Papst in Assisi: Besonderes Geschenk für Franziskaner und Jugend
Der Besuch von Papst Leo XIV. an diesem Donnerstag (6.8.2026) im italienischen Wallfahrtsort Assisi bei der Basilika Santa Maria degli Angeli war ein ganz besonderes Geschenk – das sagen unisono Ordensleute, Jugendliche und freiwillige Helfer, die unsere Korrespondentin vor Ort getroffen hat
Quelle
Stefanie Stahlhofen – Assisi

Bei seinem Halbtagesbesuch traf das katholische Kirchenoberhaupt zuerst auf dem Vorplatz der Basilika junge Leute aus aller Welt zum Abschluss des Europa-Jugendtreffens des Franziskanerordens, „GO! Franciscan Youth Meeting“. Anschließend folgte im Kreuzgang des Konvents der Franziskaner bei Santa Maria degli Angeli eine kurze persönliche Begegnung Leos mit Mitgliedern der Franziskanischen Orden unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Danach begag sich Leo in die Basilika um die Heilige Messe zu feiern – 2000 Gläubige nahmen im Inneren teil, rund 3000 waren auf dem Vorplatz dabei. Bei der Messe wurde auch eine deutsche Fürbitte verlesen. Lektorin Anna Adornetto, 46, stammt aus Sizilien und hat beim Jugendtreffen als Freiwillige geholfen. Damit, die deutsche Fürbitte vorzutragen, hatte sie nicht gerechnet:
„Ich sollte nicht lesen, ich sollte nur die Leute führen zum Reinkommen oder Rausgehen. Und plötzlich haben sie mich um diese Fürbitte gebeten. Lesen auf deutsch,“ berichtet Anna direkt im Anschluss an die Messe. Da sie aus beruflichen Gründen in der Schweiz lebt, spricht die Italienerin auch Deutsch. „Es war ein Geschenk für mich. Ich konnte wirklich auch Papa Leone sehen, ihm sehr nah sein, und zusammen mit ihm beten. Schön für mich gewesen ist, dieses Gebet mit allen jungen Leuten. Und dass es Papa Leone so gefreut hat, bei uns zu sein“, berichtet die 46-jährige freiwillige Helferin.
Papst Leo XIV. in Assisi: Das berichten eine freiwillige Helferin, ein Südtiroler und eine Deutsche (Audio-Beitrag von Radio Vatikan)
Auch für den 25-jährigen Francesco, der aus Bozen (Südtirol) mit einer Jugendgruppe gekommen ist, war die Messe mit Papst Leo etwas ganz Besonderes.
„Ich glaube, wir alle haben uns sehr gefreut. Die Messe war einfach sehr wichtig für uns und auch die Predigt hat uns sehr gerührt und auch bewegt. Der Papst hat heute auch die Gelegenheit genutzt, das Leben von Franziskus zusammen mit dem heutigen Feiertag zu verbinden, also der Verklärung des Herrn. In der Predigt ging es darum, dass wir uns genauso wie Franziskus von Gott bewegen lassen sollen, um durch die Beziehung zu ihm auch verändert zu werden, also besser zu werden und generell Gutes zu tun.
„Der Papst hat uns auch ermutigt bzw. quasi beauftragt, hinaus in die Welt zu gehen, dort wo es nötig ist, also dort, wo beispielsweise die Würde von Menschen verletzt wird, wo Menschen einsam sind, verlassen, wo Trauer oder auch ein Krieg herrscht und uns durch die Liebe Gottes bewegen zu lassen und diese auch in die Welt hinauszutragen“
Außerdem hat uns der Papst uns auch ermutigt bzw. quasi beauftragt, hinaus in die Welt zu gehen, dort wo es nötig ist, also dort, wo beispielsweise die Würde von Menschen verletzt wird, wo Menschen einsam sind, verlassen, wo Trauer oder auch ein Krieg herrscht und uns durch die Liebe Gottes bewegen zu lassen und diese auch in die Welt hinauszutragen.“
Papst beantwortet Fragen junger Leute
Vor der Messe, beim Jugendtreffen, hatte Papst Leo XIV. Fragen von einigen jungen Leuten beantwortet – drei Jugendliche waren ausgewählt worden, stellvertretend für alle. Francesco aus Südtirol dazu:
„Ich finde es immer sehr schön, wenn es diese Art von Kommunikation zwischen uns – wie soll ich sagen, dem Volk, den Gläubigen und dem Papst, also der Kirche – gibt. Wir können dabei unsere Fragen an das Kirchenoberhaupt stellen und eine Rückmeldung erhalten. Und diese Kommunikation unterstützt uns auch im Glauben, also wie wir die Bibel oder das Wort Gottes interpretieren sollen und auch ausleben sollen. Und deswegen habe ich das wirklich sehr bewundernswert gefunden.
