Fleisch geworden aus Maria

Die Geschichte Israels und der Marienglaube der Kirche

Kurzbeschreibung

Für viele Christinnen und Christen gehören die “Mariendogmen” zu den am wenigsten plausiblen Aussagen des Glaubens. Zentrum des Unverständnisses ist zweifellos die “jungfräuliche Empfängnis”. Den zahlreichen Bestreitungen dieses Glaubensartikels setzt der Autor eine provozierende These entgegen: Die mariologischen Dogmen – allen voran das Dogma von der “jungfräulichen Empfängnis” – sind nicht durch ausserchristliche bzw. ausserjüdische Einflüsse zu relativieren, sondern ausschliesslich im Licht der hebräischen Bibel zu verstehen und zu interpretieren; sie sind alle heilsgeschichtlich begründet. Mariologie und die Mariendogmen erscheinen hier als eine unaufgebbare theologische Konsequenz der wörtlich (nicht metaphorisch) verstandenen Fleischwerdung Gottes.

Das Buch ist bestens geeignet als kleines “Lehrbuch” der Mariologie, aber auch als Argumentations- und Orientierungshilfe für alle, die an Person und theologischer Bedeutung Marias interessiert sind.

Rezension: amazon (2)

Ein moderner theologischer Traktat

5. Februar 2002, “Ein Kunde”

Der theologische Traktat der Mariologie ist derzeit im deutschsprachigen Bereich alles andere als beliebt, wird er doch meist mit kirchlichem Konservativismus in Verbindung gebracht. Eine überkommene Marienfrömmigkeit war schliesslich Zeichen einer Frömmigkeit, die von den meisten Gläubigen heutzutage nicht mehr geteilt wird und werden kann. Zudem stossen die letzten Mariendogmen nicht auf ungeteilte Zustimmung innerhalb der Kirche, auch, da sie ein nicht unerhebliches Hindernis für die ökumenischen Bestrebungen darstellen. Menkes Buch kann für den Bereich der Mariologie ein sehr hilfreiches Handbuch sein. Sein Ansatz ist konsequent biblisch orientiert und ideologieunverdächtig. Als Mitte und Ausgangspunkt wählt er die Jungfrauenschaft Mariens in ihrer heilsgeschichtlichen Bedeutung. Alle anderen kirchlichen Aussagen können als aus ihr folgend angesehen werden.

Bei der Erklärung der späten marianischen Dogmen der “Immaculata conceptio” und der “Aufnahme Mariens in den Himmel” greift er auf die von Karl Rahner erarbeiteten Positionen zurück, welche das Heilsgeschehen an Maria als paradigmatisch für das gnadenhafte Dasein des Menschen beschreiben und von dort her ihren Sinn beziehen. Wenn es sich bei Menkes Abhandlung auch um ein wissenschaftliches Buch handelt, so ist es doch auch für den Nichttheologen gut lesbar geschrieben. Lobenswert ist vor allem der exegetische Anfangsteil, der unter Einbeziehung exegetischer Auslegungen aus anderen Sprachbereichen nochmals eine völlig neue Perspektive auf scheinbar vertraute Bibelstellen wirft. Es handelt sich also insgesamt um einen gelungenen Versuch, den Traktat über Maria aus heutiger theologischer Sicht anzugehen und einen neuen Bezug zu ihm zu entwickeln.

Fleisch geworden aus Maria – Die Geschichte Israels und der Marienglaube der Kirche

Autor: Karl-Heinz Menke
Taschenbuch: 187 Seiten
Verlag: Pustet, Regensburg (1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791716654: amazon
ISBN-10:3-7917-1665-4: buch.ch

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