Was die “Theologie des Leibes” zur Auferstehung sagt
In der Katechese vom 18. November 1981 (veröffentlicht in L’Osservatore Romano 81/48) werden die Gedanken der vorigen Unterweisung aufgenommen. Für die Sadduzäer ist die Frage der Auferstehung nur eine “Theorie oder Hypothese”
Quelle
Theologie des Leibes
Neueste Nachrichten: Papst Johannes Paul II.
Hl. Papst Johannes Paul II. (845)
In der Katechese vom 18. November 1981 (veröffentlicht in L’Osservatore Romano 81/48) werden die Gedanken der vorigen Unterweisung aufgenommen. Für die Sadduzäer ist die Frage der Auferstehung nur eine “Theorie oder Hypothese”.
Johannes Paul II. erläutert: “Im Judentum jener Zeit gab es bekanntlich keine klar formulierte Lehre über die Auferstehung; es gab lediglich verschiedene Theorien, die von den einzelnen Schulen vertreten wurden. Die Pharisäer, die das theologische Denken pflegten, haben die Lehre über die Auferstehung weitgehend entwickelt, weil sie in allen Büchern des Alten Testaments Anspielungen darauf fanden. Sie verstanden jedoch die künftige Auferstehung im irdischen und primitiven Sinn, wenn sie zum Beispiel ein enormes Anwachsen des Ernteertrages und der Fruchtbarkeit im Leben nach der Auferstehung annahmen.”
Dagegen polemisierten die Sadduzäer, die Christus als „Gefolgsmann der Pharisäer“ verstanden: “Jesus weist ihnen zunächst einen methodischen Irrtum nach: sie kennen die Schrift nicht; sodann einen sachlichen Irrtum: sie nehmen das von der Schrift Geoffenbarte nicht an – sie kennen die Macht Gottes nicht, sie glauben nicht an den, der sich dem Mose im brennenden Dornbusch geoffenbart hat. Das ist eine ebenso vielsagende wie genaue Antwort. Christus hat hier Männer vor sich, die sich selbst für Fachleute und Ausleger der Schrift halten. Diesen Männern – also den Sadduzäern – antwortet er, dass eine lediglich buchstabengetreue Kenntnis der Heiligen Schrift nicht ausreicht. Denn die Schrift ist ja vor allem ein Mittel, die Macht des lebendigen Gottes kennenzulernen, der sich in ihr offenbart, so wie er sich dem Mose im brennenden Dornbusch geoffenbart hat.”
Das geistliche Verständnis der Schrift fehlt also den Sadduzäern. Sie betrachten das Alte Testament eher als eine Art Philosophie. Wer die Heilige Schrift genau liest, der weiß von der “Macht des Lebensspenders”, der den Tod überwindet, und kann dies gläubig annehmen. Im Gespräch mit den Sadduzäern spricht Christus nicht von der Auferstehung des Leibes: “Es wird die Zeit kommen, da Christus diese Antwort mit seiner eigenen Auferstehung besiegeln wird; im Augenblick jedoch beruft er sich auf das Zeugnis des Alten Testaments, indem er aufzeigt, wie dort die Wahrheit von der Unsterblichkeit und Auferstehung zu finden ist. Das darf freilich nicht so geschehen, dass man lediglich bei den bloßen Worten stehenbleibt, man muss vielmehr zur Macht Gottes, die in diesen Worten geoffenbart wird, hindurchdringen.”
Der “Zugang zum Baum des Lebens” wird durch Christus “jedem Menschen in seiner ganzen Fülle” eröffnet: “Das wird der Sinn des Todes und der Auferstehung Christi, das Zeugnis des Ostergeheimnisses sein.” Johannes Paul II. resümiert: “Im Hinblick auf die Möglichkeit der Auferstehung beruft sich Christus eben auf jene Macht, die Hand in Hand mit dem Zeugnis des lebendigen Gottes geht, welcher der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist – und der Gott des Mose. Der Gott, den die Sadduzäer dieser Macht ‘berauben’, ist nicht mehr der wahre Gott ihrer Väter, sondern der ihrer Phantasien und Interpretationen. Christus hingegen ist gekommen, Zeugnis zu geben vom Gott des Lebens in der ganzen Wahrheit seiner Macht, die sich am Leben des Menschen entfaltet.”
Zugleich ist dies eine Anfrage an uns selbst: Denken und glauben wir wie die Sadduzäer, suchen nach Argumenten und Fallstricken, sind eigenen Theorien verhaftet – oder vertrauen wir gläubig dem Zeugnis der Evangelien und der Kirche, die die Macht des lebendigen Gottes verkündet? Johannes Paul II. wurde nicht müde, die anstößige Wahrheit des Glaubens in der “Theologie des Leibes” zu entfalten und zu verkünden.
Hinweis: Meinungsbeiträge wie dieser spiegeln die Ansichten der jeweiligen Gast-Autoren wider, nicht notwendigerweise jene der Redaktion von CNA Deutsch.
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Thorsten Paprotny
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