Vatikan und Armenien ehren Mechitaristen-Gründer mit Briefmarke


Armenien und der Vatikan würdigen den armenischen Ordensgründer und Gelehrten Mchitar Sebastazi zu seinem 350. Geburtstag mit einer gemeinsamen Briefmarke. Das Motiv erinnert zugleich an das geistliche und kulturelle Zentrum der Mechitaristen auf der venezianischen Insel San Lazzaro

Quelle
Mechitaristen – Wikipedia
San Lazzaro degli Armeni – Wikipedia
Mechitar von Sebasteia – Wikipedia

Mit einer gemeinsamen Sonderbriefmarke würdigen der Vatikan und Armenien den 350. Geburtstag von Mchitar Sebastazi (1676–1749), dem Gründer der Mechitaristenkongregation. Die Briefmarke, die am Montag in Armenien offiziell in Umlauf gebracht wurde, gehört zum offiziellen Philatelieprogramm des Vatikans für das Jahr 2026. Das Motiv zeigt ein Porträt Sebastazis vor einer historischen Ansicht der Insel San Lazzaro bei Venedig, basierend auf einem Kupferstich des venezianischen Künstlers Giuseppe Carlo Zucchi aus dem 18. Jahrhundert. Neben der Darstellung sind sein Name sowie der Anlass der Ausgabe in armenischer und englischer Sprache aufgedruckt.

Zeichen der Verbundenheit mit dem Heiligen Stuhl

Im Rahmen der offiziellen Präsentation hob David Karapetjan, Generalsekretär des armenischen Außenministeriums, die anhaltende Bedeutung Sebastazis für das kulturelle, geistige und wissenschaftliche Erbe des Landes hervor. Sein Einsatz für die Armenologie sowie für den Schutz und die weltweite Verbreitung armenischer Kultur präge das Land bis heute. Die Gemeinschaftsausgabe sei zugleich ein Zeichen der engen Beziehungen zwischen Armenien und dem Heiligen Stuhl. Neben Regierungs- und Parlamentsvertretern sowie Repräsentanten der Post und des Philatelistenverbandes wohnten auch der Apostolische Nuntius in Armenien, Erzbischof Ante Jozić, und der armenisch-katholische Erzbischof Gevorg Noradoungian der Feierlichkeit bei.

Kulturzentren in Venedig und Wien

Der 1676 im Osmanischen Reich geborene Mchitar Sebastazi rief 1701 in Konstantinopel die nach ihm benannte Ordensgemeinschaft ins Leben. Ihr Hauptsitz liegt seit 1717 auf der Insel San Lazzaro in der Lagune von Venedig, die sich rasch zu einem Knotenpunkt armenischer Theologie, Sprachforschung und Buchdruckkunst entwickelte. Ein zweiter bedeutender Ordenszweig etablierte sich im 19. Jahrhundert in Wien: Das dortige Kloster entwickelte sich mit seiner umfangreichen Bibliothek und eigenen Druckerei ebenfalls zu einer zentralen Forschungsstätte für die armenische Sprache und Geschichte.

Informationen zu den philatelistischen und numismatischen Ausgaben des Vatikans bietet die Internetseite der vatikanischen Philatelie und Numismatik. Erhältlich ist die Briefmarke auch im Post Office des Vatikans.

kap/hay post – vo, 29. September 2026

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