Deutschland
Lampedusa-Besuch hat Resonanz in der Politik
Knapp eine Woche nach dem Papstbesuch auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa haben Politiker von SPD, CDU und Grünen die Initiative gewürdigt. Der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl äusserte sich dagegen zurückhaltend. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, Papst Franziskus habe „zu Recht an unsere Pflicht zur Hilfe“ erinnert. Die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt forderte mehr Geld für die zu Italien gehörende Insel Lampedusa: „Dort, wo die Flüchtlinge zuerst ankommen, fehlt finanzielle Unterstützung – während das Budget der Grenzschutztruppe Frontex sich in fünf Jahren fast verzehnfacht hat.“
P. Graulich
Neue Vatikangesetze sind eine Präzisierung
Vatikanisches Strafgesetzbuch reformiert
Die Reform des vatikanischen Gesetzesbuches ist keine Verschärfung von Normen, sondern eine Präzisierung. Das betont im Gespräch mit Radio Vatikan der Richter an der römischen Rota und Salesianerpater Markus Graulich. Die Gesetzgebung des Vatikanstaates sei mittlerweile in Teilen obsolet geworden, da sie sich vor allem auf das Codice Zanardelli genannte italienische Strafgesetzbuch von 1889 stütze – Reformen wurden in der Zwischenzeit nur in kleinerem Ausmass durchgeführt. Man müsse jedoch klar betonen, dass die aktuelle Reform des Strafgesetzbuchs den Staat des Heiligen Stuhls und nicht die Kirche beziehungsweise das kanonische Recht betreffe, so Pater Graulich weiter.
Vatikanbotschaft zum Welttourismustag:
„Wasser sparen!“
Der Vatikan hat Urlauber zum sparsamen Umgang mit Wasser ermahnt. In Hotels, Restaurants und anderen touristischen Einrichtungen stehe Wasser oft im Überfluss zur Verfügung, während die lokale Bevölkerung unter Mangel leide, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft zum Welttourismustag, der im September begangen wird. Tourismus solle „ökologisch, respektvoll und nachhaltig“ sein. Vorhandene Ressourcen müssten nach den Massgaben einer „grünen Wirtschaft“ genutzt werden.
Papst trauert um Opfer der Zugkatastrophe in Kanada
Papst Franziskus trauert um die Opfer der Zugkatastrophe im kanadischen Lac-Mégantic
Bei einer Explosion eines Tankzugs sind am Wochenende mindestens 13 Personen ums Leben gekommen. Noch immer werden Dutzende Menschen vermisst. Am Dienstagabend sandte der Papst ein Beileidstelegramm an die kanadische Bischofskonferenz.
Lac-Mégantic befindet sich im Erzbistum Sherbrooke. Der dortige Erzbischof Luc Cyr sagt im Gespräch mit Radio Vatikan, dass er mit dem Ortspfarrer in Kontakt sei.
„Die Bevölkerung dort ist geschockt. Es gibt noch so viele Familien, die noch vermisste Angehörige haben. Viele haben ihre Häuser verloren und viele haben auch ihre Arbeit verloren. Was hingegen positiv auffällt, ist die Solidaritätsbekundung. Das tut den Hinterbliebenen und der gesamten Gemeinschaft gut.“
Papst: ‚Der andere, der mein Wohlbefinden stört‘
Franziskus auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa
Quelle: Videos
KathTube: Grosser Jubel bei der Ankunft
„Wir sind eine Gesellschaft, die die Erfahrung des Weinens, des ‚Mit-Leidens‘ vergessen hat“ – Die Papstpredigt in voller Länge
Lampedusa, kath.net, 9. Juli 2013
kath.net dokumentiert die Predigt von Papst Franziskus
Trauer und Mahnung auf Lampedusa
„Sie suchten ein besseres Leben und fanden den Tod“
Original Vatikan: Predigt Papst Franziskus UPDATE
Quelle
Die Sündengeschichte der Menschheit von Adam und Kain angefangen zieht sich bis heute, die anklagende Frage „Wo ist dein Bruder?“ Gottes an Kain ist angesichts des Leidens der Flüchtlinge auch an uns gestellt. Dieser Gedanke zog sich durch die Predigt Papst Franziskus’ an diesem Montag in Lampedusa; ein Bericht von Pater Bernd Hagenkord.
Um Vergebung zu bitten war Papst Franziskus auf die Insel gekommen und um zu trauern. Ein Bussgottesdienst sollte es sein, den er mit den Menschen der Insel gemeinsam feiern wollte, und genau so hat der Papst ihn auch gestaltet.
Lampedusa-Besuch
Kranz vor der Küste für die Opfer
Papst Franziskus hat vor der Küste von Lampedusa einen Kranz ins Mittelmeer geworfen für die vielen Menschen, die bei der gefährlichen Überfahrt von Nordafrika ums Leben kamen. Danach traf er an diesem Montagvormittag einige Bootsflüchtlinge auf der Mittelmeerinsel. Franziskus begrüsste jeden Einzelnen persönlich und liess sich von einigen ihre Flucht schildern.
Die erste Reise nach seinem Amtsantritt soll die Europäer vor allem an das Schicksal der Bootsflüchtlinge erinnern, die auf der Überfahrt nach Europa jährlich zu Hunderten auf See umkommen, so der Papst bei seiner Ankunft auf Lampedusa. In den vergangenen drei Jahrzehnten sind Schätzungen zufolge mindestens 20.000 Menschen bei der Fahrt auf dem Mittelmeer ertrunken oder verdurstet. Im Namen aller Opfer und all jener, die es geschafft haben, sprach ein junger Nordafrikaner:




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