Papst Leo in Castel Gandolfo
Papst Leo in Castel Gandolfo – Emotionales Treffen für Krankenschwester

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Eine spanische Krankenschwester der ICOF Hospital Clínic in Barcelona konnte sich in Castel Gandolfo am Dienstagabend kurz mit Papst Leo XIV. unterhalten. Im Interview mit uns berichtet Elisabet Argemí über das bewegende Treffen. Sie überreichte dem katholischen Kirchenoberhaupt ein Buch, das die Lebensgeschichte ihres Bruders Xavier Argemí enthält, der im Alter von 29 Jahren an einer Muskeldystrophie verstorben war
Sebastián Sansón Ferrari und Stefanie Stahlhofen – Castel Gandolfo
„Aprender a morir para poder vivir“ (deutsch etwa: „Lernen zu sterben, um zu leben“) lautet der Titel des Buchs, das die Krankenschwester aus Barcelona Papst Leo XIV. persönlich geben konnte. Dass es dazu kam, war für sie selbst total überraschend: Bis zum letzten Moment wusste Elisabet Argemí nicht, ob sie die Gelegenheit haben würde, mit dem katholischen Kirchenoberhaupt zu sprechen.
Am Dienstag, 18. August, kam es in Castel Gandolfo dann unerwartet zur Begegnung: Als der Papst abends den Apostolischen Palast verließ, um in den Vatikan zurückzukehren, hielt das Auto des Papstes genau bei ihr an, Leo XIV. kurbelte das Fenster herunter und sprach zu Elisabet.
Papstauto hält bei ihr an
An die Worte erinnert sie sich im Interview mit uns mit großer Rührung: „Sag mir, sag mir.“ Elisabet Argemí, Krankenschwester in Barcelona, nutzte diese kurzen Momente, um ihm ein Exemplar von „Lernen zu sterben, um zu leben“ zu überreichen, dem Buch, das die Geschichte ihres Bruders Xavier Argemí erzählt, der im vergangenen Jahr im Alter von 29 Jahren verstorben war, nachdem er mit Muskeldystrophie gelebt hatte.
„Sag mir, sag mir“
Die kurze Begegnung mit dem Papst
Der Austausch mit Leo XIV. dauerte nur wenige Augenblicke, blieb der Krankenschwester aber tief in Erinnerung. Der Papst nahm das Buch entgegen und hörte ihr aufmerksam zu: „Er sah mich aufmerksam und liebevoll an, wie ein Vater seine Tochter.
„Er sah mich aufmerksam und liebevoll an, wie ein Vater seine Tochter“
Das Buch enthält eine Widmung. Die Spanierin hätte es dem Papst gerne schon bei seiner Papstreise im Juni in Barcelona überreicht, doch letztendlich war ihr das nicht gelungen. Das Treffen in Castel Gandolfo ermöglichte es ihr nun, diesen Wunsch zu verwirklichen, der auf diese Weise eine besondere Bedeutung erhielt: Sie konnte dem Papst das Zeugnis eines jungen Menschen überbringen, dessen Leben von Krankheit geprägt war, aber auch von einer Überzeugung: Der Wert des Daseins hängt nicht von den Lebensumständen ab, sondern von der Fähigkeit, zu lieben und geliebt zu werden.
Krankheit und Tod des Bruders
„Mein Bruder liebte das Leben sehr“, berichtet uns Elisabet Argemí. „Xavier sagte oft, dass er sich geliebt fühle und auch andere sehr liebe. Für ihn gab diese Liebe seinem Dasein einen Sinn.“ Seine Krankheit prägte sein Leben, minderte jedoch nicht dessen Bedeutung, betont sie. Laut seiner Schwester gelang es Xavier, viele Menschen zu begleiten und ihnen zu helfen.
„Über Krankheit und Schwierigkeiten hinausschauen, um das zu entdecken, was Sinn geben kann“
Nach seinem Tod kamen viele von ihnen zu seiner Beerdigung. „Es war ein sehr heiliges Leben“, so Elisabet. Angesichts der Herausforderungen der heutigen Welt glaubt sie, dass das Zeugnis ihres Bruders genau diese Aufforderung enthält: Über Krankheit und Schwierigkeiten hinauszuschauen, um das zu entdecken, was Sinn geben kann.
Die Spanienreise des Papstes vom Juni
Elisabet Argemí erinnert sich im Interview mit uns auch an ihre Erfahrungen während der Apostolischen Reise des Papstes nach Spanien im vergangenen Juni. Sie verfolgte die verschiedenen Veranstaltungen aus nächster Nähe und war in jenen Tagen auf den Straßen von Barcelona unterwegs.
Für sie kann eine der zentralen Botschaften dieser Reise, das Motto „Alzad la mirada“ — „erhebt eure Augen“ auch Aufschluss darüber geben, wie das Erbe von Xavier weitergeführt werden kann: „Indem wir jeden Tag den Blick erheben und ihn hochhalten.“ Elisabet erklärt, dass dieser Blick aus ihrer Sicht durch ihre Beziehung zu Jesus genährt wird, „unserem Freund und unserer Liebe“. Das Gebet, die Sakramente und das Evangelium sind ihrer Erfahrung nach ein wesentlicher Bestandteil dieses täglichen Weges – ebenso wie das Wirken des Papstes durch seine Audienzen, seine Schriften und seine Worte.
vatican news – sst, 19. August 2026
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