USA/Kanada/Mexiko: Bischöfe an Seite der Migranten


„Kein Migrant ist der Kirche fremd: In denen, die ihre Heimat verlassen, um Sicherheit und Würde zu suchen, erkennen wir das Antlitz Christi selbst auf seinem Weg“: das haben die Bischofskonferenzen von Mexiko, den USA und Kanada in einer gemeinsamen Erklärung bekräftigt

Quelle
Migranten

Sie wurde nach einer gemeinsamen Sitzung der Spitzen der drei Bischofskonferenz im mexikanischen Cuernavaca veröffentlicht.

„Die Grenzen zwischen den Nationen dürfen nicht zu Grenzen zwischen den Herzen werden“, zitiert Sir aus dem Dokument. „Die Kirche kann ein Ort sein, an dem Unterschiede aufeinandertreffen, an dem Dialog möglich ist und an dem Brüderlichkeit in Dienst am Nächsten zum Ausdruck kommt.“

Ortskirchen als einzige Anlaufstellen

In dem Schreiben berichteten die US-amerikanischen Bischöfe Daniel Flores und Óscar Cantú von ihren Erfahrungen an der Südgrenze: Als immer mehr Kinder und Familien, vor allem aus Mittelamerika, auf der Suche nach Asyl und Schutz ankamen, seien die Ortskirchen der Grenzstädte auf sie zugegangen. Nicht selten seien es die Behörden selbst gewesen, die die Kinder und Mütter in die Pfarreien brachten, „weil es sonst niemanden gab, der ihnen etwas zu essen geben konnte“, zitiert Sir aus dem Schreiben.

Verschärfung der Migrationspolitik

In den letzten Jahren habe die Verschärfung der Migrationspolitik in den USA dieses Bild verändert: Die Grenze sei fast vollständig geschlossen worden, auch für diejenigen, die aus Kriegsgebieten fliehen. Es seien stattdessen Programme zur Massenabschiebung auf den Weg gebracht worden.

Die Bischöfe kritisierten, dass die Unterscheidung zwischen zivilrechtlichem Verstoß und Straftat in der öffentlichen Debatte verloren gegangen sei, sodass allein der Status eines Migranten ohne Papiere tendenziell als Verbrechen angesehen werde: All dies habe „Angst und Verzweiflung in den lokalen Gemeinschaften gesät“, die durch die Trennung von Familien destabilisiert würden.

Kriminalisierung von Migranten

In einigen Fällen, heißt es in der Erklärung weiter, habe sich die Kirche vor Gericht verteidigen müssen – „angesichts des Versuchs, das, was in Wirklichkeit ein Dienst an den Ärmsten war, als Mittäterschaft darzustellen“.

Neben dem stellvertretenden Vorsitzenden der US-amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB) Daniel Flores nahmen an dem Treffen unter anderem der Vorsitzender kanadischen Bischofskonferenz Pierre Goudreault sowie der Vorsitzende der Mexikanischen Bischofskonferenz Ramón Castro Castro teil. Im Zentrum des Austauschs standen Mobilität und Migration, Menschenwürde im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, Evangelisierung sowie Möglichkeiten der pastoralen Zusammenarbeit der drei Kirchen.

sir – pr, 6. September 2026

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