Arabische Halbinsel
Arabische Halbinsel: Kirche im Konfliktgebet zwischen Unsicherheit und Seelsorge
Quelle
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Sechs Monate nach dem Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Persischen Golf prägen Unsicherheit und wirtschaftliche Einschränkungen den Alltag im Apostolischen Vikariat Nördliches Arabien. Trotz rückläufiger Angriffszahlen kommt es weiterhin zu Drohnen- und Raketeneinschlägen, die unter anderem Stützpunkte, Energieanlagen und Infrastrukturen in den Staaten des Vikariats treffen.

Die veränderten Transportwege, insbesondere im Bereich der Straße von Hormus, führen zu Verzögerungen bei Lieferungen und zu Engpässen bei Rohstoffen sowie Lebensmitteln in Kuwait und Bahrain.
Für die Bevölkerung bedeutet der Konflikt eine dauerhafte Belastung. Wirtschaftliche Stagnation, Betriebsschließungen und die Absage des regulären Schulunterrichts bestimmen das Leben in den betroffenen Ländern. Viele Arbeitsmigranten, die den Großteil der Einwohner und der christlichen Gemeinden stellen, haben die Region nach dem Verlust ihrer Arbeitsplätze verlassen.
Lage der Katholiken
Bischof Aldo Berardi, Apostolischer Vikar für das Nördliche Arabien, besuchte in den vergangenen Monaten die Pfarreien im Gebiet des Vikariats, das Bahrain, Kuwait, Qatar und Saudi-Arabien umfasst. Wie Berardi in einem Gespräch mit dem Nachrichtendienst AsiaNews erläuterte, begegnet die Kirche der Situation mit der Weiterführung des liturgischen Lebens, der Anpassung der pastoralen Strukturen und Angeboten zur Unterstützung Bedürftiger. Sämtliche Priester des Vikariats verbleiben an ihren Einsatzorten, um die Betreuung der Gläubigen zu gewährleisten. Die Gottesdienste in den Kirchen der Region werden trotz anhaltender Warnmeldungen weiter besucht.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der kirchlichen Arbeit liegt derzeit auf der Fortbildung von Laien, um die Kontinuität der Gemeindearbeit angesichts der hohen Fluktuation unter den Gläubigen zu gewährleisten. Zudem bereitet der Klerus des Vikariats eine Konferenz in Bahrain vor, die sich mit der langfristigen Rolle und der gesellschaftlichen Mitgestaltung der christlichen Minderheit in den Staaten der Arabischen Halbinsel befasst. In diesem Kontext verwies der Bischof auch auf die historische Präsenz des Christentums in der Region, die durch archäologische Funde in mehreren Golfstaaten belegt ist, sowie auf die Bedeutung der Glaubenszeugnisse aus den ersten Jahrhunderten für das Selbstverständnis der heutigen Gemeinden.
asianews – mg, 12. August 2026
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