Bischof aus dem Sudan besucht die Schweiz

Bischof aus dem Sudan besucht die Schweiz

Luzern, Kirche in Not, 7. August 2012

Bischof Macram Max Gassis kommt zwischen dem 11. und 19. August 2012 in die Schweiz. Der katholische Bischof wird Gottesdienste feiern und Vorträge halten. Dabei berichtet er vom harten Alltag der Menschen in seiner Diözese und von Projekten des Hilfswerks Kirche in Not im Sudan und Südsudan. Im “heute journal” des ZDF gab Bischof Gassis am 3. Juli 2012 ein Interview zur Situation der Lage der Bewohner der Nuba-Berge. Die genauen Termine finden Sie am Schluss des Textes.

Das internationale katholische Hilfswerk Kirche in Not lädt immer wieder Würdenträger in die Schweiz ein. Im August besucht uns der Vorsteher der Diözese El Obeid, Macram Max Gassis. Er wird über die Menschen, das Land und die Kirche erzählen und wie die Hilfsgelder von Kirche in Not im Sudan und Südsudan eingesetzt werden. Der Bischof hält zwischen dem 11. und dem 19. August 2012 in verschiedenen Pfarreien Gottesdienste und Vorträge. Am Sonntag, 12. August, hält er drei Gottesdienste am Wallfahrtsort Mariastein SO. Der Bischof ist ein grosser Marienverehrer, weshalb er sich ganz besonders auf den Besuch am Gnadenort freut.

Bischof Gassis – Verfolgter im eigenen Land

Macram Max Gassis wurde 1938 in Khartum geboren. Ab 1955 studierte er in England und Italien Theologie und erhielt 1964 im italienischen Verona die Priesterweihe. Er wirkte danach als Seelsorger im Sudan und war bei den Gläubigen sehr beliebt. Ende der Achtzigerjahre wurde er durch Papst Johannes Paul II. zum Bischof des Bistums El Obeid ernannt, das im mehrheitlich muslimisch geprägten Sudan liegt und etwa 20 Mal so gross wie die Schweiz ist. Rund 1.6% der Bewohner der Diözese sind Katholiken. Darfur und die Nuba-Berge gehören zum Bistum. Das Regime um Omar Hassan al-Baschir klagte Bischof Gasssis an, nachdem er die gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Sudan anprangerte. Dies duldete die Regierung nicht. Seither hält sich Gassis aus Sicherheitsgründen vorwiegend ausserhalb seiner Diözese auf und berichtet in vielen Ländern über die Situation im Sudan. Im ersten Halbjahr 2012 traf der Bischof mit Parlamentariern aus diversen europäischen Hauptstädten und der EU zusammen. Im Juli weilt der Bischof in den USA und kommt mit amerikanischen Politikern und Verantwortlichen der UNO zusammen. Überall berichtet er über die schlimme Situation und das Leid der Menschen in seinem Bistum.

Die Kirche als Hoffnungsschimmer

Kirche in Not engagiert sich seit über 35 Jahren im Sudan und stellte der Kirche für ihre vielen Projekte im Jahr 2011 rund 1.5 Millionen Schweizerfranken zur Verfügung. Die katholische Hilfsorganisation unterstützt die katholische Kirche bei der Ausbildung von Kindern, bei Bauprojekten, in der Aus- und Weiterbildung von Priestern, Ordensleuten, Laien und beim Erwerb von Fahrzeugen.

Knapp ein Drittel der Menschen sind unterernährt und knapp drei Viertel der über 15jährigen Analphabeten. Nebst Bildung und Essen fehlt es an Medikamenten, Krankenhäusern und Wohnungen. Die katholische Kirche des Sudans ist arm, da sie keine “Kirchensteuer” wie in der Schweiz kennt. Viele Gläubige sind oft selbst bedürftig und können die Kirche nicht unterstützen. Durch den Einsatz von Bischof Gassis erfährt die Weltöffentlichkeit über die schwierige Situation der Menschen vor Ort. Dank den Zuwendungen von aussen durch Hilfswerke wie Kirche in Not kann die Kirche in Sudan den schwierigen Alltag der Menschen erträglicher machen und ihnen Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben.

Die Zweistaatenlösung brachte keine dauerhafte Entspannung

Der 22jährige Bürgerkrieg endete im Januar 2005, als zwischen der südsudanesischen Befreiungsarmee und der Regierung in Khartum das Friedensabkommen geschlossen wurde. Am 9. Juli 2011 rief der Südsudan die Eigenstaatlichkeit aus, was mit der sudanesischen Regierung in Khartum vertraglich vereinbart worden war. Viele Christen zogen aus dem muslimischen Norden in den christlichen Süden, da sie sich dort ein friedlicheres Leben erhofften.

Schon wenige Wochen nach der Teilung der beiden Staaten ging die Verfolgung von Minderheiten im Sudan weiter. Die Armee des Nordens flog Angriffe gegen die Bevölkerung in Südkordofan, da sie  angeblich mit dem Südsudan sympathisieren sollte. Dort leben auch viele Christen. Auch im Jahr 2012 gab es immer wieder Übergriffe der sudanesischen Armee auf die Bewohner der Nuba-Berge. Zudem begannen Kämpfe zwischen Truppen des Nordens und des Südens. Der Konflikt dreht sich dabei vorwiegend ums Erdöl. Das einfache Volk geht dabei vergessen. Die katholische Kirche setzt sich im Süden wie im Norden des Sudans für die leidende Bevölkerung ein.

Bischof Gassis berichtet im August 2012 in der Schweiz über die schwierige Situation der Gläubigen in Sudan und über die Hilfe der Kirche vor Ort. Der Bischof freut sich, Sie persönlich zu treffen und Ihnen von seiner Heimat zu berichten.

Kirche in Not Schweiz/Fürstentum Liechtenstein
Cysatstrasse 6, 6004 Luzern
Telefon 041 410 46 70; Fax 041 410 31 70

E-Mail: mail@kirche-in-not.ch
Internet: www.kirche-in-not.ch
Konto PC 60-17200-9; Credit Suisse, Luzern, Konto 0463-997.427-10-1
Termine: ZDF Video

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