Kardinal McElroy: Irankrieg “moralisch illegitim”
Kardinal McElroy: Irankrieg “moralisch illegitim”; Gebet für die Waffenruhe – Nach der katholischen Lehre vom gerechten Krieg sind sowohl der Beginn des Krieges im Iran als auch jede Fortsetzung “moralisch illegitim”: Das erklärte der Erzbischof von Washington D.C., Kardinal Robert McElroy, in seiner Predigt zur Gebetswache für den Frieden, die er am Samstagabend feierte. Er rief die Gläubigen dazu auf, “zu beten, dass die Waffenruhe hält und zu einer tragfähigen Grundlage für den Frieden im Nahen Osten führt” *UPDATE
Quelle
Installation Mass of Robert Cardinal McElroy, 8th Archbishop of Washington – March 11, 2025 – YouTube
*Entsetzen über Trumps Frontalangriff auf Papst Leo | Kölner Stadt-Anzeiger
Klare Worte von Papst Leo XIV. beim Friedensgebet
Deborah Castellano Lubov und Christine Seuss – Vatikanstadt
Zunächst seien wir berufen, Frieden in unseren eigenen Herzen und Seelen, in unseren Familien und unter den Nationen aufzubauen, so Kardinal Robert McElroy, Erzbischof von Washington, an die Adresse der Gläubigen, die mit ihm am Samstagabend in der Kathedrale St. Matthew the Apostle in der US-Hauptstadt die Vigil für den Frieden feierten.
Gerade diese letzte Verantwortung – Frieden unter den Völkern zu schaffen und “den Weg des Krieges zurückzuweisen, der uns zur Zerstörung von Zivilisationen und zum Streben nach Vorherrschaft verführt“ – wiege derzeit besonders schwer:
Mitten in einem unmoralischen Krieg
“Denn wir befinden uns mitten in einem unmoralischen Krieg. Wir sind nicht aus Notwendigkeit in diesen Krieg eingetreten, sondern aus freier Entscheidung. Wir haben es versäumt, den Weg der Verhandlungen konsequent bis zum Ende zu verfolgen, bevor wir zum Krieg gegriffen haben.”
Es habe keine klare Zielsetzung gegeben, sondern ein Hin- und Her zwischen Forderungen nach bedingungsloser Kapitulation, Regimewechsel, der Zerstörung konventioneller Waffen und der Beseitigung nuklearer Kapazitäten, so die schonungslose Analyse des Kardinals, der als offener Kritiker der aktuellen US-Politik gilt.
“Und wir haben uns blind gemacht für die Kettenreaktion globaler Zerstörung, die unsere Angriffe wahrscheinlich auslösen würden – die Ausweitung des Krieges weit über den Iran hinaus, die Störung der Weltwirtschaft und den Verlust von Menschenleben.”
“Jeder dieser politischen Fehler ist zugleich ein moralischer Fehler, der nach der katholischen Lehre vom gerechten Krieg sowohl den Beginn als auch jede Fortsetzung dieses Krieges moralisch illegitim macht”
“Jeder dieser politischen Fehler“, so der Kardinal weiter, “ist zugleich ein moralischer Fehler, der nach der katholischen Lehre vom gerechten Krieg sowohl den Beginn als auch jede Fortsetzung dieses Krieges moralisch illegitim macht.”
Er erinnerte an die Aussage Papst Leos, der einzige zulässige Weg sei derzeit die dauerhafte Einstellung der Kampfhandlungen und entschlossene Schritte hin zu einem gerechten und dauerhaften Frieden.
Die Umkehr der Herzen sei der einzige wahre Weg zu einem gerechten Frieden – eine Umkehr, die die Waffen niederlege und mit Versöhnung beginne, so der Erzbischof, der in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung des gemeinsamen Gebets unterstrich:
Für den Frieden eintreten
“Wir beten, dass die Waffenruhe hält und zu einer echten Grundlage für Frieden im Nahen Osten wird. Wir wissen um die brutale Natur des iranischen Regimes und die enorme Zerstörung, die durch US-amerikanische und israelische Bombardierungen verursacht wurde.”
Gerade deshalb müsse man umso intensiver beten: “Wir bitten unseren Gott inständig, die Herzen und Gedanken der Mächtigen zu öffnen, damit sie das Wohl aller erkennen, die in diesen bitteren und unnötigen Konflikt verstrickt sind.”
Politiker einbeziehen
Zugleich rief er die Gläubigen dazu auf, über das Gebet hinauszugehen: “Als Bürger und Gläubige in dieser Demokratie, die wir so sehr schätzen, müssen wir bei unseren Vertretern und politischen Führern für den Frieden eintreten. Es reicht nicht zu sagen, dass wir gebetet haben – wir müssen auch handeln.” Denn es sei “sehr gut möglich, dass die Verhandlungen aufgrund von Unnachgiebigkeit auf der einen oder anderen Seite scheitern und unser Präsident beschließt, erneut in diesen unmoralischen Krieg einzutreten”, so der Kardinal wenige Stunden, bevor die Nachricht des tatsächlichen Scheiterns der Verhandlungen um die Welt ging.
“In diesem entscheidenden Moment”, so Kardinal McElroy abschließend, “müssen wir als Jünger Jesu Christi, die zum Frieden berufen sind, laut und gemeinsam antworten: Nein. Nicht in unserem Namen. Nicht jetzt. Nicht mit unserem Land.”
Eindringliche Ansprache des Papstes
Nur wenige Stunden zuvor hatte Papst Leo in Rom eine Gebetsvigil für den Frieden in der Welt geleitet.
In seiner Ansprache hatte der Papst die politischen Führer dazu aufgerufen, innezuhalten und sich an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung zu setzen – “nicht an den Tisch, an dem Wiederaufrüstung geplant und tödliche Entscheidungen getroffen werden!” Zugleich bekräftigte er, dass die Kirche stets für den Frieden eintreten werde, “auch wenn die Ablehnung der Logik des Krieges auf Unverständnis und Spott stößt“, und dass sie immer “den Gehorsam gegenüber Gott über jede menschliche Autorität” stellen werde.
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