Aleppo fällt – in Zeitlupe

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Heikle Momente in Aleppo-Ost: Syrische Regierungstruppen evakuieren Rebellen und Zivilisten aus der letzten Zone, die Präsident Assad und seine Verbündeten noch nicht zurückerobert haben. Ein erster Konvoi brachte am Donnerstagmorgen Verletzte und Kranke in Sicherheit. Die Evakuierung könnte Tage dauern, die Rebellen sollen in Richtung Idlib abziehen. Unsicher ist, ob die Evakuierung gelingt oder ob neue Gewalt losbricht, so wie am Mittwoch.

Antoine Audo, chaldäischer Bischof von Aleppo und Caritas-Verantwortlicher für Syrien, sagt: „Wir als Caritas haben, als das mit den Bombardements losging und die ersten Flüchtlinge aus Ost-Aleppo kamen, die Verantwortung für etwa 2.000 Familien übernommen. Das heisst: Essen, Medizin, Unterkunft usw. Das ist unser Programm in Aleppo. Wir sind präsent und nehmen diese Familien auf.“

In den letzten vier Wochen hat der Sturm Assads und seiner Verbündeten mehr als 460 Zivilisten in Aleppo-Ost das Leben gekostet; im Westteil von Syriens früherer Wirtschaftsmetropole starben 130 Zivilisten. Die Zahlen kommen vom Syrischen Observatorium für Menschenrechte. Insgesamt hat der Syrienkrieg seit März 2011 mehr als 310.000 Todesopfer gefordert; mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Flüchtlinge.

Der Papst hat Assad zu Wochenbeginn einen Friedensappell zukommen lassen. Dazu sagt Bischof Audo: „Natürlich interpretiert jede Seite im Krieg den Brief so, wie sie will, und klagt die andere Seite an. Wie üblich. Aber trotzdem ist das für uns eine wichtige Friedensbotschaft, die uns Mut macht. Auch, dass der Papst praktisch jeden Sonntag über Syrien spricht und dazu aufruft, alle Anstrengungen für eine Versöhnung zu unternehmen.“

rv 15.12.2016 sk

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