Neue Schweizergardisten schwören Papst Treue

Für Touristen, die die Heilige Stadt besuchen, sind sie ein beliebtes Fotoobjekt: die Schweizergardisten in ihren gelb-rot-blau gestreiften Uniformen

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Stramm und furchtlos stehen sie vor den Toren des Vatikans. Ihr Auftrag: den Papst und seine Residenz beschützen. Und das schon seit 1506. Am Freitag schwörten 23 neue Gardisten im Vatikan dem Papst ihre Treue. Martha Klawitter war bei der Vereidigung dabei:

Und ich muss zugeben: Ich bin immer noch begeistert. Denn hinter der altmodisch wirkenden Fassade steckt eine lange und beeindruckende Tradition. Jedes Jahr am 6. Mai nämlich legen neue Rekruten ihren Schwur ab. Das Datum erinnert an den Heldentod von 147 Schweizergardisten, die 1527 während der Plünderung Roms zu Tode kamen. Das ist zwar schon lange her, aber auch heute müssen die Schweizergardisten vor Gefahren gewappnet sein. Das betonte auch der Gardekommandant, Oberst Christoph Graf, bei seiner Ansprache. Und er verwies auf die erschreckende Lage unter anderem im Irak und Syrien:

„Europa ist geschockt und die Bevölkerung verlangt wieder mehr Sicherheit. Die Kontrollen an wichtigen öffentlichen Gebäuden wurden verstärkt, die Präsenz der Sicherheitskräfte in den Grossstädten ist unübersehbar. Die Spezialeinheiten trainieren ununterbrochen und spielen jedes mögliche Szenario durch. Das Geld spielt plötzlich keine Rolle mehr… Der Staat hat dafür zu sorgen, dass wir auch weiterhin in Sicherheit leben können.“

Die Hellebarden – die speerähnlichen Waffen – sind also nicht nur Show. Die Schweizergardisten müssen im Fall der Fälle wirklich bereit sein zu kämpfen. Und dabei geht es nicht bloss darum, das äussere Leben zu schützen. Gardekaplan Thomas Widmer ermutigte die jungen Männer auch, reinen Herzens zu sein:

„Der Panzer, den ihr tragt, dient dazu, die lebenswichtigen Organe zu schützen. Allen voran: das Herz. In diesem Sinne erinnert der Harnisch auch daran, dass es nicht nur die kostbare Gabe des menschlichen Lebens, sondern auch des übernatürlichen Lebens der Gnade, des göttlichen Lebens in euch, zu schützen und zu bewahren gilt.“

Ernst und ohne mit der Wimper zu zucken lauschten die Rekruten den Worten des Gardekaplans. Bis dann endlich der grosse Moment gekommen war.

„Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst Franziskus und seinen rechtmässigen Nachfolgern, und mich mit ganzer Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, für ihren Schutz selbst mein Leben hinzugeben. Ich übernehme dieselbe Verpflichtung gegenüber dem Kollegium der Kardinäle während der Sedisvakanz des Apostolischen Stuhls. Ich verspreche überdies dem Herrn Kommandanten und meinen übrigen Vorgesetzten Achtung, Treue und Gehorsam. Ich schwöre es, so wahr mir Gott und unsere heiligen Patrone helfen.“

Der Reihe nach treten die Rekruten nach vorne. Die linke Hand umfasst dabei fest die Fahne der Garde, die rechte Hand erheben sie. Drei Finger gespreizt – das Zeichen der Dreifaltigkeit.

„Ich schwöre, alles das, was mir soeben vorgelesen wurde, gewissenhaft und treu zu halten, so wahr mir Gott und seine Heiligen helfen.“

Feierlich, beeindruckend und bunt ging er zu Ende … der Tag, an dem 23 junge Männer dem Papst ihre Treue schwörten.

rv 07.05.2016 sk

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