Aufruf der SBK zur Bewahrung der Schöpfung

Aufruf der SBK zur Bewahrung der Schöpfung – Schweizer Bischofkonferenz

Quelle

Aufruf der SBK zur Bewahrung der Schöpfung

«Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und aller Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.»[1]

Im Jahr 2015 veröffentlichte Papst Franziskus seine Umwelt-Enzyklika Laudato si’ – über die Sorge für das gemeinsame Haus. Ihre Botschaft ist heute dringlicher denn je. Papst Leo XIV. bekräftigt dieses Anliegen und ruft eindringlich zu einer „ökologischen Umkehr“ auf. Mit dem Weckruf „Die Schöpfung schreit“ wandte er sich im Herbst 2025 an die 30. UNO-Klimakonferenz im brasilianischen Belém.

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) schliesst sich diesem Aufruf an. Sie richtet sich mit diesem Schreiben an die Verantwortlichen in Pfarreien, Klöstern, Ordensgemeinschaften, Kirchgemeinden und Landeskirchen – verbunden mit der Bitte, im Engagement für die Bewahrung der Schöpfung nicht nachzulassen.

Gefordert sind sowohl Sensibilisierung im persönlichen und öffentlichen Leben als auch konkrete Schritte in der Umsetzung. Jeder Beitrag zählt und ist von Bedeutung.

Hilfreiche Unterlagen, relevante Anregungen und praktische Leitfäden stellt oeku Kirchen für die Umwelt zur Verfügung. Zugleich gibt es ermutigende Beispiele gelebten Engagements.

«Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns trägt und nährt
und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.»

Die Bischöfe und Territorialäbte der Schweiz regen an, dass in allen kirchlichen Einrichtungen verstärkt Massnahmen zur Reduktion umweltschädlicher Emissionen sowie zum sorgsamen Umgang mit Ressourcen ergriffen werden.

Um diesem Anliegen auch spirituell Ausdruck zu verleihen, wurde – inspiriert vom „Creation Day“ auf den Philippinen – ein besonderer Schöpfungstag für die Kirche in der Schweiz eingeführt. Er soll entweder im Rahmen des Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags oder an einem anderen Tag während der «Schöpfungszeit» (1. September – 4. Oktober) begangen werden. Die Einbettung in diese bestehende kirchliche und gesellschaftliche Tradition kann auch ökumenisch gestaltet werden.

Der Verein oeku Kirchen für die Umwelt blickt auf 40 Jahre engagierter Arbeit zurück. Eine einmalige Kollekte während der Schöpfungszeit 2026 in der ganzen Schweiz soll seine Tätigkeit unterstützen – als Zeichen der Wertschätzung und der Bedeutung dieses Anliegens.

«Gelobt seist du, mein Herr,
für Schwester Wasser, so nützlich, demütig, kostbar und rein.»

Freiburg i. Ue., 1. September 2026                                              

+ Charles Morerod OP
Präsident der Schweizer Bischofskonferenz


[1] Die drei Zitate sind dem Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi entnommen (in deutscher Übersetzung).

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