“Die Enzyklika ist fertig”

Selten ist eine Enzyklika derart mit Spannung erwartet worden wie die zweite von Papst Franziskus

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Selten ist eine Enzyklika derart mit Spannung erwartet worden wie die zweite von Papst Franziskus: Von der Umwelt soll sie handeln, auch vom Klimawandel – die Themenwahl ist eine Premiere für eine Enzyklika.

Jetzt sagt der Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Erzbischof Marcelo Sánchez Sorondo, am Dienstag zu Radio Vatikan: “Der Papst hat heute (Dienstag, Anm. d. Red.) gesagt, dass die Enzyklika fertig ist. Im Moment werden die Übersetzungen erstellt, und dann kommt sie wohl Ende Mai oder Anfang Juni heraus.”

Sánchez Sorondo hat am Dienstag eine Konferenz zum Thema Klimawandel im Vatikan abgehalten, an der auch UNO-Chef Ban Ki-Moon und Italiens Präsident Sergio Mattarella teilnahmen. Dass der Vatikan sich das Thema Umwelt und Klima dermassen zu Herzen nimmt, ist neu. Und es hat nach Angaben des Erzbischofs zwei Gründe: “Der eine kommt von der Bibel her. Für sie ist der Mensch der Hüter – in dem Sinn, dass er mit der Schöpfung auf nachhaltige Weise, wie wir heute sagen, umgehen soll. Das hat vor allem Paul VI. in seiner Enzyklika ‘Populorum Progressio’ durchbuchstabiert: Es bedeutet u.a. soziale Inklusion und eine Landwirtschaft, die auf die wirklichen Ernährungsbedürfnisse antwortet. Der zweite Punkt ist, dass die Lage der Erde vor allem von den Bio- und Sozialwissenschaften her beschrieben wird. Wir denken, dass die Enzyklika diese zwei Themen berühren wird.”

Schöpfungstheologie ist natürlich ein zentraler Punkt im christlichen Denken. Doch der zweite Bereich – das, was Sánchez Sorondo “die Lage der Erde“ nennt, die “von den Bio- und Sozialwissenschaften her beschrieben wird“ – ist nun nicht gerade ein theologischer Bereich. Gehört so etwas in eine Enzyklika, Herr Erzbischof?

“Ja, natürlich! Das haben alle Päpste so gemacht: In nahezu allen Enzykliken haben sie Glauben und Vernunft zusammengebracht, einfach weil sich ohne Vernunft nicht argumentieren lässt… In unserem Fall liegt mehr wissenschaftliche als philosophische Vernunft vor – aber es bleibt Vernunft.”

rv 29.04.2015 sk

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