Wenn Christus uns den Frieden anbietet…

Alle reden vom Frieden und können sich doch nicht einigen  *UPDATE

Frieden  (560
Gebete für den Frieden

Was wird unternommen, um die geistige, geistliche Krankheit zu heilen, die oft innere Ursache für die körperliche Krankheit ist? Ein Kommentar zum Sonntagsevangelium von P. Bernhard Sirch

Illschwang, kath.net, 12. April 2012

B – 2.Ostersonntag, 1. Lesung: Apg 4, 32-35. 2. Lesung.: 1 Joh 5, 1-6; Evangelium: Jo 20,19-31

Wie wir uns mit einem Gruss ‘guten Morgen’ oder ‘guten Tag’ wünschen, so wünscht man sich im Orient beim Gruss den Frieden. ‘Schalom’ sagen die Menschen in Israel, ‘Salem aleikum’ die Muslime. “Der Friede sei mit euch” (Joh 20, 19, 21 und 26), so grüsst Christus – aber mit einem tieferen Sinn – seine Jünger, “die aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten” (Joh 20,19).

Wenn wir die Nachrichten ansehen, dann ist immer wieder die Rede von Friedensverhandlungen, Friedensangeboten; ja alle reden vom Frieden und können sich doch nicht einigen! Die ganze Welt ist erfasst von der Sehnsucht nach Frieden. In diese Welt spricht Christus: “Der Friede sei mit euch!”, wobei der Gehalt des Wortes Schalom mehr ist, als nur das Gegenteil von Krieg. Wie froh wären wir, wenn die Kriege, Vertreibungen, Geiselnahmen, die so viel Elend und Not unter die Menschen bringen, beendet würden. Wie viel “Krieg” und Streit gibt es in den Familien, in den Betrieben durch Mobbing. Wie viel Not ist auch in jedem einzelnen Menschen. Während in den Krankenhäusern alles unternommen wird, um das physische Leben – nur die körperliche Krankheit fällt uns scheinbar ins Auge und erfordert ungeheure Kosten – zu retten, muss man sich fragen: was wird unternommen, um die geistige, geistliche Krankheit unserer Zeit zu heilen, die oft innere Ursache für die körperliche Krankheit ist?

In der Nähe von Basel haben ein 19jähriger junger Mann und ein 14jähriges Mädchen vor Jahren Selbstmord verübt. In ihrem Abschiedsbrief schrieben die beiden unter anderem: “Wir sehen im Leben keinen Sinn mehr. Wir haben sehr lange gesucht und kamen zu der Lösung aller Probleme, und das ist die Selbstrichtung. Wir sehen nicht ein, warum wir unser ganzes Leben arbeiten sollen, damit wir die Wohnungsmiete, ein Auto oder ein Motorrad bezahlen können. Als Ablenkung kann man an einem freien Tag das Kino, das Theater und die Spielsalons aufsuchen. Das dient dann dazu, damit man den ganzen Dreck, den man um den Kopf hat, nicht bemerken soll”.

Wenn Christus uns den Frieden anbietet, so tut er dies in einer Gestalt, die sichtbar, hörbar ist, also nicht nur ein reiner Geist. Bei vielen Auferstehungsberichten wird deutlich, wie schwer sich die Jünger getan haben, nicht nur an die Auferstehung des Geistes zu glauben – so wie wir dies tun -, sondern dass der ganze Mensch aufersteht: die Jünger haben den Herrn gesehen (Joh 20, 25). Dieser sichtbare Jesus ist für Thomas unglaublich: “Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht” (Joh 20,25). Wie Jesus wieder zu den Jüngern kommt, sagt er zu Thomas: “Strecke deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben” (Joh 20, 27-29).

Johannes, der als letzter das Evangelium geschrieben hat, nimmt hier Stellung zu einer Frage, mit der schon um das Jahr 56 eine Delegation der Gemeinde von Korinth mit Fragen über das Gemeindeleben und auch mit Fragen betreffs der Auferstehung der Toten zu Paulus nach Ephesus kam. Das Problem beschäftigte offenbar die Christen von Korinth sehr, weil ihnen als Griechen aufgrund der Denkweise ihrer Umwelt der Glaube an eine Auferstehung des Leibes erhebliche Schwierigkeiten machte. Dem Griechen erschien vor allem unter dem Einfluss der platonischen Philosophie, der Leib als ein Übel, als ein Gefängnis der Seele und er konnte eine neue Verkettung der Seele mit dem Leibe keineswegs akzeptieren. Ganz klar bezieht hier Johannes Stellung gegen die leibfeindliche, platonische Philosophie, wenn Jesus sichtbar erscheint. Paulus widerlegt im Korintherbrief die platonische Philosophie durch die Tatsache der Auferstehung Christi: “Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, wurde auch Christus nicht auferweckt” (1 Kor 15, 13 ff). Dann stellt der Apostel kategorisch fest: “Nun ist aber Christus von den Toten auferweckt worden und hat einen Neuanfang gemacht unter den Entschlafenen” (1 Kor 15,20). Zum Beweis führt er eine ganze Reihe von Auferstehungszeugen an: Jesus ist dem Kephas erschienen, dann den Zwölf, sodann erschien er mehr als 500 Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch leben, während einige bereits entschlafen sind (1 Kor 15,3-8).

