Christus statt Corona

Christus statt Corona – Gedanken zum Jahresbeginn 2021

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Von Thorsten Paprotny, 3. Januar 2020

Zahlreiche Jahresabschlusspredigten deutscher Bischöfe zeigen: Die römisch-katholische Kirche in Deutschland ist ganz auf der Höhe der Zeit und zugleich hartnäckig mit ihrem Strukturwandel beschäftigt. Verliert sie die Umkehr zu Christus und damit die Neuevangelisierung gänzlich aus dem Blick? Wer sich über die Statements kundig machen möchte, mag sich die Zusammenfassungen der Betrachtungen vergegenwärtigen – die Bischöfe erinnern an die herrschende Pandemie und die Folgen, so heisst es. Man fragt sich wirklich, ob irgendjemand in Deutschland und der Welt gegenwärtig auch nur ansatzweise in Versuchung ist, in einem mentalen Zustand der “Corona-Vergessenheit” zu leben: Nicht aber Corona ist bei uns alle Tage bis ans Ende der Welt, sondern Jesus Christus, gegenwärtig im Sakrament des Altares.

Im Advent gehen wir nicht dem Impfstoff als Garanten unserer Hoffnung entgegen, sondern dem wiederkommenden Herrn. Die Botschaft der Kirche lautet auch nicht “Synodaler Weg – jetzt erst recht”, sondern es geht einzig um die Verkündigung des Evangeliums und das Zeugnis des Glaubens in der Welt von heute, also auch um die liebende Zuwendung zum Nächsten.

Zwei Bischöfe aus Bayern, der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster und der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, haben an den primären Sendungsauftrag der Kirche – und damit jedes Einzelnen von uns – erinnert. Bischof Voderholzer sagte in der Jahresabschlussmesse, dass die “Neuausrichtung auf Gott, auf den Schöpfer notwendig” sei und warb energisch für eine “Neuentscheidung für das Christentum”. Bischof Oster warb für eine kontemplative Besinnung: “Immer wieder zu ihm zu gehen, in den Gottesdienst, in die Umkehr zu ihm, zur Beichte … Und am besten jeden Tag mit ihm einige Zeit ruhig in unserem Zimmer zu bleiben, sein Wort zu meditieren, das eigene Leben vor ihn zu bringen, danken, Vergebung erbitten.” Auch der Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf bemerkt immerhin: “So wichtig ein vielfältiges digitales geistliches Angebot auch über die Zeit der Pandemie wichtig bleiben wird, so wenig dürfen wir uns der Eucharistie entwöhnen.” Zugleich – dies sei ergänzt – darf es auch niemals ein Ziel sein, sich an die Eucharistie zu gewöhnen und den Leib Christi wie einen Glückskeks oder eine nette Gabe am Sonntag zu konsumieren. Schliesslich heisst “Eucharistomen”: Wir sagen Dank.

Danksagung ist nicht Gewöhnung, sondern einfach der Ausdruck der ganzen Person für das sakramentale Geschenk und Geheimnis, an dem wir als Glieder der Kirche des Herrn, in rechter Weise disponiert, unverdient teilhaben dürfen. Benedikt XVI. hat in der Homilie zum Jahresschluss 2012 dazu angeregt, auch über die Wahrheit des Glaubens neu nachzudenken und sich vertieft auf das Credo zu besinnen: “Um das Evangelium verkünden zu können und all jenen, die Jesus noch nicht kennen oder ihn verlassen haben, zu ermöglichen, erneut die Tür des Glaubens zu durchschreiten und in der Gemeinschaft mit Gott zu leben, ist es unerlässlich, die Bedeutung der im Glaubensbekenntnis enthaltenen Wahrheiten gründlich zu kennen.”

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