“Glaube schafft Wunder und nicht Profit”

Papstpredigt: “Glaube schafft Wunder und nicht Profit”

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Der wahre Glaube schafft Wunder, wenn der Gläubige gegenüber seinen Mitmenschen offen ist und vergibt. Daran erinnerte der Papst in der Frühmesse an diesem Freitag. In seiner Predigt in der Casa Santa Marta sprach Franziskus über die Hilfe Gottes, die den Gläubigen niemals zu einer egoistischen und profitorientierten Religiosität führt.

Das Tagesevangelium (Mk 11, 11-25) stellt verschiedene Lebensmodelle vor: Die Verfluchung des Feigenbaums sei ein Zeichen für ein steriles Leben, das sich nicht um das Gute kümmere, so der Papst: “Man lebt da nur für sich, ruhig, egoistisch und will einfach keine Probleme. Doch Jesus verflucht diesen Feigenbaum, weil er eben steril ist und keine Früchte hervorbringen will. Das sind also jene Menschen, die nicht helfen wollen, die nur für sich leben und schauen, dass ihnen selber nichts fehlt. Doch solche Menschen werden neurotisch! Jesus verurteilt die geistliche Sterilität. Das führt zu einem geistlichen Egoismus. Da sagt man: ich lebe für mich, mir fehlt nichts und die anderen sollen selber schauen, wie sie zurechtkommen.”

Ein zweites Lebensmodell, welches das Tagesevangelium vorstellt, ist jenes der Profitorientierten im Tempel. Sie nützen auch den heiligsten Ort aus, um an ihre Geschäfte zu denken. Ihr Gott ist das Geld. Doch Jesus habe eines klar gestellt: sein Haus ist ein Gebetshaus und kein Ort für Geschäftemacherei. “Jene, die zum Tempel pilgerten, wollten den Segen des Herrn und deshalb waren sie bereit, auch ein Tieropfer zu spenden. Doch im Tempel wurden diese Gläubigen ausgenutzt! Die Priester brachten ihnen nicht bei zu beten und es fand auch kein Katechismus statt. Es war – wie Jesus selber sagte – eine Räuberhöhle. Da wurden sinnlose Riten zelebriert, erbarmungslos. Vielleicht geschieht das ja heute noch, ich weiss nicht? Vielleicht gibt es Menschen, die Gott für den eigenen Profit benutzen.”

Die dritte Lebensart hingegen ist das Glaubensleben, wie es Jesus aufzeigt und zwar ein absolutes Vertrauen in Gott, so der Papst. “Das ist der Lebensstil des Glaubens, da fragt einer: Pater, was kann ich dafür tun? Und die Antwort lautet: Frag den Herrn, der dir helfen wird, Gutes zu tun und zwar mit dem Glauben. Es braucht aber eine Bedingung: wenn ihr in euren Gebeten gegen einen anderen Menschen etwas bittet, dann bittet Gott um Vergebung. Das ist die einzige Voraussetzung: immer um Vergebung bitten! Denn auch Gott im Himmel vergibt uns immer. Das dritte Lebensmodell ist also jenes: einen festen Glauben haben, um andere Menschen zu helfen und dies schafft Wunder.”

rv 29.05.2015 mg

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