Papst will in Schweden spanisch sprechen

Die 17. Auslandsreise seines Pontifikats führt Papst Franziskus am Montag und Dienstag nach Schweden

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Vatikan – Reiseprogramm Schweden
Ökumene – Nicht alle Fragen sind gelöst

Die 17. Auslandsreise seines Pontifikats führt Papst Franziskus am Montag und Dienstag nach Schweden. Dort wird er zusammen mit dem Lutherischen Weltbund an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren erinnern und mit Katholiken Allerheiligen feiern. Im Vatikan wurden an diesem Mittwoch einige Einzelheiten der Reisepläne bekannt.

Insgesamt dreimal wird Franziskus in Schweden das Wort ergreifen; dabei will er auf Spanisch sprechen, nicht auf Italienisch oder Englisch. In Lund wird er kurz nach seiner Ankunft im Land Königin Silvia und König Carl Gustav einen Höflichkeitsbesuch abstatten; dann folgt der Gebetsgottesdienst, an dem das Königspaar ebenfalls teilnehmen will. Zu einem Event in einer Arena von Malmö reist der Papst dann zusammen mit den Spitzenvertretern des Lutherischen Weltbunds gemeinsam – in einem Minibus.

„Chöre werden singen, und es werden Video-Clips eingespielt mit Gedanken von jungen Leuten zum Thema Hoffnung, denn „Together in hope“, „Gemeinsam voll Hoffnung“ ist das Thema des Events.“ Das sagt uns Adriana Arrieta von Caritas Internationalis zum Event von Malmö. „Natürlich werden auch die Konflikte unserer Zeit, der Syrien-Krieg vor allem, erwähnt werden, aber der Akzent liegt auf Hoffnung und auf Versöhnung. Immerhin bedeutet dieser Event ja auch eine Versöhnung zwischen der lutherischen und der katholischen Tradition.“

Nach dem eher bunten Auftakt am Montagvormittag sollen dann die Bilder des Gebetsgottesdienstes aus der Kathedrale von Lund in die Arena von Malmö live übertragen werden. „Die etwa 10.000 Menschen in der Arena werden also den Gottesdienst von Lund mitverfolgen können! Und wenn der Gottesdienst zu Ende ist, folgen Performances. Ein Chor aus Syrien wird singen, Flüchtlinge werden ihre Geschichte erzählen. Dann ziehen der Papst und die Spitzenvertreter des Lutherischen Weltbundes in die Arena ein, es folgen einige Ansprachen und ein gemeinsames Gebet, das unsere gemeinsame Hoffnung auf einen Punkt bringt. Das Event endet gegen sechs Uhr abends mit dem Schlusssegen des Papstes – und dann sind alle wieder frei…“

Es passiert nicht alle Tage, dass ein Papst an Luther erinnert…

Übernachten wird der Papst ausnahmsweise mal nicht in einer Nuntiatur, sondern in einem Chirurgie-Komplex in Igelösa. Am Dienstag fährt er zurück nach Malmö, um im dortigen Stadion die Allerheiligen-Messe für die kleine katholische Gemeinschaft zu feiern; nur gut ein Prozent der Schweden ist katholisch. Direkt nach der Messe kehrt Franziskus von Malmö aus zurück nach Rom. Dabei will er Ausserdem auf dem Rückflug wieder den mitreisenden Journalisten Rede und Antwort stehen.

„Das gemeinsame Reformationsgedenken ist vielleicht nicht aussergewöhnlich – aber es ist ein grosser Schritt.“ Das sagte Vatikansprecher Greg Burke an diesem Mittwoch zu Journalisten. „Man muss bedenken, welchen Weg beide Seiten hinter sich haben. Ich meine damit nicht allgemein die letzten fünfhundert Jahre, sondern speziell die letzten fünfzig. Wir definieren uns nicht länger mehr in Opposition zueinander, sondern in Gemeinschaft miteinander – das scheint mir der springende Punkt zu sein. Ohne die Differenzen zu leugnen – aber es passiert eben nicht alle Tage, dass ein Papst eine Reise unternimmt, um an Martin Luther zu erinnern.“

Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Martin Junge, sprach vor Journalisten im Vatikan von grossem Interesse, das die Papstreise in Schweden und den nordischen Ländern überhaupt auf sich ziehe. Franziskus sei etwa mit seiner Umwelt-Enzyklika Laudato si’ zu seiner „sehr respektierten und gehörten Stimme“ geworden.

rv 26.10.2016 sk

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