Weltalphabetisierungstag: Bildung als Weg aus der Armut
Weltweit besuchen rund 273 Millionen Kinder und Jugendliche keine Bildungseinrichtung. Darauf macht die österreichische Entwicklungsorganisation „Jugend Eine Welt“ anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8. September aufmerksam. Besonders betroffen seien Kinder und Jugendliche in Subsahara-Afrika sowie in Süd- und Zentralasien
Quelle
Internationaler Tag der Alphabetisierung | UNESCO/Übersetzung
Jugend Eine Welt – Wikipedia

Während für viele Schülerinnen und Schüler Anfang September der Unterricht wieder beginnt, bleibt der Zugang zur Bildung für Millionen Gleichaltrige im globalen Süden verwehrt. Zu den Hauptgründen zählen nach Angaben von „Jugend Eine Welt“ Armut, Kinderarbeit, fehlende Schulen, Konflikte, Flucht oder soziale Ausgrenzung.„Bildung bedeutet nicht nur lesen, schreiben und rechnen zu lernen“, betont Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von „Jugend Eine Welt“. Sie ermögliche jungen Menschen auch ihre Fähigkeiten zu entdecken, Selbstvertrauen zu entwickeln und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu erhalten.
Kinderarbeit und fehlende Bildung
Besonders problematisch sei der Zusammenhang zwischen Armut, Kinderarbeit und mangelnden Bildungschancen. Familien könnten es sich teilweise nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken, weil diese mit ihrer Arbeit zum Lebensunterhalt beitragen müssen. Dadurch verschlechtern sich wiederum ihre späteren Chancen auf qualifizierte Arbeit.
Die von „Jugend Eine Welt“ unterstützten Projektpartner setzen deshalb auf einen ganzheitlichen Bildungsansatz nach dem Vorbild von Don Bosco. Neben Schulen und Alphabetisierungskursen gehören dazu unter anderem Brückenkurse für den Wiedereinstieg ins Schulsystem, Förderunterricht, Berufsausbildungen und Arbeitsvermittlung. Auch Gesundheitsvorsorge, Ernährung und Kinderschutz sind Teil der Projekte.
Von der Feldarbeit zur Software-Entwicklerin
Wie Bildung einen solchen Lebensweg verändern kann, zeigt nach Angaben der Organisation das Beispiel der jungen Inderin Chantamma. Sie wuchs in einer armen Bauernfamilie auf und musste bereits als Kind auf dem Feld mitarbeiten. Nachdem sie im Alter von neun Jahren erkrankte, nahmen ihre Eltern sie ganz aus der Schule. Als ein Mitarbeiter eines Don Bosco Projekts auf sie aufmerksam wurde, konnte Chantamma nach Einwilligung ihrer Eltern eine Don Bosco-Schule besuchen. Sie lernte das Alphabet, gehörte später zu den Besten ihrer Klasse und erhielt ein Stipendium für eine berufsbildende Schule. Heute arbeitet sie als Software-Entwicklerin. „Kinderarbeit und fehlende Bildung verstärken sich gegenseitig“, so Heiserer. Bildung könne deshalb entscheidend dazu beitragen diesen Kreislauf zu durchbrechen.
7. September 2026, jugendeinewelt – vo
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..
Themen


Schreibe einen Kommentar