Wenn nun Christus spricht: “Der Friede sei mit euch” (Joh 20,19ff), so meint er damit unser Heilsein an Leib und Seele; wir glauben an die Auferstehung des Geistes und des Fleisches. Das Evangelium gipfelt in der Aussage des Johannes: Diese Zeichen “sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen” (Joh 20, 31). Dieser Glaube besiegt auch die Welt, wie Paulus in der 2. Lesung betont: “Das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube. Wer sonst besiegt die Welt ausser dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?” (1 Joh 5, 4.5).

Barmherzigkeitssonntag

Gleichzeitig am ersten Sonntag nach Ostern ist der Sonntag der Barmherzigkeit. Diesen Termin legte Papst Johannes Paul II. am 30. April 2000, im Heiligen Jahr 2000 fest. An diesem Tag wurde auch die polnische Ordensfrau, Mystikerin und Verkünderin der Barmherzigkeit Gottes, Sr. Faustina Kowalska, von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Jesus sagte zu Sr. Faustina: “Ich wünsche, dass Meine Barmherzigkeit festlich am 1. Sonntag nach Ostern gefeiert werde. An diesem Tag werden die äussersten Tiefen Meiner Barmherzigkeit als Zuflucht für alle geöffnet sein. Jene, die gebeichtet haben und an diesem Tag die heilige Kommunion empfangen, erhalten nicht nur die Verzeihung ihrer Sünden, sondern auch den Nachlass der Strafen, die sie dafür verdient haben…” Zur Vorbereitung auf dieses Fest wünscht Jesus ab Karfreitag die Novene zur göttlichen Barmherzigkeit.

Jesus, ich vertraue auf Dich

Die grössten Sünder haben ein ganz besonderes Anrecht auf Meine Barmherzigkeit.

Jesus zu Schwester Faustina: “Ich verspreche, dass die Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verloren geht. Die Häuser, ja sogar die Städte, wo dieses Bild verehrt wird, werde Ich verschonen und beschützen.” Allen, die dieses Bild verehren, hat Jesus sehr viele Gnaden verheissen.

Sr. Faustina Kowalska lebte in den Jahren 1905-1938. Im Kloster von Krakau erhielt sie von Jesus persönlich den Auftrag, der ganzen Menschheit Seine grenzenlose Barmherzigkeit zu offenbaren. Jesus zeigte sich ihr als liebevoller Herr, aus Seinem Herzen fluteten zwei Strahlenbündel, das eine in blasser und das andere in roter Farbe. Auf die Anweisung Jesu musste Sr. Faustina ein Bild mit den Strahlen aus Seinem heiligsten Herzen, wie sie Ihn sah, malen lassen mit der Inschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich.

Auf die Frage von Sr. Faustina, was diese Strahlen bedeuten, erklärte ihr Jesus folgendes: Die zwei Strahlen bedeuten Blut und Wasser. Der blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt (reinigt), der rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seele ist. Diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen Meiner Barmherzigkeit, damals, als Mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde.

Diese Strahlen schützen die Seelen vor dem Zorn Meines Vaters. Glücklich, wer in ihrem Schatten leben wird, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn nicht erreichen. Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Fest der Barmherzigkeit.

O wie sehr Mich das Misstrauen einer Seele verletzt. Eine solche Seele bekennt, dass Ich heilig und gerecht bin, doch glaubt sie nicht, dass Ich die Barmherzigkeit bin, sie glaubt Meiner Güte nicht. – Verkünde, dass Barmherzigkeit die grösste Eigenschaft Gottes ist. Alle Werke meiner Hände sind durch Barmherzigkeit gekrönt.

