“Botschaft des Friedens von Papst Leo in Afrika war sehr stark”
Als Ordensoberer der Augustiner war Robert Francis Prevost schon viele Male in Afrika, allein neun Mal in Nigeria. Aber als Papst kam er zum ersten Mal
Quelle
Leo XIV. in Bamenda: Jetzt ist der Moment, um etwas zu verändern
Bamenda – Wikipedia
Als Ordensoberer der Augustiner war Robert Francis Prevost schon viele Male in Afrika, allein neun Mal in Nigeria. Aber als Papst kam er zum ersten Mal. In elf Tagen besuchte er Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Nuntius Bettencourt sieht darin eine übergreifende Dimension. Der Papst habe enorm unterschiedliche kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Situationen kennengelernt.
Eine einende Erfahrung
“Während seines Besuchs auf dem Kontinent hat der Heilige Vater die Freuden und Leiden des Leibes Christi in diesem Teil der Welt berührt”, so der kanadische, in Portugal geborene Papstbotschafter. „”Gleichzeitig hat diese Kirche an die universale Kirche eine Bitte um Gebet und Solidarität gerichtet für die Situation, in der sie sich befindet. Es war eine sehr schöne und bedeutende Erfahrung, die uns als Kirche noch mehr geeint hat.”
Bettencourt begleitete Leo XIV. in seinen beiden Dienstländern Kamerun und Äquatorialguinea. In Kamerun habe der Papst ein großes und vielfältiges Land erlebt, das vom Atlantik bis zur Sahara reicht und 26 katholische Bistümer zählt, außerdem “rund 300 Ordensgemeinschaften, von den Trappisten bis zu den sozial besonders aktiven. Während des Besuchs konnte der Heilige Vater verschiedene wichtige Aspekte berühren, von den Eucharistiefeiern bis zum Besuch in der vom Krieg gezeichneten Region Bamenda.”
Starker Friedensappell
Diese Etappe galt von vornherein als besonders wichtige Station: denn Papst Leo erhob in Bamenda einen Friedensappell, der weltweit wahrgenommen wurde. Der Nuntius:
“Die Botschaft des Friedens von Papst Leo war sehr stark. Ich glaube, sie wird ein ikonisches Bild dieses ersten Besuchs in Afrika bleiben. Es war ein Echo seiner ersten Worte vom Balkon der Petersbasilika: ‘Der Friede sei mit euch’, die er in Afrika auf viele Arten wiederholen konnte. Der Papst ist durch die Straßen von Bamenda gegangen, und das war ein sehr starkes Symbol.”
“Die Botschaft des Friedens von Papst Leo war sehr stark. Ich glaube, sie wird ein ikonisches Bild dieses ersten Besuchs in Afrika bleiben.”
Unterschiedliche gesellschaftliche Realitäten
Neben Konfliktregionen habe der Papst auch soziale Einrichtungen besucht. In Douala habe er ein katholisches Krankenhaus aufgesucht, in Yaoundé ein Waisenhaus in einem überwiegend muslimischen Viertel. Diese Stationen hätten unterschiedliche gesellschaftliche Realitäten sichtbar gemacht.
In Äquatorialguinea sei die Erwartung besonders groß gewesen. Bettencourt erinnert an frühe Gespräche mit staatlichen Vertretern:
“Äquatorialguinea hat sich diesen Besuch seit langem gewünscht. Ich erinnere mich, dass mir bei der Überreichung meines Beglaubigungsschreibens als erste Frage gestellt wurde: ‘Wann wird der Heilige Vater hierher kommen?’ Es ist ein mehrheitlich katholisches Land, ein kleines Land mit etwa zwei Millionen Einwohnern.”
Der Papst habe dort unter anderem ein Gefängnis in Bata besucht. Der Nuntius hob auch hervor, dass die Behörden während des Besuchs humanitäre Gesten gesetzt hätten. Die Bevölkerung in Afrikas einzigem spanischsprachigen Land empfingen den Papst mit großer Begeisterung: “Die Feierlichkeiten waren euphorisch. Die Menschen waren voller Glauben und haben diesen Besuch von ganzem Herzen erwartet.”
“Die Kirche schweigt nie”
Fortsetzung kirchlicher Verkündigung
Ein Schwerpunkt der ersten Afrika-Reise von Papst Leo lag auf sozialen Fragen. Mehrfach sprach das Kirchenoberhaupt über wirtschaftliche Gerechtigkeit, Rechte und Zukunftsperspektiven für die Menschen in den vier Ländern, die er besuchte. Bettencourt sieht in diesen Themen eine Fortsetzung kirchlicher Verkündigung:
“Der Heilige Vater hat das Evangelium verkündet, er hat die Lesungen des Tages auf die Realität angewendet. Die Kirche schweigt nie. Jedes Mal, wenn wir die Eucharistie feiern, hören wir das Wort Gottes, verkünden wir das Wort Gottes. Das ist eine Fortsetzung des Engagements der Kirche für Fortschritt und Entwicklung, und wir glauben, dass es gute Ergebnisse bringen wird.”
Auch die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den beiden Ländern seien Thema gewesen. Beide Staaten haben vor zehn Jahren Rahmenabkommen mit dem Heiligen Stuhl geschlossen. Diese regelten die rechtliche Stellung der Kirche sowie die Zusammenarbeit in zentralen gesellschaftlichen Bereichen. Bettencourt betont die langfristige Perspektive: “Es handelt sich um einen Prozess, der Heilige Stuhl engagiert sich mit großer Sorgfalt und Aufmerksamkeit, um die Ortskirche und die Ordensgemeinschaften zu unterstützen, die hier wirklich sehr großzügig arbeiten. Wir hoffen, etwas Konkretes verwirklichen zu können.”
“die Früchte dieses Besuchs werden nicht ausbleiben.”
Bettencourt bewertet Papst Leos erste Afrikareise als gelungen und blickt auf mögliche Folgen. “Den Heiligen Vater im ersten Jahr seines Pontifikats in Afrika zu haben, war wirklich eine Gnade und ein Segen, und die Früchte dieses Besuchs werden nicht ausbleiben. Mit dem fortgesetzten Engagement der Kirche und aller beteiligten Institutionen werden wir viele positive Ergebnisse sehen.”
vatican news – gs, 28. April 2026
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