Vatikan: Entschlossen gegen Online-Missbrauch vorgehen


Der Heilige Stuhl hat beim 15. UN-Kongress für Verbrechensverhütung und Strafjustiz in Abu Dhabi zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen Menschenhandel, Online-Missbrauch von Kindern und Hasskriminalität aufgerufen. Zugleich erneuerte die vatikanische Delegation ihre Forderung nach der weltweiten Abschaffung der Todesstrafe

Quelle
Crime Congress – Index

Beim 15. Kongress der Vereinten Nationen für Verbrechensverhütung und Strafjustiz in Abu Dhabi hat der Heilige Stuhl vor neuen Formen der grenzüberschreitenden Kriminalität gewarnt. In einer Erklärung vom 27. September begrüßte die vatikanische Delegation die Annahme der Abu-Dhabi-Erklärung. Zugleich rief sie die Staaten dazu auf, die Würde jedes Menschen sowie das Recht auf Leben zu achten. Strafen müssten in einem angemessenen Verhältnis zur Tat stehen und Inhaftierten menschenwürdige Bedingungen garantieren. Darüber hinaus erneuerte der Heilige Stuhl seine Forderung nach einer weltweiten Abschaffung der Todesstrafe.

Menschenhandel in Zeiten von Krieg und Vertreibung

Als ersten von drei besonders besorgniserregenden Schwerpunkten nennt die Erklärung den Menschenhandel. Geopolitische Instabilität und bewaffnete Konflikte böten Nährboden für Kriminelle. Besonders gefährdet seien Vertriebene, Migranten und Geflüchtete sowie Frauen und Kinder. Zudem nehme das Phänomen der sogenannten „Cyber-Sklaverei“ zu, bei der Opfer durch betrügerische Methoden zu kriminellen Aktivitäten wie Online-Betrug oder Drogenschmuggel gezwungen werden. Papst Leo XIV. bezeichnete Menschenhandel in dem Statement als „eine zeitgenössische Form der Sklaverei und eine schwere Verletzung der Menschenwürde“. Der Heilige Stuhl fordert daher ein abgestimmtes internationales Vorgehen, das auch die Fluchtursachen und die besondere Schutzbedürftigkeit der Betroffenen bekämpft.

Schutz von Kindern im digitalen Raum

Als zweite zentrale Herausforderung verweist die vatikanische Delegation auf schädliche Inhalte und den Missbrauch von Kindern im Internet. Der grenzüberschreitende Einsatz digitaler Technologien erschwere Prävention und Strafverfolgung erheblich. Der Heilige Stuhl fordert eine engere Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen, Zivilgesellschaft, Tech-Anbietern und Nutzern. Papst Leo XIV. rief zudem zu einer Allianz aus Politik, Bildungseinrichtungen und Familien auf, um Erwachsene beim Schutz Minderjähriger im Netz zu unterstützen. Notwendig seien wirksame Schutzkonzepte und eine stärkere Pflicht zur Verantwortung seitens der Plattformbetreiber.

Sorge über Hasskriminalität und Christenverfolgung

Der dritte Schwerpunkt des Statements betrifft Hassverbrechen. Angesichts zunehmender Gewalt gegen Personen und Gemeinschaften aufgrund ihres Glaubens – auch im digitalen Raum – begrüßt der Heilige Stuhl, dass die Abu-Dhabi-Erklärung Religionsfreiheit explizit aufgreift. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Delegation der weltweiten Christenverfolgung. Unter Berufung auf Fachorganisationen heißt es im Statement, dass weltweit mehr als 380 Millionen Gläubige von Verfolgung betroffen seien.

Abschließend äußerte der Heilige Stuhl die Hoffnung, dass der UN-Kongress zu einer nachhaltigen Antwort auf neue Kriminalitätsformen beiträgt und konkrete Maßnahmen auf allen Ebenen anstößt, um Leben und Würde aller Menschen wirksam zu schützen.

vatican news – vo, 28. September 2026

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