Neuauflage der Dogmatik von Scheffczyk und Ziegenaus
Österreichischer Verlag beginnt Neuauflage der Dogmatik von Scheffczyk und Ziegenaus
Quelle
Kardinal Leo Scheffczyk
Danke Prälat Prof. Dr. Dr. Anton Ziegenaus | Pfarrer Kocher am 26.09.2024
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Von CNA Deutsch
7. Juni 2026
Ein wichtiges Werk aus der jüngeren Geschichte dogmatischer Lehrbücher macht der in Heiligenkreuz beheimatete Be+Be-Verlag wieder zugänglich, nämlich die von Leo Scheffczyk und Anton Ziegenaus verfasste achtbändige “Katholische Dogmatik”. Sie war zuerst in den 1990er Jahren bzw. zu Beginn der sogenannten Nuller-Jahre im mittlerweile nicht mehr existierenden MM-Verlag erschienen.
Der erste Band, die von Scheffczyk geschriebenen “Grundlagen des Dogmas” als “Einleitung in die Dogmatik”, liegt nun in einer zweiten und durchgesehenen Auflage vor. Die anderen Bände werden hoffentlich in den nächsten Jahren zügig veröffentlicht, denn als moderne glaubenstreue Dogmatik gehören die acht Bände in das Bücherregal von Seminaristen, Priestern und Theologen.
450 Seiten umfasst der erste Band in der Auflage des Be+Be-Verlags, aber davon sind rund 70 Seiten für Gesamtbibliografie und Register abzuziehen, ebenso wie rund 100 Seiten am Anfang: Dort findet sich eine ausführliche und sehr lesenswerte Einführung in das theologische Werk von Scheffczyk, formuliert von Manfred Hauke, der in Lugano lehrt und selbst im Jahr 1981 bei ihm promoviert hatte.
Scheffzcyk stammte aus Schlesien und zog am Ende des Zweiten Weltkriegs nach der Kriegsgefangenschaft gen Westen. Für das Erzbistum Breslau wurde er 1947 in Freising zum Priester geweiht. In den 1950er Jahren schloss er seine Promotion und dann auch seine Habilitation ab. Ab 1959 war er als Professor für Dogmatik in Tübingen tätig, dann ab 1965 bis zu seiner Emeritierung 1985 in München. Erst danach verfasste er mit seinem Schüler Anton Ziegenaus, ebenfalls Priester, die achtbändige Dogmatik. 2001 machte Papst Johannes Paul II. den Theologen zum Kardinal. Scheffczyk wollte die eigentlich übliche Bischofsweihe aber nicht empfangen. Im Jahr 2005 starb der Kardinal, wenige Monate nach der Wahl von Joseph Ratzinger auf den Stuhl Petri.
Hauke geht in der Einleitung nicht nur auf die Biografie Scheffczyks ausführlicher ein, sondern vor allem auf das Werk, insbesondere auch die “Grundlagen des Dogmas”. Es sei “das umfassendste Lehrbuch zum Thema in der deutschsprachigen Theologie der Gegenwart”, betont Hauke.
Die Einleitung gliedert sich in zehn große Abschnitte: Zunächst geht es um die Offenbarung als Grund der Dogmatik, dann um die Heilige Schrift und die Tradition. Die nächsten beiden Abschnitte befassen sich mit der Kirche als nächste Glaubensregel und dem Thema Unfehlbarkeit des Lehramts. Sechstens geht es um das Dogma als “Brennpunkt der Tradition”, danach um die Dogmenentwicklung – ein Gebiet, auf dem Scheffzcyk seine Kenntnisse auch in anderen Beiträgen unter Beweis stellen konnte. Im achten Abschnitt schreibt der Theologe über “Wege zum Verstehen des Dogmas”, im neunten über die Dogmatik als Wissenschaft und abschließen über den Zusammenhang von Dogma und Leben, der auf den ersten Blick nicht besonders eng zu sein scheint.
Einen besonderen Fokus legt Scheffczyk auch auf die protestantischen Theologien. Für den Einsteiger in die Dogmatik ist es sicher schwieriger, sich hier zurechtzufinden, und Scheffczyk kratzt auch eher an der Oberfläche, weil es für eine tiefere Auseinandersetzung eigene Monografien bräuchte.
Einen Vorzug gegenüber vielen anderen modernen dogmatischen Lehrbüchern ist bei Scheffczyk und Ziegenaus die Verfasserschaft aus (fast) einer Hand – Ziegenaus war ja Schüler von Scheffzcyk, und weitere Autoren gibt es nicht.
Hauke zitiert in seiner Einführung aus dem zweiten Band der “Katholischen Dogmatik”, wo es heißt: “Als Lehrbuch gedacht, möchte es doch keine in Lehrsätzen und Thesen vorgehende Traktatentheologie bieten, sondern die Glaubenswahrheit organisch entfalten und in zusammenhängender, problemorientierter Gedankenführung zum Verständnis bringen.”
Dies könnte man auch als einen etwas schwierigeren Ansatz gerade für Theologiestudenten sehen, die sich erstmals mit der Dogmatik auseinandersetzen. Es ist für viele Personen einfacher, sich mit neuem Stoff in einer Form zu beschäftigen, die wesentlich strammer strukturiert ist und eine klare Linie präsentiert, wie man es beispielsweise noch heute aus dem Grundriss der Dogmatik von Ludwig Ott kennt, aber auch aus umfassenderen Werken, wie sie bis zur Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils verfasst wurden. Wenn man eine solche Dogmatik durchgearbeitet hat, scheint eine solide Grundlage für ein eher “organisch” und mit “zusammenhängender, problemorientierter Gedankenführung” geschriebenes Werk gelegt.
Leo Scheffczyk: Grundlagen des Dogmas. Einleitung in die Dogmatik (Katholische Dogmatik Band I); Be+Be-Verlag 2025; 452 Seiten; 39,90 Euro; ISBN: 9783903518049.
Hinweis: Meinungsbeiträge wie dieser spiegeln die Ansichten der jeweiligen Gast-Autoren wider, nicht notwendigerweise jene der Redaktion von CNA Deutsch.


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