USA: Technischer Fortschritt braucht ethische Orientierung


Technologische Innovation und künstliche Intelligenz bieten große Chancen, werfen aber auch grundlegende ethische Fragen auf. Darauf weist der Apostolische Nuntius in den USA, Erzbischof Gabriele Caccia, beim G20 Interfaith Forum in Salt Lake City hin. Entscheidend sei, ob der Fortschritt tatsächlich dem Menschen diene. Auch Papst Leo XIV. richtet eine Botschaft an die Teilnehmer und ruft zu Menschenwürde, Religionsfreiheit und Gemeinwohl auf

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Technologischer und wirtschaftlicher Fortschritt muss sich nach Ansicht des Apostolischen Nuntius in den Vereinigten Staaten, Erzbischof Gabriele Caccia, am Wohl des Menschen orientieren. Bei der Eröffnung des G20 Interfaith Forum am 15. Oktober in Salt Lake City betont der Vatikanvertreter, dass technische Möglichkeiten allein keine Antwort auf grundlegende moralische Fragen geben könnten. „Die Technologie bietet außergewöhnliche Möglichkeiten. Aber Innovation allein sagt uns nicht, was gut ist“, erklärt Caccia vor Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften.Das internationale Forum findet vom 15. bis 17. Oktober unter dem Leitwort „Widerstandsfähige Hoffnung, gemeinsame Zukunft“ statt. Es bringt Religionsvertreter, Wissenschaftler, zivilgesellschaftliche Organisationen und politische Entscheidungsträger zusammen. Ziel ist es, religiöse Perspektiven in die internationale Debatte über globale Herausforderungen einzubringen und Impulse für die Beratungen der G20-Staaten zu geben.

Künstliche Intelligenz und die Würde des Menschen

In seiner Ansprache beschäftigt sich Caccia insbesondere mit den Auswirkungen neuer Technologien und der künstlichen Intelligenz. Wirtschaftliches Wachstum, Energiesicherheit und technologische Innovation müssten stehts an der Frage gemessen werden, ob sie tatsächlich dem Menschen zugutekämen. Der Nuntius verweist dabei auf die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV., die sich mit dem Schutz der menschlichen Würde im Zeitalter künstlicher Intelligenz befasst. Jede Generation trage die Verantwortung dafür, ihre Zeit so zu gestalten, dass die Würde des Menschen gewahrt bleibe.

Religionsgemeinschaften könnten hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Sie verfügten zwar nicht über technische Lösungen für jede wirtschaftliche oder technologische Herausforderung, hielten aber grundlegende Fragen, nach dem Sinn und der ethischen Verantwortung menschlichen Handelns wach.

Interreligiöser Dialog als gemeinsame Verantwortung

Caccia hebt die Bedeutung des interreligiösen Dialogs hervor. Dieser verlange nicht, die eigene religiöse Überzeugung aufzugeben. Vielmehr ermögliche gerade eine feste Verwurzelung im eigenen Glauben eine aufrichtige Begegnung mit anderen Religionen. Auch die Hoffnung, die im Mittelpunkt des Forums steht, dürfe nicht mit bloßem Optimismus verwechselt werden. Sie bedeute vielmehr die bewusste Entscheidung, gemeinsam an einer Zukunft zu arbeiten, in der der Mensch im Mittelpunkt stehe.

Papst Leo XIV. ruft zu Solidarität auf

Zum Abschluss seiner Ansprache übermittelt Caccia die Grüße von Papst Leo XIV. und verliest eine Botschaft, die Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Namen des Papstes an die Teilnehmer richtet. Darin äußert Leo XIV. die Hoffnung, dass das Treffen zu einem sichtbaren Zeichen der Solidarität innerhalb der Menschheitsfamilie werde. Zugleich solle es die internationale Zusammenarbeit zur Förderung der Menschenwürde, der Religionsfreiheit und des Gemeinwohls stärken. Der Papst ermutigt die Teilnehmer, ihre Gespräche von Respekt und gegenseitiger Achtung prägen zu lassen. Er versichert ihnen sein Gebet und wünscht dem Forum einen erfolgreichen Verlauf.

fides – vo, 17. Oktober 2026

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