Wer seinen christlichen Glauben praktiziert, für den ist Gott kein Unbekannter!

Die Liebe des Vaters wird offenbar durch den Sohn im Heiligen Geist!

Joseph_von_NazarethQuelle
Hl. Josef – Schutzpatron

Dreifaltigkeitssonntag A (11.06.2017)

L1: Ex 34,4b.5-6.8-9; L2: 2 Kor 13,11-13; Ev: Joh 3,16-18

Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wer seinen christlichen Glauben praktiziert, für den ist Gott kein Unbekannter! Jedenfalls möchte man dies so voraussetzen: Denn wenn wir regelmässig, ja täglich beten, dann tun wir dies immer wieder im Namen des dreifaltigen Gottes; das Kreuzzeichen erinnert uns daran. Die Teilnahme an der Heiligen Messe am Sonntag und vielleicht auch am Werktag lässt uns ebenso immer wieder das Geheimnis des dreifaltigen Gottes aufleuchten. Denn in der Liturgie beten wir durch Jesus Christus im Heiligen Geist zu Gott dem Vater. Wir sind, so kann man es kurz zusammenfassen, im Grunde vertraut mit dieser wichtigen Glaubenswahrheit: Es gibt nur einen einzigen Gott, und dieser eine und einzige Gott lebt und existiert in drei göttlichen Personen!

Freilich ist genau hier bei aller inhaltlichen Festlegung auch eine Grenze unserer Klarheit erreicht: Denn da Gott der „ganz Andere“ ist und wir ihn hier auf Erden nicht unmittelbar „schauen“ (was erst im Himmel der Fall ist), eben darum bleibt er uns in gewissem Sinn immer auch fremd und unbekannt. Hätte sich uns Gott nicht in seinem Sohn Jesus Christus offenbart, also erschlossen und mitgeteilt, wir würden Gott wohl nur aus der Ferne erahnen können und ihn nicht wirklich als einen Gott erfahren, der uns ganz persönlich liebt und uns nahe sein will.

Im Alten Testament gab es das Verbot, sich von Gott oder dem Göttlichen irgendwelche irdischen Bilder zu machen: keine geschöpfliche Wirklichkeit kommt Gott dem Schöpfer gleich! Die Heiden hatten sich Götzenbilder und -statuen aus Holz, Stein oder Metall hergestellt und waren dabei in die Irre gegangen. Der wahre Gott lässt sich nicht nach Menschenart darstellen und begreifen; darum gab es im Alten Testament das Bilderverbot, das die Anbetung und Verehrung des einen und einzigen Gottes, des Schöpfers der ganzen Welt, fördern und sicherstellen sollte.

Allerdings heisst es schon im Alten Testament, auf der ersten Seite der Bibel, im Buch Genesis: „Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! … Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie.“ (Gen 1,26.27)

Ist das nicht grossartig? Gott der Schöpfer prägt sein eigenes Bild, sein eigenes Gleichnis ein, indem er den Menschen erschafft, den er emporhebt aus der übrigen Schöpfung. Wenn es überhaupt ein Gottesbild gibt, dann ist es der Mensch. So die Aussage schon des Alten Testaments.

Im Neuen Bund, den Gott mit den Menschen in Jesus Christus schliesst, ist uns durch den menschgewordenen Sohn Gottes zugleich auch Gott der Vater im Heiligen Geist offenbar geworden. So kann der Hebräerbrief über Jesus Christus in Beziehung zu Gott, seinem himmlischen Vater sagen: „Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3). In Christus also schauen wir den Vater. „Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat“ (Joh 12,44–45).

Seit Gott selbst Mensch geworden ist, hat er uns Kunde gebracht vom Geheimnis der Liebe in Gott. Ja, Gott liebt uns; er ist uns nicht fern! Er kommt in seinem Sohn Jesus Christus zu uns, um uns aufzunehmen in seine Familie: als Töchter und Söhne Gottes gehören wir zu ihm, kraft der heiligen Taufe.

Gott ist nicht auf uns angewiesen, doch in seiner unergründlichen Liebe hat er sich für immer an uns gebunden, indem er Mensch geworden ist. In Jesus Christus, dem Sohn Gottes, leuchtet uns die Liebe des himmlischen Vaters auf. Ein sprechendes Zeichen dafür ist das geöffnete Herz des Erlösers: seine Seite wurde am Kreuz durchbohrt von der Lanze des Soldaten, der sich damit versichern wollte, dass Jesus wirklich tot war. Ja, er war tot, weil er sein Leben hingegeben hatte aus Liebe zu uns Menschen, um uns von der Sünde und dem ewigen Tod zu erlösen. Aus diesem durch die Lanze geöffneten Herz des Erlösers flossen Blut und Wasser, womit der Quell der Gnade aus den Sakramenten der Eucharistie und der Taufe symbolisiert ist. Wir tun gut daran, uns in diesem Herzen zu bergen! Denn es steht jedem offen, der die Gemeinschaft mit Gott dem Vater sucht. Der Sohn eröffnet uns den Zugang; im Heiligen Geist haben wir Anteil an der Gnade des Erlösers.

Der heute in Österreich begangene Vatertag erinnert uns an die grosse Aufgabe und wichtige Sendung unserer Väter: Sie sind da für ihre Frauen und die Kinder. Sie brauchen unser Gebet und unsere Unterstützung. Nur wenn die Ehen und Familien aus der Beziehung mit Gott her stark sind, hat unsere Gesellschaft Zukunft! Setzen wir nur auf unsere eigenen Kräfte, dann zerbricht alles. Doch wenn wir auf Gott vertrauen, können wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.Das Beispiel des heiligen Josef von Nazareth zeigt uns, wie sehr gute Väter herausgefordert sein können. Gott hatte dem heiligen Josef das Kind Jesus und seine Mutter Maria anvertraut. Josef war nicht der biologische Vater des Jesuskindes; denn Maria hatte als Jungfrau das Kind vom Heiligen Geist empfangen. Es ist dies ein Wunder der Schöpfermacht Gottes, kein natürlicher Vorgang. Doch Josef von Nazareth war im rechtlichen Sinn der Vater Jesu, und auch die Heilige Schrift spricht von Maria und Josef als den Eltern Jesu. In Liebe sorgte er für das Kind und dessen Mutter. Dies ging bis zum Einsatz seines Lebens, wenn wir an die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten denken.

Josef von Nazareth hat als guter Hausvater Gott die Ehre gegeben und für die Seinen gesorgt. Bitten wir ihn um seine Fürbitte für alle Männer und Väter, damit auch sie gläubig und zuversichtlich ihren Weg hier auf Erden gehen, indem sie Gott dienen und in Liebe für ihre Familien da sind. Amen.

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