Gallagher: Weltordnung steht vor einer schweren Bewährungsprobe
Auf der Konferenz „Religionen und Diplomatie“ in Rom haben hochrangige Vertreter des Heiligen Stuhls die Bedeutung von Religionsgemeinschaften bei der Bewältigung globaler Spannungen hervorgehoben. Erzbischof Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten, verwies darauf, dass der religiöse Faktor in einer multipolaren Welt eine zentrale Rolle einnehme
Quelle
Antonella Palermo und Mario Galgano – Vatikanstadt

Eine Identifizierung von Religion mit nationalen oder ethnischen Interessen müsse jedoch vermieden werden, damit Glaubensgemeinschaften nicht zu Konfliktparteien instrumentalisiert werden.
Erzbischof Gallagher bezeichnete die Religionsfreiheit als Gradmesser für den Respekt sämtlicher Menschenrechte. Das Bekenntnis zum Glauben sei kein reines Privatprivileg, sondern ein wesentliches öffentliches Gut. Diplomatische Initiativen sollten die moralischen Ressourcen der Religionsgemeinschaften nutzen, um Spannungen abzubauen und Radikalisierungen vorzubeugen. Voraussetzung hierfür sei jedoch die Unabhängigkeit der Gemeinschaften von staatlicher Vereinnahmung.
„Voraussetzungen schaffen, unter denen Frieden möglich wird“
„Unsere Aufgabe besteht darin, die Voraussetzungen zu schaffen, unter denen Frieden möglich wird“, betonte Gallagher mit Blick auf die weltpolitische Lage.
Ergänzend rief Kardinal Baldo Reina, Generalvikar für die Diözese Ro, zu einer Abrüstung der Sprache in den internationalen Beziehungen auf. Gewalt dürfe nicht als entscheidender Maßstab zwischen den Völkern akzeptiert werden. Verhandlungen und diplomatischer Dialog seien Zeichen von Verantwortung und keine Schwäche. Zudem gelte es, jeglichen Versuch einer religiösen Rechtfertigung von Hass und Gewalt konsequent zurückzuweisen.
vatican news, 30. September 2026
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