Der Geist der Weisheit

Ein Gegenmittel gegen die Oberflächlichkeit und Bedeutungslosigkeit

Redebeitrag von Bischof Charles Edward Drennan, Bischof von Palmerston North (Neuseeland)

Vatikanstadt, 19. Oktober 2012, zenit.org

Während der 15. Generalkongregation der Bischofssynode am Dienstag, dem 17. Oktober, sprach Bischof  Charles Edward Drennan über die Notwendigkeit guter katholischer Schulen für die Weitergabe des Glaubens.

Wir veröffentlichen den zusammengefassten Redebeitrag in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:

In Diözesen laizistischer Länder mit einem Netzwerk katholischer Schulen und Colleges ist die Schule zur wichtigsten Glaubensgemeinschaft geworden. Hier macht der Grossteil der Getauften zum ersten Mal auf systematische Weise die Erfahrung der Begegnung mit der Person Jesu Christi; mit dem Gebet, der Liturgie und dem sakramentalen Leben der Kirche. Oft waren nicht Eltern , sondern Lehrer die ersten, die unsere Kinder im Glauben unterwiesen haben. Die katholischen Schulen sind nicht das Ergebnis der Sendung der Kirche – sie sind deren Träger. Zu den verschiedenen tragenden Säulen einer Schule, die sich der neuen Evangelisierung verschrieben hat, gehören:

1. Die Begegnung mit Jesus Christus: die Freundschaft mit dem auferstandenen Herrn lässt unsere Schulen das Gebet, die Liturgie und den Respekt fördern, der daher rührt, dass wir uns den anderen gegenüber wie Brüder und Schwestern verhalten, sowie den Dienst der Nächstenliebe.

2. Die Diakonie der Wahrheit: in Gesellschaften, wo Relativismus und Individualismus ein tragisches Trümmerfeld moralischer Verwirrung und zunichte gemachter Ziele hinterlassen haben, stellen unsere Schulen ein herausragendes Zeichen der Hoffnung dar. Das Wissen um die liebende Wahrheit Jesu und seines Evangeliums, das kreativ und lebensverändernd ist, “performativ”, nicht nur “informativ” (Spe salvi, Nr. 2), lässt unsere Kinder das Gute erkennen: den Weg inneren Friedens, innerer Schönheit und Respekt für den anderen und vor sich selbst.

3. Der Geist der Weisheit: ein Gegenmittel gegen die Oberflächlichkeit und Bedeutungslosigkeit, die junge Menschen in die Irre führen können, und eine Grundlage, auf der man die Kunst der Unterscheidung und der Kritik fördern kann.

4. Das Bewusstsein, dem Gottesvolk anzugehören: Identität und Überzeugung werden stimuliert, wenn in der Schule das kirchliche Glaubenslebens gepflegt wird. Von wesentlicher Bedeutung ist eine offene Anerkennung der Bedeutung des Tags des Herrn und die Teilnahme an der Heiligen Messe.

Wenn der Vorrangstellung des Glaubens bei Lehrern und Schülern in unseren Pfarreien genügend Resonanz und Verantwortung gegeben wird, dann werden die Schulgemeinschaften selbst viel für die Erneuerung der Pfarreien tun können.

Junge Menschen, die vom Wunder des Lebens der Wahrheit, Güte und Schönheit Gottes ergriffen sind, werden nämlich in ihren Familien zu ausserordentlichen Zeugen des Lebens in Christus, das die neue Evangelisierung jedem von uns erneut vor Augen stellt.

SpeSalvi: Enzyklika über die christliche Hoffnung

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