“Mit dem Nachwuchs ist es leider schwierig”: Kloster Mallersdorf vor düsterer Zukunft
Das Kloster Mallersdorf – das Mutterhaus der Mallersdorfer Schwestern – steht vor einer düsteren Zukunft, denn “mit dem Nachwuchs ist es leider schwierig”. So äußerte sich Schwester Doris Engelhard, die Leiterin der klostereigenen Brauerei, Ende Februar in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung
CNA Deutsch Nachrichtenredaktion
Redaktion – Dienstag, 3. März 2026
Das Kloster Mallersdorf – das Mutterhaus der Mallersdorfer Schwestern – steht vor einer düsteren Zukunft, denn “mit dem Nachwuchs ist es leider schwierig”. So äußerte sich Schwester Doris Engelhard, die Leiterin der klostereigenen Brauerei, Ende Februar in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.
“Ich weiß nicht, wie es mit dem Kloster Mallersdorf in Zukunft weitergehen wird”, so Schwester Doris. “Die Größe, die wir in Glanzzeiten hatten, mit rund 4000 Mitgliedern – das ist heute vorbei. Allein im Januar sind schon neun Schwestern gestorben. Derzeit sind wir noch rund 300 Ordensfrauen, doch man kann sich ausrechnen, wann die Letzte hier die Türen schließen muss.”
“Wir haben zwar die Unterstützung von 260 Angestellten”, betonte sie, “aber der Kern fehlt eben”.
Von den 300 Schwestern im Mutterhaus sei die jüngste bereits 54 Jahre alt, ordnete Schwester Doris die Zahlen ein. Andere seien älter als 90 Jahre. “Jetzt geht es aber halt ganz rapide, weil die alten Schwestern zum Teil in unser Altersheim gehen”, fuhr sie fort. “Wobei wir hier im Haus fast selbst schon eins sind.”
“Ich denke, es wäre schwierig mit jungen Leuten anzufangen – da müssten schon einige kommen”, so das Fazit der Ordensfrau. Auf die Nachfrage, ob die Tage von Kloster Mallersdorf gezählt seien, sagte sie: “Es scheint so.”
“Schon jetzt schließen wir einige Betriebe, wie zum Beispiel die Metzgerei”, erklärte Schwester Doris. “Trotzdem ist es mir wichtig, dass die Brauerei bestehen bleibt, selbst wenn ich nicht mehr kann. Ich finde, so ein Traditionsbetrieb sollte weiter gepflegt werden. Deshalb haben wir auch einen jungen Braumeister eingestellt. Wie es allerdings langfristig mit dem Klostergebäude weitergehen wird, weiß derzeit niemand so genau.”
Sie selbst – Jahrgang 1949 – werde die Klosterschließung wohl nicht mehr erleben. Das Kloster sei gegründet worden, “um den Armen und Schwachen zu helfen; diese Aufgabe übernimmt heute der Sozialstaat. Es gibt Dinge, die müssen wir dem Herrgott überlassen – auch die Frage, ob es Klöster in dieser Form noch braucht oder nicht.”
Die Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie – so heißen die Mallersdorfer Schwestern eigentlich – wurden Mitte des 19. Jahrhunderts durch den seligen Paul Josef Nardini gegründet. Seit 1869 sind sie in einem riesigen ehemaligen Benediktinerkloster in Mallersdorf auf dem Gebiet der Diözese Regensburg beheimatet.
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