Green Lava: Kurzdoku mit Vatikan-Beteiligung unterwegs zu Oscars
Der in Zusammenarbeit mit dem Vatikan entstandene Film „Green Lava“ wird ab diesem Freitag in Beverly Hills gezeigt und beginnt damit seinen Weg zur Qualifikation für die Kategorie „Bester Dokumentarkurzfilm“ bei den Oscars. Giacomo Mattivi hat eine seltene Muskelerkrankung. Wie er damit umgeht, zeigt er als Protagonist der Kurzdoku. Die Aussicht, ins Oscar-Rennen einzusteigen, sei eine Gelegenheit, „dass die Botschaft so viele Menschen wie möglich erreicht“, sagt er uns im Interview

Fabio Colagrande und Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
Eine Botschaft, die weit und breit ankommt
„Ich bin wirklich glücklich und begeistert von diesem Moment“, sagt Giacomo in einer Erklärung gegenüber Vatican Media, denn „Green Lava“ habe „ein breiteres Publikum erreicht und wird noch viele weitere Menschen erreichen“. In einer Zeit, die von „großer Unsicherheit und globalen Spannungen“ geprägt ist, kann der Film nach Ansicht des jungen Mannes „ein Schlüssel sein, um das Beste zu erkennen, das in jedem von uns steckt“.
Der 22-jährige Giacomo, der ursprünglich aus Baselga di Piné in der Provinz Trient stammt, hat eine seltene Muskelerkrankung, die Duchenne-Muskeldystrophie heißt. Sie führt zu Verlust der Muskelkraft und Muskelschwund. So ist er auf einen Rollstuhl sowie ein Beatmungsgerät angewiesen. Der Film zeigt, dass er sich nicht von seiner Krankheit definieren lässt. Giacomo studiert Soziologie, arbeitet als Katechet, schreibt Gedichte und hegt eine große Leidenschaft für Kino, Musik und Natur.
„Das Beste erkennen, das in jedem von uns steckt“
Zwischen Vorlesungen an der Universität, Fußballspielen mit Freunden, einem kleinen Eierverkaufsgeschäft und der Zeit mit seiner Familie schmiedet Giacomo weiterhin Pläne für die Zukunft und bewahrt gleichzeitig die Erinnerung an seinen Bruder Mattia, der im Januar 2022 an derselben Krankheit verstorben ist. Anstatt sich in Trauer zu verschließen, entschied sich die Familie Mattivi, sich anderen zu öffnen. Über den Verein zur sozialen Förderung „Shemà“ und das Projekt „Casa Iride“ arbeiten Giacomos Eltern, Stefano und Lara, mit jungen Menschen in Baselga di Piné zusammen und setzen sich für Gastfreundschaft, Inklusion und Friedenserziehung ein.
Vom Podcast zum Film…
Giacomos Geschichte wurde bereits 2024 von einem Podcast-Team von Radio Vatikan – Vatican News in der italienischen fünfteiligen Serie „Il talento di Giacomo. Il viaggio di un giovane poeta dalla disabilità all’ispirazione“ (Giacomos Talent: Die Reise eines jungen Dichters von der Behinderung zur Inspiration) erzählt. Durch Poesie, Musik und Glauben erklärte der junge Mann, wie Schwierigkeiten und der Verlust seines Bruders Mattia für ihn zu Quellen der Kreativität, des Zuhörens und der Offenheit gegenüber anderen geworden sind. Die Geschichte nahm die Themen vorweg, die „Green Lava“ nun auf die Leinwand bringt.
„Nur wer eine Brille trägt, versteht, wie schwer es ist, etwas zu sehen, wenn die Gläser beschlagen sind“
… und zu den Oscars
Der in Zusammenarbeit mit dem Vatikan entstandene Kurz-Dokumentarfilm, der vom 18. bis 24. September in der Lumiere Music Hall in Beverly Hills im Großraum Los Angeles gezeigt wird, beginnt damit seinen Weg zur Qualifikation für die Academy Awards. Regisseurin Lia Beltrami spricht von einem Leben, das „im Glauben gelebt“ wird, während der Leiter des Kommunikations-Dikasteriums im Vatikan, Paolo Ruffini, den Film als „Heilmittel für unsere getrübten Augen“ beschreibt.
Filmpremiere beim Heiligen Jahr
Unter der Regie von Lia Beltrami und Ali Aksu wurde „Green Lava“ von Emotions to Generate Change produziert und in Zusammenarbeit mit Vatican News, Radio Vatikan und Vatican Media – allesamt Teil des Dikasteriums für Kommunikation – realisiert. Der Dokumentarfilm, der auf Italienisch mit englischen Untertiteln vorliegt, feierte am 25. Januar 2025 in Rom im Rahmen des Heiligen Jahrs 2025 Premiere. Bei diesem Anlass traf Protagonist Giacomo auch den damaligen Papst, Franziskus.

Giacomo mit Papst Franziskus – Archivbild 2025
„Das Vermächtnis von Papst Franziskus darf nicht verloren gehen; im Gegenteil, es muss weitergeführt werden“
Giacomo erinnert im Interview mit uns an die Unterstützung durch das Dikasterium für Kommunikation und erkennt im Film ein Echo des Aufrufs von Papst Franziskus zu Brüderlichkeit, Gemeinschaft und Bewahrung der Schöpfung. „Darüber freue ich mich ganz besonders, denn das Vermächtnis von Papst Franziskus darf nicht verloren gehen; im Gegenteil, es muss weitergeführt werden“, sagt er.
Paolo Ruffini, Präfekt des Dikasteriums für Kommunikation, erinnert an die Vorstellung von „Green Lava“ beim Heiligen Jahr der Kommunikation und an eine Bemerkung, die Giacomo damals machte: „Nur wer eine Brille trägt, versteht, wie schwer es ist, etwas zu sehen, wenn die Gläser beschlagen sind.“
„‚Green Lava‘“, so Ruffini, „ist ein Heilmittel für unsere getrübten Augen, auch wenn wir keine Brille tragen.“ Es ist ein Film, der „lebendig und bewegend“ ist und zu „einer Reise in die umwälzende Schönheit des Lebens und der Freundschaft“ geworden ist.
„Reise in die umwälzende Schönheit des Lebens und der Freundschaft“
vatican news – sst, 18. September 2026
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