Die Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes

Auszug aus den Offenbarungen Jesu an die polnische Schwester Faustina Kowalska (1905-1938) aus der Kongregation der Schwestern von der “Mutter der Barmherzigkeit”:
Künde der Welt Meine grosse, unergründliche Barmherzigkeit. Bereite die Welt vor auf Meine zweite Ankunft. Bevor Ich als Richter komme, öffne Ich noch ganz weit die Tore Meiner Barmherzigkeit.
Die Flammen Meiner Barmherzigkeit verzehren Mich: Ich fühle Mich gedrängt, sie über die Seelen auszugiessen. Aus allen Meinen Wunden, besonders aber aus Meinem Herzen, fliessen Ströme der Liebe. – Zum Strafen habe Ich die ganze Ewigkeit; jetzt verlängere Ich noch die Zeit Meiner Barmherzigkeit. Ich strafe nur, wenn man Mich zwingt.
Ich will, dass die Sünder zu mir kommen ohne jede Furcht. Die grössten Sünder haben ein ganz besonderes Anrecht auf Meine Barmherzigkeit. Ich freue Mich, wenn sie ihre Zuflucht nehmen zu Meiner Barmherzigkeit. Ich überhäufe sie mit Liebe, weit über ihre Erwartungen… Ihretwegen bin Ich auf diese Erde gekommen; ihretwegen habe Ich Mein Blut vergossen.

Ich kann den nicht strafen, der sich Meiner Barmherzigkeit anvertraut

Keine Sünde, und wäre sie ein Abgrund von Bosheit, wird Meine Barmherzigkeit ausschöpfen können; denn je mehr man schöpft, umso reichlicher fliesst sie. Wären seine Frevel schwarz wie die Nacht, so wird doch der Sünder, der zu Meiner Barmherzigkeit flüchtet, Mich verherrlichen und Mein Leiden ehren. In der Stunde seines Todes werde Ich selbst ihn verteidigen wie Meine Ehre.
Der grösste Sünder entwaffnet Meinen Zorn wenn er nach Meinem Mitleid ruft. Ich werde ihm gerecht durch Meine unergründliche, unendliche Barmherzigkeit.
Ich bin heilig, und die geringste Sünde ist Mir ein Abscheu. Aber wenn die Sünder Reue haben, ist Mein Erbarmen ohne Grenzen. Ich verfolge sie mit Meiner Barmherzigkeit auf allen ihren Wegen. Wenn sie zu Mir heimfinden, vergesse Ich jede Bitterkeit und freue Mich über ihre Heimkehr.

Sage ihnen, dass Ich nie aufhöre, auf sie zu warten: Ich höre ihre Herzen ab, um den geringsten Herzschlag aufzufangen, der Mir gilt. Ich verfolge sie mit Gewissensvorwürfen und Prüfungen, mit Sturm und Blitz und mit dem Lockruf der Kirche: Wenn sie aber all Meine Gnaden abweisen, überlasse Ich sie sich selbst und gebe Ihnen noch, was sie wünschen. –

Wer nicht durch die Pforten Meiner Barmherzigkeit eingehen will, muss vor Meiner Gerechtigkeit erscheinen

Ich freue Mich, wenn man viel von Mir verlangt; denn es drängt Mich, viel zu geben, immer mehr und mehr. Engherzige, die wenig verlangen, machen Mich traurig.
Künde Meine Tochter, dass Ich ganz Liebe und Erbarmen bin: jeder, der sich Mir mit Vertrauen naht, empfängt Meine Gnade in solchem Überfluss, dass er sie nicht zu fassen vermag, und er wird sie auch auf andere Menschen ausstrahlen.

Wenn eine Seele Meine Güte lobt, zittert der Satan und flieht bis in die tiefste Hölle

Sage den Priestern, die sich bemühen, Apostel Meiner Barmherzigkeit zu werden, dass Ich ihren Worten eine unwiderstehliche Kraft und Überzeugung verleihe und die Herzen jener rühre, die sie ansprechen werden. – Nichts verletzt Mich so sehr als der Mangel an Vertrauen einer gottgeweihten Seele: ihre Untreue durchbohrt Mein Herz. Die Sünden des Zweifels an Meiner Güte treffen Mich am grausamsten! Glaubt doch wenigstens Meinen Wunden! – Jene Seelen, in der Welt und im Kloster, die Mich rückhaltlos lieben, erfreuen Mein Herz und der Blick Meines Vaters ruht mit Wohlgefallen auf ihnen. Sie sind es, die der Gerechtigkeit einen Damm entgegensetzen und die Schleusen der Barmherzigkeit öffnen. Die Liebe dieser Seelen trägt noch die Welt.”

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