Präfekt Koovakad über Leos Afrikareise: Religionsdialog sichert Frieden
Papst Leo habe mit seiner Afrikareise den Dialog der Religionen als “bevorzugten Weg zu Frieden, Versöhnung und sozialer Stabilität” präsentiert. Das schreibt der Präfekt des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog, Kardinal George J. Koovakad, der den Papst in Afrika begleitet hat, in einer Bilanz zur Vier-Länder-Reise, die an diesem Donnerstag endete
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Papst Leo habe einen konkreten Vorschlag für den Aufbau von Gerechtigkeit, sozialer Stabilität und friedlichem Zusammenleben der Völker gemacht, so Kardinal Koovakad. Das sei vor allem bei den interreligiösen Ereignissen in Algerien und Kamerun sichtbar geworden, aber auch in den Reden des Papstes vor den Behörden und dem diplomatischen Korps in Angola und Äquatorialguinea.
Frieden, Versöhnung, Respekt
In Algerien sei die Reise von Anfang an als “Brückenbau und Versöhnung” präsentiert worden. Der Papst nannte sie “eine überaus wertvolle Gelegenheit, mit derselben Stimme und derselben Botschaft fortzufahren, die wir verkünden wollen: Frieden, Versöhnung, Respekt und Rücksichtnahme auf alle Völker zu fördern“, und er erinnerte an den heiligen Augustinus als “eine sehr wichtige Brücke im interreligiösen Dialog”.
In Algier stellte habe der Papst in seiner Ansprache an die Behörden die universelle Geschwisterlichkeit in den Mittelpunkt: “Wir sind Brüder und Schwestern, weil wir denselben Vater im Himmel haben”. Er habe auf den Glauben als verbindendes Prinzip verwiesen, das Gerechtigkeit, Solidarität und Frieden bringen könne. Insbesondere beim Besuch der Großen Moschee habe dies konkreten Ausdruck gefunden, so Koovakad. Past Leo habe “die Würde jedes Menschen” bekräftigt und erklärt: “Wir können lernen, einander zu achten, in Harmonie zu leben und eine friedliche Welt aufzubauen.” Die im Gästebuch hinterlassene Botschaft – “Möge die Barmherzigkeit des Allerhöchsten das edle algerische Volk und die gesamte Menschheit in Frieden und Freiheit beschützen” – habe diese universelle Vision treffend zum Ausdruck gebracht.
“Wir können lernen, einander zu achten, in Harmonie zu leben und eine friedliche Welt aufzubauen”
Auch in Notre-Dame d’Afrique habe sich der Dialog “ganz konkret und im Alltag” gezeigt, so der Kardinal weiter. Das spreche aus der Aussage, dass Glaube “ein Glaube ist, der nicht isoliert, sondern öffnet, der vereint, aber nicht verwirrt, der zusammenführt, ohne zu vereinheitlichen“. Schließlich habe die augustinische Perspektive in Annaba die Reise in einer tieferen spirituellen Dimension verankert und die Suche nach Gott mit Friedensarbeit und Nächstenliebe verbunden: “Der Glaube an den einen Gott (…) vereint die Menschen nach einer vollkommenen Gerechtigkeit, die alle zur Nächstenliebe einlädt.”
Warnung vor Fundamentalismus
Kamerun sei aktuell von einer Krise in den englischsprachigen Gebieten geprägt, die aber nicht in einen Religionskrieg eskaliert sei, ging der Präfekt auf die zweite Reisestation ein. Der Papst habe hier die positive Rolle der Religionen hervorgehoben, sofern sie nicht vom “Gift des Fundamentalismus” verzerrt würden. In seiner Ansprache an die Verantwortlichen habe er dazu aufgerufen, “die Logik von Gewalt und Krieg abzulehnen” und stattdessen “einen Frieden zu fördern, der entwaffnet ist und entwaffnet”.
Der Papst habe auch die gemeinsame Verantwortung von Staaten und Religionsführern für die Konfliktprävention betont, hob Koovakad weiter hervor. Der bedeutendste Moment sei das Treffen in Bamenda gewesen, bei dem christliche, muslimische und traditionelle Führer konkrete Zeugnisse gelebter Geschwisterlichkeit abgelegt hätten. Der Imam hatte erklärt: “Wir danken Gott, dass diese Krise nicht in einen Religionskrieg ausgeartet ist …”, während der Papst die Friedensbewegung als “Vorbild für die ganze Welt” bezeichnete und vor “jenen warnte, die Religionen für ihre eigenen Ziele missbrauchen“.
Dieses Ereignis habe gezeigt, “wie interreligiöser Dialog aus einer gemeinsamen Leidensgeschichte entstehen und sich zu einem Weg der Versöhnung entwickeln kann”, so der Kardinal. In Gesprächen mit muslimischen Vertretern und Bischöfen betonte Papst Leo die gemeinsame Verantwortung für den Aufbau des Friedens und die Notwendigkeit eines realistischen Dialogs, der die innere Vielfalt der Religionsgemeinschaften anerkennt und eine authentische Inkulturation fördert.
Kontinuität des Lehramtes von Franziskus
In seiner Rede an die Politik in Angola habe der Papst seinen Blick auf den gesamten afrikanischen Kontinent ausgeweitet. Er betonte die Herausforderungen, die mit Konflikten und Spaltung einhergehen: “Afrika muss dringend Situationen und Phänomene von Konflikt und Feindschaft überwinden (…) Nur in der Begegnung kann das Leben gedeihen. Am Anfang steht der Dialog.” In diesem Zusammenhang habe der Papst an die Lehre von Papst Franziskus erinnert und die Kontinuität des Lehramtes in Bezug auf Dialog und Frieden hervorgehoben.
In Äquatorialguinea habe der Papst “auf gemeinsamen Werten wie der Gewissensbildung und der zentralen Bedeutung des Gemeinwohls beharrt”, so Koovakad. Er habe erklärt: “In einer von Arroganz gezeichneten Welt hungern und dürsten die Völker nach Gerechtigkeit.” Leo schloss sich dem Appell von Papst Franziskus an: “Heute müssen wir Nein sagen zu einer Wirtschaft der Ausgrenzung und Ungleichheit. Diese Wirtschaft tötet.”
“Kohärenter und konkreter Vorschlag zur Förderung eines interreligiösen Dialogs in der heutigen Welt, der Frieden, Gerechtigkeit und ein stabiles Zusammenleben der Völker sichern kann”
Insgesamt habe der Papst bei seiner Reise ausdrücklich an das Vermächtnis von Papst Franziskus und dessen Engagement für “universelle Geschwisterlichkeit” und „”echten Respekt vor allen Menschen” erinnert, bilanzierte der Präfekt, der als Schlüsselthemen der Reise folgende benennt: Geschwisterlichkeit als Grundlage des Zusammenlebens, Verurteilung jeglicher Instrumentalisierung der Religion und die entscheidende Rolle religiöser Führer bei der Konfliktmediation. In dieser Perspektive seien die Etappen des Papstes in vier verschiedenen Ländern “nicht isoliert”, sondern “ein kohärenter und konkreter Vorschlag zur Förderung eines interreligiösen Dialogs in der heutigen Welt, der Frieden, Gerechtigkeit und ein stabiles Zusammenleben der Völker sichern kann”, so Kardinal George J. Koovakad.
vatican news – pr, 23. April 2026
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