Erster Eindruck von Nuntius van Megen

Erster Eindruck von Nuntius van Megen: „Ich weiß eigentlich gar nichts von Deutschland“

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Nuntius Megen
Nicht mehr zu retten -Zum Substanzverlust der Kirche

Von CNA Deutsch Nachrichtenredaktion

Redaktion – Donnerstag, 24. September 2026

Der erste Eindruck des neuen Nuntius Hubertus van Megen nach dem Umzug in die Bundeshauptstadt Berlin war: „Ich weiß eigentlich gar nichts von Deutschland.“ Zuvor hatte der niederländische Erzbischof, der an der Grenze zu Herzogenrath im Bistum Aachen aufwuchs, er wüsste, „was Deutschland ist und wofür Deutschland steht“.

Im Gespräch mit katholisch.de sagte der Nuntius am Mittwoch: „Durch meine Herkunft und die Nähe zum katholisch geprägten Aachen dachte ich früher immer, Deutschland sei ein sehr katholisches Land. Irgendwann bin ich dahintergekommen, dass das nicht ganz so ist.“

Er sehe „gewisse Parallelen zur niederländischen Kirche“, führte van Megen aus. „Dort hat es in den vergangenen Jahrzehnten Entwicklungen gegeben, die man zeitverzögert nun auch hier in Deutschland erlebt. Der Prozess der Säkularisierung setzt sich immer weiter fort.“

Man dürfe daher „nicht die Illusion haben“, dass die Kirche dann gerettet werde, wenn sie sich „nur genügend an die Gesellschaft anpasst“: „Das wird es nicht geben. Die Kirche hat eine Botschaft, die Botschaft von Jesus Christus. Aber die Gesellschaft hat – so ehrlich müssen wir sein – kaum noch Interesse an dieser Botschaft.“

Was die Änderungsbestrebungen des deutschen Synodalen Wegs betrifft, sagte van Megen: „Die Deutschen wollen nach meinem Eindruck oftmals zu schnell zu viel. Was ich mich außerdem frage: Aus welcher Motivation heraus möchte man die Kirche reformieren? Denkt man: Wenn wir diese oder jene Reform machen, dann retten wir die Kirche? Das hielte ich, wie schon gesagt, für eine Illusion.“

Der Nuntius sprach in dem Interview auch über das Verfahren zur Bischofswahl und die Vorwürfe, der Prozess sei geheim und Laien nicht direkt daran beteiligt. „Einer der Gründe für die Geheimhaltung ist sicher, dass im Laufe des Verfahrens sensible Informationen über die Kandidaten bekannt werden, von denen man nicht möchte, dass sie an die Öffentlichkeit gelangen“, sagte er. „Es geht hierbei auch um die Privatsphäre der Kandidaten. Je mehr man Informationen teilt, desto größer ist das Risiko, dass sie öffentlich werden.“

„Ein wichtiger Aspekt bei der Suche nach einem neuen Bischof ist die Befragung des Umfelds eines Kandidaten“, fügte er hinzu. „Man geht etwa zu einem Professor, bei dem er an der Universität war, zu einem Lehrer, bei dem er in der Schule war, oder man fragt Mitglieder von Pfarreien, wo er gearbeitet hat. Man spricht also mit vielen Menschen, die direkten Kontakt mit dem Kandidaten hatten. Insofern ist das Verfahren doch sehr demokratisch.“

Ein Bischof müsse „vor allem Charisma haben“, forderte der Nuntius. „Er muss wissen, wie er die Leute inspirieren kann. Das ist wichtig. Und er muss über die Grenzen Deutschlands hinausblicken können oder internationale Erfahrung haben. Wir sollten niemanden zum Bischof machen, der nur mit Scheuklappen dasitzt und nicht weiß, was außerhalb der eigenen Bistumsgrenzen geschieht. Wir sind eine Universalkirche. Ein Bischof in Deutschland muss auch verstehen, was es bedeutet, Kirche in Afrika, Lateinamerika oder Asien zu sein.“

„Ein guter Manager zu sein und gut mit Geld umgehen zu können, ist für mich nicht so entscheidend“, sagte van Megen. „Dafür gibt es jede Menge Experten, vor allem hier in Deutschland, die das wahrscheinlich viel besser können. Noch einmal: Für mich ist das Wichtigste bei einem Bischof das Charisma. Ein Bischof darf keine graue Maus sein.“

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Katholische Nachrichten
Hubertus van Megen
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