Wer ist Kirche? Was für eine Kirche?

Bin ich auch Kirche? Bin ich “Wir sind Kirche”?

München, kath.net, 06. Mai 2011

Ich bin nicht ‘Wir sind Kirche’!

Würden denn “unsere Kirchen wieder voll sein, wenn den Forderungen von “Wir sind Kirche”, dem Theologenmemorandum und ähnlichem stattgegeben wird?”  Ein Gastkommentar von Leopold von Gumppenberg

“Wir sind Kirche” – Wer ist Kirche? Was für eine Kirche? Bin ich auch Kirche? Bin ich “Wir sind Kirche”?Manchmal herrscht bei bestimmten Dingen eine Divergenz in der Richtigkeit ihres Auftretens. So ist dies auch bei der Gruppierung “Wir sind Kirche”. Immer wenn es um Kritik geht, stehen deren Mitglieder in erster Reihe und werden gerne und häufig zitiert. Verständlich angesichts der Tatsache, dass dieser vielversprechende Name ja auch impliziert, dass diese Gruppe durchaus ein breites Fundament aufweist und hier eine grosse Personenanzahl dahinter steht. Doch ist dies tatsächlich so? Wie soll deren “Kirche” aussehen?Ich für meinen Teil bin nicht “Wir sind Kirche”! Jedoch bin ich seit meiner Taufe vor 24 Jahren Mitglied und Teil der einen, heiligen, römischen, katholischen und apostolischen Kirche. Ich und noch weitere 1.181.000.000 Menschen auf der Welt, davon 408.000 Priester und 815.000 zölibatär lebende Ordensleute. Das wäre in meinen Augen die legitime Berechtigung zu behaupten: Wir sind Kirche! Und was bedeutet für mich diese, unsere Kirche? Sie bedeutet für mich Rückhalt und Geborgenheit! Sie bedeutet Hilfe bei der Bewältigung dieser unfassbaren, ja teilweise unerhört erscheinenden, aber wunderbaren Geheimnisse. Geheimnisse wie das Dasein eines Gottes als Schöpfer, wie die Menschwerdung eines Gottes, die Auferstehung der Toten, das ewige Leben und vieles andere mehr! Dies sind die Inhalte unseres katholischen Glaubensbekenntnisses. Dies sind die fundamentalen Grundpfeiler unseres Glaubens und dadurch das entscheidende, ja das wichtigste, was unser Kirche zu bieten hat.
Und nun kommt “Wir sind Kirche” und versucht, die zurückgehende Zahl der Gottesdienstbesucher und ähnliches durch eine Strukturkrise zu erklären. Ist es tatsächlich so einfach? Würden unsere Kirchen wieder voll sein, wenn den Forderungen von “Wir sind Kirche”, dem Theologenmemorandum und ähnlichem stattgegeben wird? Schauen wir uns doch um. Unsere Brüder in der evangelischen Kirche haben all das, was gefordert wird: keinen Zölibat, Frauenpriestertum, demokratische Strukturen usw. Und sind deren Kirchen voll? Nein, sie plagen genau die gleichen Probleme, wie sie bei uns herrschen.

Es handelt sich mithin doch nicht, wie von “Wir sind Kirche” prognostiziert, um eine Strukturkrise! Wir haben eine Gotteskrise, eine Glaubenskrise! Es geht darum, die teilweise oben dargestellten Geheimnisse unseres Glaubens zu verstehen! Dies ist ein schwerer und steiniger Weg. Und sicherlich wird man Rückschläge erfahren und nicht jeder wird genug Kraft haben, den Weg zu Ende zu gehen. Doch er führt zu einem unbeschreiblichen Gottesbewusstsein, zu einem unglaublichen Glück.

Auf diesem Weg braucht man allerdings Führung und Hilfe! Und was liegt näher, als diese Hilfe durch die von Jesus Christus persönlich eingesetzte und seit 2000 Jahren bestehende katholische Kirche zu bekommen! Letztlich kann jeder, der soweit ist und diesen Weg gegangen ist, gar nicht anders, als jeden Sonntag voller Freude in die Hl. Messe zu gehen. Unsere Kirchen wären, ohne jede Änderung einer Struktur, wieder voll.

Die Hl. Mutter Teresa hat einmal auf die Frage eines Journalisten, was sich an der Kirche ändern muss, die ideale Antwort gegeben. Sie sagte zu ihrem Gegenüber: Sie und ich! Dies ist meine Kirche und auf sie vertrauen heisst, Gott zu vertrauen!

Quelle
Gruppierungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Die drei Säulen der röm. kath. Kirche

monstranz maria papst-franziskus

Archiv

Empfehlung

Ausgewählte Artikel