Deutsche Bischöfe setzen Lebensschutz bei Herbst-Vollversammlung auf die Agenda

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Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion

Redaktion – Mittwoch, 9. September 2026

Bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), die wie gewohnt in Fulda stattfindet, steht diesmal das Thema Lebensschutz auf der Agenda. Für die Medienöffentlichkeit findet am 29. September, einem Dienstag, ein Pressegespräch statt mit dem Titel „Leben vom Anfang bis zum Ende – aktuelle Fragen von der Leihmutterschaft über die Organspende bis hin zum assistierten Suizid“.

An dem Pressegespräch nimmt Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen teil, und zwar in seiner Funktion als Vorsitzender der Glaubenskommission der DBK, aber auch der Augsburger Weihbischof Anton Losinger, der Mitglied im Senat der Max-Planck-Gesellschaft ist, sowie schließlich Eva Maria Welskop-Deffaa, die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands.

In der Ankündigung der DBK vom Dienstag hieß es: „Die Frage zum Schutz des menschlichen Lebens vom Anfang bis zum Ende erfährt derzeit eine lebhafte Debatte. Im Pressegespräch werden Aspekte beleuchtet, die den Lebensanfang, aber auch das Lebensende betreffen. Aktuelle Fragen zur Leihmutterschaft spielen ebenso eine Rolle wie Fragen des assistierten Suizids oder die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Medizin.“

Gerade beim Thema Leihmutterschaft war die Kirche in den letzten Monaten in die Kritik geraten, als der CDU-Politiker und damalige Fraktionsvorsitzende Jens Spahn mit seinem homosexuellen Partner durch Leihmuttergeschäfte ein Kind in den USA gekauft hatte. Unmittelbar zu der Mitte Juli durch Spahn losgetretenen Debatte hatte sich nur der Passauer Bischof Stefan Oster SDB geäußert. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zog Mitte August nach, als das Thema schon wieder aus der Öffentlichkeit verschwunden war.

Spahn hatte seine Leihmuttergeschäfte am 15. Juli öffentlich gemacht. Bischof Oster reagierte ausführlich am 17. Juli, und zwar in einer schriftlichen Stellungnahme sowie mit einem YouTube-Video, das inzwischen über 100.000 Aufrufe hat. Am 18. Juli trat Spahn aufgrund der sehr kritischen öffentlichen Reaktion von seinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück.

Erst am 24. Juli – sechs Tage nach dem Rücktritt von Spahn – meldete sich die Deutsche Bischofskonferenz zu Wort, allerdings nicht in Person des Vorsitzenden, Bischof Wilmer, sondern in Person von Prälat Karl Jüsten, der das Kommissariat der deutschen Bischöfe in Berlin leitet, also für die Verbindung zwischen Kirche und Politik zuständig ist. Jüsten verwies, wie von Wilmer angedeutet, auf Stellungnahmen durch Bischof Georg Bätzing vom 15. April 2024 sowie durch den Ständigen Rat der DBK vom 23. April 2024. Die Position der DBK sei „unverändert“, und „schon damals“ habe man sich gegen etwaige Änderungen der Gesetzeslage ausgesprochen.

Bischof Heiner Wilmer SCJ, der DBK-Vorsitzende, ging vor wenigen Tagen in einem Interview auf den Vorwurf ein, die Kirche habe zwar etwa „die Vorschläge der Rentenkommission begrüßt“, aber in der Diskussion um Leihmuttergeschäfte „geschwiegen“.

„Das Gegenteil ist der Fall“, antwortete Wilmer daraufhin. „Wir haben nicht geschwiegen. Die Texte zur Leihmutterschaft, auf die wir verwiesen haben, stammen aus dem Jahr 2024 und sind damit älter als unsere Stellungnahme zur Rente.“

„Unsere Position ist sonnenklar“, betonte er. „Wir lehnen die Leihmutterschaft ab. Das wissen die Leute auch.“ Der Bischof sagte außerdem, er finde es „ermüdend, wenn sich die Kirche alle drei bis vier Wochen zu denselben Themen äußert“.

Die Herbst-Vollversammlung findet vom 28. September bis zum 1. Oktober statt. Ein weiteres wichtiges Thema ist in diesem Jahr die Künstliche Intelligenz. An einem Pressegespräch dazu am 30. September nimmt Wilmer selbst teil, und zwar neben Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising, sowie Erzbischof Udo Bentz von Paderborn.

„Mit der von Papst Leo XIV. am 25. Mai 2026 veröffentlichten Enzyklika geht ein weltweites Medienecho einher“, so die DBK. „Insbesondere melden sich Politik und Wirtschaft zu Wort und würdigen dieses Dokument. Die Enzyklika ist als Dreh- und Angelpunkt im Denken von Papst Leo XIV. zu verstehen. Der Studientag der Deutschen Bischofskonferenz befasst sich mit zentralen Aspekten und leitet daraus das Handeln für die Kirche in Deutschland ab.“

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