Vatikan verstärkt Kampf gegen Ebola

Ebola ist noch lange nicht besiegt

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Der Papst lässt den von Ebola betroffenen afrikanischen Ländern Geld zukommen und ermutigt öffentliche und private Spender, dasselbe zu tun. Das steht in einem Dokument des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, das der Vatikan an diesem Mittwoch veröffentlichte. Es trägt den Titel “Den Einsatz der katholischen Kirche in der Antwort auf den Notfall Ebola verstärken” und liegt vorerst auf Italienisch vor.

Zum ersten Mal gibt die Kirche damit eine pastorale Antwort auf eine relativ junge Krankheit.

Unter anderem heisst es, dass die Seelsorger den hygienischen Normen zufolge zwar körperlichen Kontakt zu den Ebola-Patienten vermeiden sollen, aber nicht den sozialen Kontakt: Dieser sei eine Form der geistlichen Nähe, des Trostes und der Hoffnung. Aufgabe der Priester sei es unter anderem auch, gegen die Ausgrenzung und Stigmatisierung von Kranken und ihren Familien vorzugehen.

Die Gelder des Heiligen Stuhles für die von Ebola betroffenen Gebiete – es handelt sich um drei Millionen Euro – fliessen in kirchliche Einrichtungen, die sich um die Erkrankten kümmern, heisst es in dem Dokument. Damit werden sanitäre Mittel für die primäre Versorgung der Ebola-Patienten angekauft, Kranke transportiert, Personal bezahlt und Einrichtungen erneuert. Ein Teil wird an die Bevölkerung der betroffenen Gebiete gehen, mit dem Ziel, Strategien zur Eindämmung der Seuche zu entwickeln. Auch durch Ebola verarmte Familien und Waisenkinder sollen mit dem Geld aus dem Vatikan unterstützt werden. Bereits bisher sei das Engagement kirchlicher Einrichtungen im Kampf gegen Ebola beachtlich. Das Dokument nennt unter anderem Misereor und das Missionsärztliche Institut in Deutschland sowie Missio Österreich.

Das fünf Seiten starke Dokument wurde vom Päpstlichen Friedensrat verfasst und bezieht die Anstrengungen anderer vatikanischer Behörden ein, etwa Cor Unum, die Missions-Kongregation und Caritas Internationalis. Seit Jahrzehnten leiste die Kirche humanitäre und Entwicklungshilfe in Westafrika, daher kenne sie die Lage in den Ebola-Gebieten in Guinea, Sierra Leone und Liberia sehr gut.

rv 07.01.2015 gs

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