Ecclesia in Africa
Tschad – Kardinal Ambongo zum 30 Jahre nach “Ecclesia in Africa”: “Die darin enthaltene Vision ist dringlicher denn je”
Quelle
Von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnete Botschaft des Heiligen Vaters anlässlich der 13. Generalversammlung der Vereinigung der Bischofskonferenzen der Region Zentralafrika – Aktivitäten-Kalender | Vatican.va
Ecclesia in Africa (14. September 1995)
Ein afrikanischer Vatikan: Die größte Kirche der Welt ist eine kolossale Nachbildung aus den 1980er Jahren
Ecclesia in Africa
Kardinal Ambongo
Dienstag, 27. Januar 2026
Tschad – N’Djamena Fidesdienst
Die Vision von Papst Johannes Paul II. von der “Kirche als Familie Gottes” “war nicht nur ein theologisches Ideal, sondern ein echter pastoraler Fahrplan für einen Kontinent, der den Kolonialismus, Diktaturen und Spaltungen hinter sich gelassen hatte, aber von einem lebendigen Glauben und großer Hoffnung geprägt war”. So würdigte der Erzbischof von Kinshasa, Kardinal Fridolin Ambongo Besunguin, seiner Eröffnungsrede zur 13. Vollversammlung der Vereinigung der Bischofskonferenzen der Region Zentralafrika (Association des Conférences Épiscopales de la Region Afrique Centrale, ACERAC) das Nachsynodale Apostolische Schreiben “Ecclesia in Africa” 30 Jahre nach dessen Erscheinen.
Kardinal Ambongo eröffnete in seiner Eigenschaft als Präsident des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM/SCEAM) die Arbeiten der Vollversammlung der ACERAC, die vom 25. Januar bis 1. Februar in der Hauptstadt des Tschad, N’Djamena, zum Thema „Die Herausforderungen der Kirche, Familie Gottes in Zentralafrika: 30 Jahre nach Ecclesia in Africa“ tagt.
„Vor dreißig Jahren, am Ende der Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika, gab Papst Johannes Paul II. unserem Kontinent mit dem Apostolischen Schreiben ‚Ecclesia in Africa‘ eine tiefgründige Vision mit auf den Weg. Darin forderte er die Kirche auf, ganz und gar Familie Gottes zu sein, eine in Liebe verwurzelte Gemeinschaft, geprägt von Versöhnung, beseelt von Gerechtigkeit und engagiert für den Frieden“, so Kardinal Ambongo. Dreißig Jahre später betonte er: „Wir sind aufgefordert zu erkennen, dass diese Vision keineswegs überholt ist, sondern im Gegenteil dringender denn je.“
„Dreißig Jahre sind nicht nur ein chronologischer Indikator, sondern eine Zeit der kirchlichen Selbstprüfung“, fuhr der Kardinal fort. „Sie rufen uns dazu auf, klar zu erkennen, was Früchte getragen hat – insbesondere die Vision der Kirche als Familie Gottes – und was noch fragil oder unvollendet ist“, so der Erzbischof von Kinshasa weiter, „Vor allem beleben sie die Dringlichkeit der Mission, die uns anvertraut wurde: Handwerker der Versöhnung, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Hoffnung zu sein, in Treue zum Evangelium und im Dialog mit den konkreten Realitäten unserer Völker.“
In diesem Zusammenhang nennt Kardinal Ambongo drei „pastorale Prioritäten, die seit langem unser Denken leiten und die diese Versammlung vertiefen und weiter strukturieren soll“. Die erste ist die Ausbildung von Friedensstiftern („Unsere Seminare, katholischen Universitäten und säkularen Bildungseinrichtungen müssen Frauen und Männer ausbilden, die in der Lage sind, den Frieden zu fördern, die im Evangelium verwurzelt sind, von der Soziallehre der Kirche geprägt sind und über Kompetenzen im Dialog und in der Konfliktbewältigung verfügen”). Die zweite ist die synodale Pastoralverwaltung („Auf Diözesan- und Pfarreiebene sind wir aufgefordert, die Prozesse des Zuhörens, der Mitverantwortung und der Transparenz zu stärken, damit die Kirche wirklich wie eine Familie vereint voranschreitet, in der Entscheidungen in Gemeinschaft getroffen werden“). Der dritte Punkt ist das prophetische soziale Engagement („Die Kirche muss weiterhin die Kommissionen für Gerechtigkeit und Frieden stärken, die staatsbürgerliche Bildung fördern, die Opfer von Gewalt unterstützen und Räume für den Dialog schaffen, die zur Versöhnung und zum sozialen Zusammenhalt beitragen”).
(L.M.) (Fides 27/1/2026)


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