Herz-Jesu Monat Juni

Der ganze Monat Juni ist besonders der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu gewidmet

Quelle
Literatur: Hl. Maria Margareta Alacoque
Kathpedia –  Hl. Maria-Margareta Alacoque
Heiigenlexikon

Der ganze Monat Juni ist besonders der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu gewidmet. Die Herz-Jesu-Verehrung hat eine lange Tradition in der katholischen Kirche und geht bereits auf das frühe Mittelalter zurück.

Zwölf Verheissungen des Herrn an die Verehrer seines göttlichen Herzens, die der heiligen Maria Margareta Alacoque (1647-1690) geoffenbart wurden:

1. Ich werde ihnen alle in ihrem Stande notwendigen Gnaden geben.

2. Ich werde ihren Familien den Frieden schenken.

3. Ich werde sie in all ihren Leiden trösten.

4. Ich werde ihre sichere Zufluchtsstätte im Leben und besonders im Tode sein.

5. Ich werde ihre Unternehmungen mit überreichem Segen begleiten.

6. Die Sünder werden in meinem Herzen die Quelle und das unendliche Meer der Barmherzigkeit finden.

7. Die lauen Seelen werden eifrig werden.

8. Die eifrigen Seelen werden schnell zu großer Vollkommenheit gelangen.

9. Ich werde die Häuser segnen, in denen das Bildnis meines heiligsten Herzens aufgestellt und verehrt wird.

10. Den Priestern werde ich die Gabe verleihen, selbst die härtesten Herzen zu rühren.

11. Die Namen aller, die diese Andacht verbreiten, werden in meinem Herzen eingeschrieben sein und niemals daraus getilgt werden.

12. Im Übermass der Barmherzigkeit meines Herzens verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen neun Monate nacheinander kommunizieren werden, die Gnade eines bussfertigen Endes gewähren wird, so dass sie weder in meiner Ungnade noch ohne den Empfang der heiligen Sakramente sterben werden; mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein.

Beichten wir!
Kommunizieren wir!

Halten wir die Herz-Jesu-Freitage!

Was besagt die Herz-Jesu-Verehrung? Was ist ihr Objekt? Ist es ein reines Symbol?

Hier einige Gedanken zum Gegenstand der Herz-Jesu Verehrung:

Das leibliche Herz Jesu ist als Herz des Gottmenschen anbetungswürdig im vollen Sinne des Wortes. Das Herz Jesu wird angebetet, nicht für sich allein genommen als leibliches Organ, unter Absehung von der Gottheit, wie die jansenistische Synode von Pistoia 1786 unterstellte, sondern als untrennbar verbunden mit der Person des Wortes.

Der besondere Gegenstand der Andacht zum Herzen Jesu ist das Herz im wahren und eigentlichen, jedoch erweiterten Sinne, nämlich das leibliche Herz in Verbindung mit dem gesamten gott-menschlichen Innenleben, dessen vorzüglichstes Organ das Herz ist.

Herz im engeren, eigentlichen Sinne ist ein bestimmtes einzelnes Organ des menschlichen Körpers.

Die Heilige Schrift und die Überlieferung gebrauchen das Wort aber oft in einem erweiterten Sinne, so dass noch andere leibliche und seelische Bestandteile oder Kräfte im Innern des Menschen in dieser Bezeichnung zusammengefasst werden. Man kann sagen: Das Herz in diesem durchaus wahren und eigentlichen, aber weiteren Sinne ist die Seele mit ihren geistigen und sinnlichen Vermögen nebst den körperlichen Organen, die der Seele zu den sittlichen Akten und Affekten dienen, unter ihnen ganz besonders das leibliche Herz, das der Grundbestandteil des erweiterten und höheren, biblischen Herzbegriffes ist.

In diesem Sinne der erkennenden, liebenden und fühlenden Seele spricht die Heilige Schrift vielhundertmal von dem Herzen, etwa wenn sie von uns verlangt, Gott von ganzem Herzen zu dienen und ihn aus ganzem Herzen zu lieben, das Herz der Klugheit zuzuneigen (Prov. 2,2), das Herz Gott darzubieten, oder wenn Jesus von der Traurigkeit spricht, die das Herz der Apostel ergriffen hatte (Joh. 16, 6), oder von der Freude ihres Herzens, die niemand ihnen nehmen werde (Joh. 16, 22).

Auch bei den heiligen Vätern und den grossen Theologen aller Jahrhunderte ist diese Begriffserweiterung des Wortes Herz völlig eingebürgert. Darum ist es von vorneherein wahrscheinlich, dass dieser erweiterte, biblische und traditionelle Herzbegriff der Bezeichnung Herz-Jesu-Andacht zugrunde liebt.

