Bruno Kant, ältester Priester der Welt gestorben
Bruno Kant, ältester Priester der Welt, mit 110 Jahren im Bistum Fulda gestorben

Quelle
Vatikan: Pfarrer Kant ist der älteste katholische Priester der Welt – katholisch.de
Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion
Redaktion – Montag, 1. Juni 2026
Ende Februar hatte Papst Leo XIV. dem Priester Bruno Kant aus dem Bistum Fulda noch für seinen „langjährigen treuen und hingebungsvollen priesterlichen Dienst“ gedankt. Nun ist der mit seinen 110 Jahren älteste Pfarrer der Welt am Freitagabend gestorben. Er war seit 1950 Priester.
Der Fuldaer Bischof Michael Gerber erinnerte: „Noch vor wenigen Monaten durfte ich Pfarrer Bruno Kant zu seinem 110. Geburtstag die Segenswünsche von Papst Leo XIV. überbringen. Die Begegnung mit ihm hat mich tief beeindruckt. Bis ins hohe Alter strahlte er jene Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit und geistliche Tiefe aus, die sein ganzes priesterliches Leben geprägt haben. Das Bistum Fulda blickt mit großer Dankbarkeit auf sein Wirken und seinen Dienst zurück.“
Pfarrer Guido Pasenow von Eichenzell-Löschenrod, wo Kant bis zuletzt lebte, sagte: „Mit dem Tod von Pfarrer Bruno Kant verliert unsere Pfarrgemeinde einen Menschen, der über viele Jahre ihr Herz gewesen ist. Auch nachdem er sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte, blieb er für viele Gläubige ein geschätzter Gesprächspartner, Seelsorger und geistlicher Begleiter. Wir sind dankbar für alles, was er unserer Gemeinde geschenkt hat.“
Wie katholisch.de im November 2025 berichtete, wollte Kant, der in der Nähe von Danzig im heutigen Polen geboren wurde, schon mit neun Jahren Priester werden. Sein Theologiestudium konnte er beginnen, aber dann machte ihm das nationalsozialistische Regime vorerst einen Strich durch die Rechnung, indem es ihn zum Arbeitsdienst verpflichtete und zum Soldaten machte. Vier Jahre war Kant in russischer Gefangenschaft, bevor er wieder zu seiner Familie fand, die in den Westen geflohen war.
Schließlich empfing Kant 1950 die Priesterweihe. Nach jahrzehntelangem Dienst als Priester muss er sich inzwischen sehr einschränken. Das Autofahren habe er „schon aufgegeben, mit 102 Jahren“, hieß es im Bericht von katholisch.de im November. „Seit wenigen Jahren verzichtet er auf die regelmäßige Feier der Heiligen Messe mit der Gemeinde am Mittwochabend. Kankenbesuche hat er aber so lange gemacht, wie es ihm möglich war. Jetzt geht das nicht mehr.“
Damals sagte Kant: „Ich rechne jeden Tag damit, dass ich sterbe. Ich bin nicht mehr weit davon entfernt.“ Zuletzt verbrachte er seine Tage mit Sudoku, Fernsehen und Zeitungslektüre – und natürlich dem Gebet. „Durch das Beten bleibe ich jung“, zeigte er sich überzeugt.
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