„Sehr schön, wenn es diese Art von Kommunikation zwischen uns – wie soll ich sagen, dem Volk, den Gläubigen und dem Papst, also der Kirche – gibt“
Und ich glaube, wir haben auch sehr interessante Fragen gestellt, beispielsweise, wie wir handeln sollen, falls wir uns einsam fühlen oder wie wir unser Leben einsetzen sollen für andere. Und der Papst hat, glaube ich, uns sehr gute Antworten gegeben, die uns auf dem Weg helfen können.“
Dass es bei der Jugendbegegnung die Gelegenheit gab, dem Papst Fragen zu stellen, findet auch die 20-jährige Smilla aus Deutschland gut. Sie spricht kein Italienisch, hat aber doch etwas verstanden:
„Ich habe eine Frage mitbekommen: ,Es sind viele junge Leute, die glauben, aber sie glauben nicht an die Kirche.` Das hat mich schon bewegt, denn ich merke immer mal wieder, mit der Institution Kirche habe ich auch meine Schwierigkeiten“
„Ich habe eine Frage mitbekommen: ,Es sind viele junge Leute, die glauben, aber sie glauben nicht an die Kirche.` Das hat mich schon bewegt, denn ich merke immer mal wieder, mit der Institution Kirche habe ich auch meine Schwierigkeiten. Und ich habe vom Papst so viel verstanden, dass er wirklich ermutigt hat, da dranzubleiben. Und ich musste sofort an das Bild des Heiligen Franziskus denken, wie er in der Kirche steht und versucht, sie noch zu stützen. Das war für mich noch mal so richtig eine Ermutigung, dass ich in dieser Kirche arbeiten möchte, um etwas zu verändern, damit sich mehr Menschen wieder in die Kirche rein trauen.“
„Ich musste sofort an das Bild des Heiligen Franziskus denken, wie er in der Kirche steht und versucht, sie noch zu stützen. Das war für mich noch mal so richtig eine Ermutigung, dass ich in dieser Kirche arbeiten möchte, um etwas zu verändern, damit sich mehr Menschen wieder in die Kirche rein trauen“
Franziskaner zum Papstbesuch
Bei Santa Maria degli Angeli traf Papst Leo XIV., der selbst dem Augustinerorden angehört, in Assisi kurz einige Mitglieder der Franziskanischen Orden unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Mit dabei war auch der deutsche Bruder Thomas Freidel ofm conv.. Er berichtete uns anschließend:
„Wir haben uns kurz unterhalten über einen gemeinsamen Bekannten, ein deutscher Augustiner, den ich schon seit jungen Jahren kenne und er hat dann Grüße an ihn ausgerichtet. Die beiden kennen sich natürlich auch, weil er ja General der Augustiner war. Es war ein kurzes,nettes Gespräch und irgendwie familiär.“
„Wir haben uns kurz unterhalten über einen gemeinsamen Bekannten, ein deutscher Augustiner, den ich schon seit jungen Jahren kenne und er hat dann Grüße an ihn ausgerichtet“
Der Franziskaner Bruder Andreas Brunner kommt aus der Schweiz, lebt aber schon lange im Convento della Porziuncola bei Santa Maria degli Angeli in Assisi. Auch er konnte Leo XIV. kurz persönlich begrüßen:
„Weil wir dort unser Kloster haben, haben wir auch das große Glück gehabt, dass wir ihm persönlich begegnen konnten. Ein Kloster, in dem übrigens mehr als 60 Brüder wohnen. Und so ist er zu uns gekommen und hat jedem von uns persönlich die Hand gegeben. Das ist schon ein riesengroßes Glück“
„Weil wir dort unser Kloster haben, haben wir auch das große Glück gehabt, dass wir ihm persönlich begegnen konnten. Ein Kloster, in dem übrigens mehr als 60 Brüder wohnen. Und so ist er zu uns gekommen und hat jedem von uns persönlich die Hand gegeben. Das ist schon ein riesengroßes Glück. Auch wenn es nicht das erste Mal gewesen ist , dass ich ihm persönlich begegnen durfte, so ist es doch immer ein großes und schönes Ereignis, für das wir wirklich unglaublich dankbar sind.“
vatican news – sst, 6. August 2026
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06. August 2026


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