Leo XIV.: Wahre Freiheit kommt aus der Beziehung zu Christus


In seiner Meditation im Stade de France hat Papst Leo XIV. die Jugendlichen aufgerufen, ihr Leben an Wahrheit, Freiheit und dem Guten auszurichten. Aus dem Ersten Timotheusbrief hob er drei Verben hervor: „meide, strebe, kämpfe“. Der christliche Kampf richte sich dabei nicht gegen andere, betonte der Papst: „Unsere einzige Waffe ist die Liebe, die sich verschenkt.“

Leo XIV.: Wahre Freiheit kommt aus der Beziehung zu Christus

Zuvor hatte der Papst mit den Jugendlichen einen Dialog geführt. Für die anschließende Meditation wurde die als Tunika Jesu verehrte Reliquie, die sonst in der Basilika Saint-Denys d’Argenteuil aufbewahrt wird, ins Stade de France gebracht. Dort wurde sie im Rahmen der Vigil gezeigt.

„Wo liegt die Quelle der wahren Freiheit?“, fragte der Papst beim gemeinsamen Abendgebet die Jugendlichen und gab mit einem Verweis auf Jesus die Antwort: „Die Wahrheit wird euch befreien.“ Die Quelle der wahren Freiheit sei „die lebendige Beziehung zu Jesus“, so Leo XIV. Für seine weiteren Überlegungen stellte er drei Verben aus dem Ersten Timotheusbrief ins Zentrum: meide, strebe, kämpfe.

Das bedeute, das Böse zu meiden, nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut zu streben und für das Gute zu kämpfen. Beim ersten Verb warnte Leo XIV. vor Stolz, Eitelkeit, Gewalt und Habsucht. Eine solche Lebensweise führe dazu, „dass man alles haben will, aber am Ende niemand ist; dass man eine Menge Likes erhält, aber mit sich selbst allein bleibt“.

Viele Likes und trotzdem allein

Stattdessen gelte es, nach „Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut“ zu streben. „Wer mit Gott lebt, strebt nach dem Besten“, so der Papst. Diese Dynamik des christlichen Lebens sei der Weg der Heiligkeit, auf dem Gott jeden Menschen begleite, unterstrich Leo, der als Beispiel den seligen französischen Pfadfinder und Arbeiter Marcel Callo nannte – unter den jungen Teilnehmern bei der Vigil waren auch viele Pfadfinder -, der selbst im Konzentrationslager am Streben nach dem Guten festgehalten habe. 

Je weiter man auf diesem Weg voranschreite, desto deutlicher werde, dass es nicht ausreiche, das Böse zu meiden, gab der Papst weiter zu bedenken: „Man muss sich für das Gute entscheiden.“ „Das Gute zu wählen ist der eigentliche Akt der Freiheit“, sagte Leo XIV. Dabei gelte das Kriterium: „Das Gute schenkt Leben und nimmt es niemals weg.“

Die Prinzipien der „Gleichheit und Brüderlichkeit“, die die französische Gesellschaft prägen, fänden hier ihre Grundlage. Mehr noch als rein gesetzliche Vorschriften seien sie „die radikalen und mutigen Entscheidungen eines freien Herzens“, so Leo XIV. Diese Prinzipien zu den eigenen zu machen, bedeute, sich dafür zu entscheiden, „wahrhaftige Männer und Frauen zu werden, frei von jeglichem Kompromiss“.

„Unser Kampf ist kein Kampf gegen andere“

Beim dritten Verb, dem „Kampf“, stellte Leo XIV. klar: „Unser Kampf ist kein Kampf gegen andere, er bedient sich nicht der Waffen der Gewalt, der Verachtung oder der Unterdrückung. Unsere einzige Waffe ist die Liebe, die sich verschenkt.“

Der Weg der Heiligkeit sei dabei kein Weg, den junge Christen allein gehen müssten. Die Gemeinschaft der Kirche und das Beispiel der Heiligen könnten Orientierung geben. Leo XIV. rief die Jugendlichen dazu auf, „Friedensstifter“ zu sein. In diesem Zusammenhang verwies er auf den „kleinen Weg“ der heiligen Theresia vom Kinde Jesus: die alltägliche Liebe als Grundlage für dauerhaften Frieden.

Anschließend richtete Leo XIV. den Blick auf Christus. In seinem „guten Kampf“ und seinem „guten Bekenntnis“ zeige sich die Erlösung, die Christus durch seinen Sieg über Sünde und Tod vollbringe. Die im Stadion ausgestellte Tunika und das Kreuz seien sowohl Zeichen des Leidens Christi als auch der Hoffnung, die aus Christi Sieg hervorgehe, unterstrich der Papst, der zum Abschluss die Jugendlichen aufrief, als „leuchtende Zeugen“ des Evangeliums zu leben und so dazu beizutragen, die Gesellschaft zum Besseren zu verändern.

vatican news – cs, 25. September 2026

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