzt, im Einsatz für Menschen auf der Flucht nicht nachzulassen, forderte Kardinal Woelki. Bei der Fronleichnamsmesse 2016 hatte er vor dem Kölner Dom als Altar ein hölzernes Flüchtlingsboot benutzt; mittlerweile wird dieses Boot im Bonner „Haus der Geschichte“ ausgestellt.

„Noch immer steigen Menschen in Schlauchboote und wagen eine lebensgefährliche Überfahrt über das Mittelmeer. In den Lagern auf den griechischen Inseln hausen Familien mit Kindern unter entsetzlichen Bedingungen. Ja, wir schaffen vieles – und wir müssen es schaffen, auch diesen Menschen zu helfen. Für Christen kann es gar kein anderes Programm geben. Seit 2000 Jahren gelten die Worte Jesu: Ich war fremd – und ihr habt mir Heimat gegeben.

„Wir schaffen das“ ist aus dieser Sicht ein sehr christlicher Satz, wenn man dem Kölner Kardinal folgt. „Die vielen positiven Beispiele von Menschen, die nach ihrer Flucht bei uns längst eine neue, sichere Heimat und Zukunft gefunden haben, beweisen doch: Ja, wir schaffen das – und wir werden noch viel mehr schaffen – denn Jesus selber ist in jedem aufgenommenen Flüchtling in unserer Mitte!“

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