In vollem Einklang hiermit steht die Geschichte der Andacht. Den Anlass zu ihrer allgemeinen Verbreitung gaben Privatoffenbarungen, die der heiligen Maria Margareta Alacoque in den Jahren 1673-75 zuteil wurde. Nach und nach wurden zahlreiche Bruderschaften zu Ehren des göttlichen Herzens errichtet und die kirchliche Festfeier für einzelne Länder oder Bistümer (zuerst 1765 für Polen) genehmigt. Gegen die heftigen Angriffe seitens der Jansenisten nahm Pius VI. die Herz-Jesu-Andacht in der Bulle Auctorem fidei 1794 in Schutz.

Pius IX. ordnete im Jahr 1856 das Herz-Jesu-Fest für dei ganze Kirchen an, und Leo XIII. erhob es 1889 zu einem Feste erster Klasse. Derselbe Papst approbierte 1899 die „Litanei vom heiligsten Herzen Jesu” und vollzog bei der Jahrhundertwende 1899, wie schon vorher Pius IX. 1875, feierlich die Weihe der ganzen Welt an das göttliche Herz Jesu.

Gegenstand dieser Andacht ist also das Herz Jesu in dem so erklärten erweiterten und höheren Sinne, also sein leibliches Herz in Verbindung mit dem gesamten menschlichen Innenleben, dessen Organ es ist.

Papst Pius XII. hat ebenfalls erklärt, warum das „Herz” Wirklichkeit und Symbol zugleich ist, nämlich in seiner Enzyklika Haurietis aquas: „Es ist ein doppelter Grund, warum die Kirche dem Herzen des göttlichen Erlösers die Verehrung der Anbetung erweist. Der erste Grund trifft auch auf die anderen hochheiligen Glieder des Leibes Jesu Christi zu und besagt, daß das Herz Jesu als edelster Teil der menschlichen Natur mit der Person des göttlichen Wortes hypostatisch verbunden ist; daher dieselbe Verehrung der Anbetung, die die Kirche der Person des fleischgewordenen Sohnes Gottes erweist.”

Als zweiten Grund nennt der große Pacelli-Papst: „Das Herz des göttlichen Erlösers ist mehr als alle anderen Glieder seines Leibes ein natürliches Kennzeichen bzw. Symbol für seine Liebe zum Menschengeschlecht; und im heiligsten Herzen liegt das Symbol und das ausgeprägte Bild der unbegrenzten Liebe Jesu Christi vor, die uns zur gegenseitigen Liebe bewegt.”

Dieselbe Bedeutung wohnt den Worten inne, die Jesus an die heilige Margareta Maria Alacoque richtete: „Siehe dieses Herz, das die Menschen so geliebt hat, daß es bis hin zur Erschöpfung und Verzehrung an nichts sparte, um ihnen seine Liebe zu bezeugen.”

Dieselbe Bedeutung wird ersichtlich aus der Verheißung, daß Jesus sein Herz über alle seine Verehrer in Freigebigkeit erweitern werde.

Das kann von dem leiblichen Herzen im engeren Wortsinne nicht gesagt sein, sondern verweist uns deutlich auf den weiteren Begriff des Herzens. Besonders klar geschieht dies durch die Herz-Jesu-Litanei, in welcher von dem einen Herzen, dem Gegenstande der kirchlichen Andacht, leibliche und geistige Eigenschaften und Tätigkeiten ausgesagt werden.

Wenn das leibliche Herz Jesu zugleich ein Symbol genannt wird, so ist dies mit dem Gesagten aufs beste vereinbar. Denn nach allgemeiner Anschauung der Menschen bietet sich das leibliche Herz als das natürliche Symbol des Innenlebens und besonders der Liebe dar. Demgemäß hat Jesus sein leibliches Herz in den Erscheinungn vor der hl. Margareta als Symbol seiner Liebe gezeigt, und so wird es uns in den Herz-Jesu-Bildern vor Augen gestellt. Aber das leibliche Herz und das gottmenschliche Innenleben Jesu sind nicht zwei, sondern zusammen der eine adäquate Gegenstand der Andacht. Gewiß kann man das Herz anbeten, ohne des inneren Lebens Jesu zu gedenken, oder man kann sein Innenleben verehren, ohne es mit seinem Herzen in Verbindung zu bringen. Aber in beiden Fällen wäre es nicht die Herz-Jesu-Andacht, welche die Kirche unter diesem Namen übt.

Daß es innerlich tief begründet ist, diese Andacht zu pflegen, erhellt sich aus dem Gesagten. Das leibliche Herz ist das vorzüglichste Organ der Menschheit Jesu, sozusagen die Quelle seines zu unserer Erlösung vergossenen Blutes. Nach seinem Tode wurde es von der Lanze durchbohrt, und Blut und Wasser, die Sinnbilder der Eucharistie und Taufe, flossen aus ihm hervor. Namentlich wird uns aber, wie wir gesehen haben, mit dem leiblichen Herzen das ganze Innenleben Jesu, der ganze Schatz seiner unvergleichlichen Tugenden, besonders seine grenzenlose Liebe vor Augen geführt und zur Verehrung vorgestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Die drei Säulen der röm. kath. Kirche

monstranz maria papst-franziskus

Archiv

Empfehlung

Ausgewählte Artikel