‘Sünden der Kirche: Karrieredenken und Eitelkeit’

Haltungen wie diese seien Zeichen einer ‘spirituellen Weltlichkeit’

…….die man zu den schlimmsten Sünden in der Kirche zählen müsse, sagte Kardinal Bergoglio, der jetzige Papst Franziskus, in einem Interview im Jahr 2012.

Rom, kath.net/jg, 15. März 2013

“Eitelkeit und Angeberei sind Haltungen, welche die Spiritualität auf eine weltliche Sache reduzieren”, sagte der frühere Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, der jetzige Papst Franziskus. Dies sei die schlimmste Sünde, die man in der Kirche begehen könne, fuhr er mit einem Hinweis auf Kardinal Henri de Lubacs Buch “Méditation sur l’Eglise” fort.

“Spirituelle Weltlichkeit ist eine Form des religiösen Anthropozentrismus, die gnostische Elemente hat”, sagte er wörtlich. Karrieredenken und der Wunsch nach Beförderung gehörten in diese Kategorie, kritisierte der Erzbischof in einem Interview mit dem Vatikanexperten Andrea Tornielli im Februar 2012, das im Magazin “Vatican Insider” veröffentlicht wurde.

Was die Evangelisierung in einem Umfeld wie dem lateinamerikanischen bedeute, fragte Tornielli. Die Kirche müsse aus sich herausgehen und sich bemühen, die Menschen zu erreichen, die bis jetzt wenig oder nichts mit ihr zu tun hatten, antwortete Bergoglio. Wenn sich die Kirche in sich selbst einhülle, werde sie alt und krank. Diese “geistige Erkrankung” müsse unbedingt vermieden werden. Wer auf die Strassen gehe, riskiere Unfälle, fuhr er fort. “Wenn ich wählen müsste zwischen einer verletzten Kirche, die auf die Strassen geht und einer kranken, zurückgezogenen Kirche, würde ich mit Sicherheit die erste wählen”, sagte er wörtlich.

Die Fastenzeit sei eine Einladung, auf die Kirche zu schauen, in der es sowohl Heiligkeit als auch Sünde gebe, sagte Kardinal Bergoglio im Hinblick auf die im Februar 2012 aktuelle “Vati-Leaks”-Affäre. Man müsse die Unzulänglichkeiten und Sünden sehen, ohne dabei die Heiligkeit vieler Männer und Frauen aus dem Blick zu verlieren, die für die Kirche tätig seien. “Die Kirche ist meine Mutter. Ich muss ihre Sünden und Unzulänglichkeiten wie die Sünden und Unzulänglichkeiten meiner Mutter sehen. Wenn ich an sie denke, erinnere ich mich viel mehr an die guten und schönen Dinge, die sie getan hat, als an ihre Schwächen und Fehler”, sagte er wörtlich.

Wie die römische Kurie von aussen wahrgenommen werde, will Tornielli zum Abschluss des Interviews wissen. Für ihn sei sie eine Einrichtung, die ihm helfe und diene. Natürlich gäbe es auch negative Aspekte, die allerdings gerne übertrieben oder verfälscht dargestellt würden, um einen Skandal zu erzeugen, sagte Bergoglio. Wie alle Menschen seien auch Journalisten anfällig für die Tendenz, eher das Negative einer Sache zu sehen, als das Positive. Das gelte auch für die Berichterstattung über die Kurie, sagte der Kardinal.

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